Montag, 1. September 2008

Marias und mein Abschied – die letzte Woche in Luxemburg

Nachdem ich am Samstag aus Schweden zurück gekommen war, hieß es auch schon Abschied nehmen von Maria, die am frühen Sonntag Morgen für fünf Wochen nach Spanien zu ihrer Familie fuhr.

Zu Besuch waren außerdem noch zwei von Marias spanischen Freunden aus Belgien. Ihre beste Freundin Arathe nur so, ihr Freund Alejandro, weil er Maria wegen der langen Fahrt zum Abwechseln und wach halten nach Spanien begleitete. Maria und ich konnten unseren letzten Tag also nicht gerade in Ruhe und Zweisamkeit genießen. Zuerst verschwanden die drei für ca. drei Stunden im Supermarkt, dann packte Maria ausgiebig ihre Koffer. Anschließend wurde gekocht für die Autofahrt und wir machten gemeinsam Raclette am Abend.
Zwischendurch schaffte ich es, ihr allein in ihrem Zimmer meine eigens für sie gemachte CD und ein paar Kleinigkeiten aus Schweden zu überreichen. Zum ersten Mal schossen mir wegen meines Abschiedes die Tränen in die Augen, zum ersten Mal realisierte ich, dass ich meine mittlerweile beste Freundin nicht mehr so schnell wieder sehe und zum ersten Mal begriff auch Maria, dass ich das Haus verlasse und nicht mehr da sein werde, wenn sie aus Spanien wieder zurück kommt.

Das Raclette (mein aller erstes) war lecker und lustig. Anschließend sahen wir bei Maria im Bett zusammen gekuschelt einen Hitschkock-Film, den ich eigentlich nach meiner langen Reise von Schweden nach Luxemburg mehr verschlief als sah. Der Abschied von Maria folgte kurz und fast schmerzlos nach dem gemeinsamen Zähneputzen. Da wir weder Zettel noch Stift im Bad hatten, hinterließ sie mir mit Creme ihre Mail-Adresse auf dem Spiegel, wo sie noch eine Woche lang geschrieben stand. Wir umarmten uns, es folgten Floskeln wie „schön dich kennengelernt zu haben“ und „wir schreiben uns“ und „gute Reise“ und das wars.

Marias Mail-Adresse auf dem Spiegel im Bad
Marias Mail-Adresse auf dem Spiegel


Die nächsten Tage allein mit Kay im Haus (Ender war noch in Italien, Sandra in Österreich und Maria auf dem Weg nach Spanien) waren recht unspektakulär. Am Dienstag kam Ender zurück aus Italien und ich wurde krank: Mit Übelkeit, Schwächgefühl und hohem Fieber, sowie der Angst, dass kein Autofahrer mehr im Haus ist, um mich zum Arzt zu fahren, falls es zu schlimmer wird. Einen gut funktionierenden Notruf gibt es in Luxemburg angeblich nicht. Kay, ein Mann, war keine Hilfe. Zum Glück hatte Maria, die ich in meiner Not anrief, fiebersenkende Medikamente in ihrem Zimmer, ohne die die Nacht auf der Couch im Wohnzimmer noch unangenehmer hätte werden können.

Drei Tage lang besserte sich dieser Zustand nicht. Auch nicht am Donnerstag, als mein Freund Martin und seine Mutter kamen, um mich für 3 Tage zu besuchen bevor sie mich am Sonntag mit zurück nach Hause nahmen. Wir drei fuhren zum Infoladen, wo ich von meinem Chef mein verdientes Zertifikat und einen Händeschlag bekam. Nach dem anschließenden Besuch im Supermarkt war ich kaputt und konnte nur noch im Bett liegen.

Am Freitag war eine Fahrt in den Norden nach Chlerveaux geplant, um dort eine sehr bedeutendsten Fotoaustellungen „The Family of man“ zu besuchen. Wir sahen 503 Aufnahmen von 273 Fotografen aus 68 Ländern. Die Wanderausstellung war bereits auf der ganzen Welt zu sehen und wurde mittlerweile von über 9 Millionen Besuchern bestaunt. Seit 14 Jahren hat die Ausstellung jetzt ihr permanentes Zuhause in Luxemburg, wo ihr Initiator zuhause war.
Sie war ziemlich beeindruckend. Eigentlich müsste man sie sich 2 oder 3 Mal anschauen, um wirklich alle Fotografien zu registrieren. Da es den ganzen Tag regnete, schauten wir uns noch zwei weitere Ausstellungen an, die sich auch in dem Schloss befanden. Es war das perfekte Museums-Wetter.

Am Samstag, als es mir wieder gut ging, folgte bei herrlichstem Wetter die übliche Stadttour durch Luxemburg, bei der die Stadt meine Besucher verlässlich wie immer beeindrucken konnte. Vom Bahnhof zum Sparkassenmuseum, über die Pont Adolphe,zur Kirche Notre Dame, durch die Kasematten Zum Petrustal, bis hin zum Art Café und dem Grund sahen wir uns alles an, was die Stadt zu bieten hat.

Abends fing ich dann endlich an zu packen und erlebte eine ruhige, letzte Nacht in Luxemburg. Ich war weder aufgeregt, noch traurig, sondern hatte ein starkes, intuitives Gefühl, dass Aufregung und Traurigkeit unnötig wären, da ich nicht zum letzten Mal in Luxemburg sein würde.
Weil es doch viel länger dauerte, als ich dachte, ein ganzes Zimmer in einem Auto zu verstauen, starteten wir am Sonntag Morgen nach dem Frühstück mit fast 2 Stunden Verspätung erst um dreiviertel 11 nach Deutschland. Das alles, ganz ohne Verabschiedung, da nach wie vor alle meine Mitbewohner ausgeflogen und Kay seit Samstag in seinem Zimmer verschollen war.

Nach ein Paar Tränen in den ersten Minuten der Autofahrt, breitete sich das Gefühl der Gewissheit aus, dass ich schon bald wieder zurück kehren werden und Maria, Txalo und Mietzi wieder sehen...


Mal sehen, ob mein Gefühl stimmt. Erfahrt es im nächsten Beitrag.
Sandra

Dienstag, 19. August 2008

Västerȧs und Stockholm…Tag 4 und 5

Tag vier in Schweden, nachdem ich nicht von Krebsen geträumt hatte, sollte ein klassischer Shopping-Tag werden, wie das bei zwei Mädels schon einmal vorkommen kann. Gegen Mittag machten wir uns dafür bei sehr regnerischem und frischem Wetter mit Zug auf in die nächstgrößere Stadt Västerȧs (gesprochen Västeros).

Schon bei unserem ersten angepeilten Ziel, dem Touristik- und Informationscenter, leuchteten meine Augen und weinte mein Geldbeutel. Soo viele Souvenirs auf einen Schlag und alles so wunderschön! Am Ende des Tages auf dem Rückweg zum Zug habe ich mich hier von meinem Restgeld mit Schweden-Artikeln, also Mitbringseln eingedeckt ;)

Dazwischen lag ein Shopping-Kraftakt. Bei Regen und Kälte macht es leider weder Spaß, sich eine Stadt anzusehen,noch sich von Laden zu Laden und von Einkaufszentrum zu Einkaufszentrum zu frieren…

Das Ergebnis dieses Tages kann sich jedoch mehr als sehen lassen: In den viele Stunden in Västerȧs habe ich fast meine gesamte Shopping-Liste abgearbeitet. Etwas, das ich in den vergangenen sieben Monaten in Luxemburg nicht geschafft hatte! Zusammengefasst heißt das also: zwei Pullover, eine Jacke, ZWEI Paar Schuhe und ein T-Shirt habe ich in Västeras gekauft. Fehlte nur noch eine schwarze Jeanshose von meiner langen Wunschliste. Aber es gab ja noch Stockholm am Freitag…

In Västeras mit vollen Einkaufstüten:
Volle Einkaufstueten beim Shoppen in Schweden


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Nachdem wir Donnerstag verhältnismäßig früh ins Bett gegangen sind, klingelte am Freitag Morgen um 7 Uhr der Wecker und läutete einen nicht enden wollenden, unglaublich anstrengenden Tag ein.

Nach Duschen, Frühstücken und Tasche Packen ging es um 8:40 Uhr mit einem ca. 10 Kilo schweren Rucksack und zwei Taschen für 30 laaange Minuten auf zum Bahnhof in Köping. Anschließend die Zugfahrt nach Stockholm, bei der ich mich noch einmal schlafend innerlich auf den Tag vorbereitete ;)

Um 10:50 Uhr landete ich in Stockholm und stürzte mich in das unübersichtliche Bahnhofs-Getümmel, um ein Schließfach für meine Taschen zu finden. Bis ich ein solches noch freies Schließfach gefunden hatte, Scheine in Kleingeld gewechselt hatte, um es benutzen zu können, meine Sachen darin verstaut hatte und meine letzten Euros in Kronen getauscht hatte, war eine Stunde vergangen und mein Magen im Keller. Also aß ich nach meiner ersten Orientierung mit der Stockholm-Stadtkarte und den mich umgebenden Straßennamen zum zweiten Frühstück meinen Hot Dog Nummer 1 und eine „Kanelbulle“, zu deutsch „Zimtschnecke“, was mir von Elke unbedingt empfohlen wurde. Für alle, die vor haben nach Schweden zu reisen: diese Empfehlung kann ich nur weiter geben.

Dann ging es auf in das Stadt-Getümmel, im wahrsten Sinne des Wortes. Schon nach ein paar Minuten bin ich auf einer der Hauptstraßen des Stadtzentrums gelandet und musste mich wundern über diese unfassbaren Massen an Menschen, die dort zugange waren!!! Wirklich unglaublich…es sah aus wie man aus dem Fernsehen in New York, jeder Flecken des Fußweges war von Mensch bedeckt, eine einheitliche Masse, die sich sehr flüssig und zügig fort bewegte. So ließ ich mich treiben…

Die Menschenmassen auf der Einkaufsstraße:
Menschenmassen auf der Shoppingstraße


Zuerst wie in Västerȧs landete ich im Touristikcenter und deckte mich mit Postkarten ein. Dann ging es auf zur Shoppingstraße, die ich ganz entspannt abspazieren wollte, da ich müde war und meine Shoppingliste ja bereits fast vollständig abgehakt war. Das gelang mir auch recht gut und alles in allem fand ich die Straße auch nicht soo berauschend. Sie war lang, sie war voll und sie bestand eben aus aneinander gereihten Pubs, kleinen Restaurants oder Cafes, aus Schmuck- oder Souvenirläden, aus H&Ms und anderen Klamottenläden und einigen Gothik- und Punkshops.
Die Shoppingstraße war also so, wie eine solche Straße eben sein sollte. Aber meine Einkaustimmung kam nicht so recht auf, genauso wenig wie der Wille, sich in den Tumult von sich im Kaufrausch befindenden Frauen zu stürzen. Dennoch habe ich hier tatsächlich beim ersten und einzigen Versuch eine schwarze, passende Jeans gefunden und sie glatt gekauft! Es stimmt also: Wer NICHT sucht, der findet ;)

Anschließend schaute ich mir die sich auf einer Insel befindende Altstadt an, zu der die Einkaufsstraße führte. Sie war mit engen Gassen und wunderschönen Straßen und Häusern weitaus schöner als die Shoppingstraße. Die Hauptstraße führte zum Hafen, den ich eine Ewigkeit entlang spazierte, auf der Suche nach etwas Essbarem. Das führte mich zu Hot Dog Nummer 2 und einem Kinderfest.

Danach war mein letztes Tagesziel das größte Freilichtmuseum der Welt, wie es zumindest im Prospekt beschrieben wird. Ich hatte keine Ahnung, was mich dort erwartet. Da ich viele Pausen machte, aus Müdigkeit und um Stockholm in mich aufzusaugen (Menschen und Kleidungsstile beobachten, Gesprächsfetzen aufschnappen, die Stadt und den Hafen genau betrachten) dauerte es sehr lange, bis ich das Museum endlich erreicht hatte.
Als ich ankam war es bereits 18 Uhr und der Mann am Ticket-Schalter erklärte mir, dass die kleineren Häuser bereits geschlossen hätten. Das war mir egal…ich hatte den ganzen Weg nicht umsonst zurück gelegt, außerdem hatte ich ehe keine Zeit und Lust mehr mir ALLES anzusehen und da ich in Stockholm alles zu Fuß zurück gelegt hatte, um die Zug- und Busfahrkarte zu sparen, konnte ich mir den Museumseintritt noch locker leisten, ob er sich lohnt oder nicht.

Das Freilichtmuseum war auch recht hübsch anzusehen. Ein großes Gebiet mit schönen Wegen, Wald, vielen kleinen typischen schwedischen Holzhäuschen, Türmchen und einem kleinen Zoo mit ausschließlich schwedischen Tieren. In jedem der Häuser wurde ein wichtiger Bestandteil der schwedischen Kultur dargestellt. So befand sich in einem Haus z.B. eine kleine Möbelfabrik usw.

Als ich auf der Karte, die ich am Eingang bekommen hatte, jedoch den Streichelzoo für Kinder entdeckte, hatte Klein Sandra nur noch ein Ziel: Ab zu den Häschen, Meerschweinchen und Ziegen und so tun als wäre ich ein Kleinkind. Die Begeisterung für Streichelzoos wird man mir wohl niemals nehmen können!
Das Problem war, dass der Streichelzoo am Ende des Museumsgeländes lag und sich auf dem Weg dort hin mehrere interessante kleine Häuser, eine Kirche aus Holz, eine Farm und der Zoo befanden, in dem ich mich sehr lange aufhielt und staunte, wie wunderschön und natürlich er war. Die Tiere hatten Gehege, so groß, dass man sie gar nicht überblicken konnte. Nichts war künstlich, der Wald wucherte wild, die Tiere lebten wie in ihrer natürlichen Umgebung. Sehr erfreulich so etwas…

Suchbild: Wo ist der glückliche Wolf in seinem wuchernden Gehege im Freilichtmuseum?
Suchbild: Wo ist der Wolf


Als ich den Streichelzoo gerade erreicht hatte, hatte dieser gerade zwei Minuten geschlossen gehabt und die Tiere waren alle verschwunden. Nur ein einzelnes Ziegenbaby drehte mir den Hintern zu und ich war geknickt :(
Von da an schlossen alle anderen kleinen Häuser der Reihe nach, immer, wenn ich sie gerade erreicht hatte. Was ich unbedingt sehen wollte war das Aquarium, aber auch hier kam ich zu spät, dieses Mal drei Minuten. Der Eintritt war also mehr oder weniger in den Sand gesetzt…

Anschließend ging ich eine Stunde zurück bis zum Bahnhof und aß unterwegs meinen Mc Chicken Nummer 1 bei McDonalds. Als ich schockiert feststellen musste, wie klein dieser ist, gab es Mc Chicken Nummer 2 im Bahnhof. Was für ein Fast Food Tag…gut ging es mir anschließend im Zug auf dem Weg nach Nyköping nicht.

In Nyköping, einem winzig kleinen Kaff, 15 Minuten vom Flughafen entfernt und eineinhalb Stunden von Stockholn, hatte ich die Wahl: Entweder nehme ich den nächsten Bus um 23:03 Uhr zum Flughafen und mache dort die Nacht durch oder ich schlafe in einem kleinen Railway Hotel für Durchreisende, das ich dann aber auch extra bezahlen muss.

Die Müdigkeit trieb mich zum Hotel 500 Meter neben der Bushaltestelle (eher ein kleiner, gemütlicher Bungalow mit ca. 10 Zimmer á ca. 6 Betten). Das machte mich zum Glücksmariechen der Woche.
Das Licht in der Rezeption brannte zwar, aber sie war bereits nicht mehr besetzt. Die Telefonnummer an der Fensterscheibe brachte mich auch nicht weiter, denn niemand ging ans Telefon. Zum Glück entschloss ich mich um das Haus herum zur zweiten Glastür zu gehen. Und zum Glück gingen genau in diesem Moment die zwei letzten noch wachen Mädchen an der Glastür vorbei und öffneten sie für mich.

Sie erklärten mir, dass die Frau von der Rezeption bereits seit 20 Uhr weg ist und ich überzeugte mich selbst davon, dass sie recht hatten. Was hätte ich als nächstes anderes tun sollen, als die Mädchen zu fragen, ob sie noch ein Bett im Zimmer frei haben?! Genau das tat ich auch und genau ein Bett war in dem Sechser-Zimmer noch frei. Was für Glück! Meine 5 Zimmergenossinnen waren auch noch 5 nette Mädchen aus Österreich, also mitten in Schweden Menschen, die die gleiche Sprache sprechen ;)

Kann man mehr Glück haben? Man kann! Gegen 1 Uhr hört ich jemanden mit Schlüssel in das abgeschlossene Hotel kommen. Das zusammen mit der Tatsache, dass dieser jemand Hackenschuhe trug, verleitete mich zu der Annahme, dass es sich um die Frau von der Rezeption handelte. Sie verließ das Hotel nicht mehr und von diesem Moment an konnte ich nicht mehr schlafen, von Albträumen gequält, wie sie mich morgens beim Gehen erwischt, stink sauer ist und mich für 3 Stunden Schlaf bezahlen lässt.

Aber um 3:45 Uhr schlich ich mich erfolgreich und ungehört aus dem Hotel ;) Es folgte ein kurzer Zittermoment: Ich saß an der Bushaltestelle und eine Frau kam plötzlich kurz nach mir morgens um 4 Uhr in einem toten Kaff aus Richtung des Hotels auf mich zu. Ich war mir sicher: das ist die Frau aus der Rezeption, die mich jetzt zur Schnecke macht…und mein Herz blieb stehen, als sie mich mit dem schwedischen „Hej“ (Guten Tag) angesprochen hat. Dann dreht sie mir den Rücken zu und auf ihrer Jacke stand….“Airport Security“. Sie war eine Sicherheitsfrau vom Flughafen und wollte zur Arbeit ;)

Der Rest der Geschichte ist Warterei. Eine Stunde im Flughafen warten bis die Shops aufmachen, um den letzten Tingel Tangel vom letzten Geld zu kaufen. Dann Kronen in Euros tauschen, einchecken, dann fast zwei Stunden warten, bis das Flugzeug endlich startet, dann eineinhalb Stunden warten, bis das Flugzeug wieder landet und dann in Frankfurt Hahn noch einmal eineinhalb Stunden warten bis mein Bus nach Luxemburg fuhr. Zum Frühstück hatte ich Pizza und setzte damit meine Fast Food Ernährung fort. Ab diesem Punkt ging es mir wirklich unterirdischst dreckig…

Zusätzlich zu all dem hat Maria auch noch verschlafen und konnte mich nicht um 11:45 Uhr vom Luxemburg Bahnhof abholen, wo ich dann noch eine halbe Stunde warten musste auf meinen Bus nach Hause. Schuld daran war der Busfahrer zuvor: aufgrund eines Problems musste er 10 Minuten telefonieren, weshalb ich eine Minuten zu spät am Bahnhof ankam, um meinen Bus zur WG zu erwischen. Als dieser los fuhr, trennten uns vielleicht 30 Meter, aber auch 15 Kilo Gepäck, Müdigkeit und Übelkeit, die mich vom Laufen abhielten…

Zuhause angekommen war ich nach dieser anstrengenden Reise tot. Zum Glück war es für August meine letzte ;) Das Fotoalbum hierzu gibt es am Donnerstag... *versprochen*


Ich hab euch lieb!
Sandra

Samstag, 16. August 2008

Kalte Seen, traumhafte Supermärkte und das große Krebs-Schlachten…Tag 2 und 3

Für den zweiten Tag hatten Elke und ich uns vorgenommen, in einem schwedischen See schwimmen zu gehen. Ich bin zwar weder einer Wasserratte, noch besonderer Fan von kaltem Wasser (um es mal zu untertreiben), aber allein schon, um etwas zu erzählen zu haben, wollte ich mir die Erfahrung des Badens in einem schwedischen See nicht nehmen lassen.

Allerdings gingen wir nicht zu zweit schwimmen, sondern mit einer großen Gruppe Kinder und Jugendlicher. Elke arbeitet als Freiwillige nämlich bei einem Tischtennis Verein in ihrer kleinen Stadt Köping, wo sie Kinder trainiert oder beschäftigt, soweit sie es kann. Dort waren jedenfalls ca. 20 Tischtennis-Spieler aus Deutschland für eine Woche zu Besuch in Schweden, zum Training und für Turniere.
Diese Rasselbande von 10 bis 21jährigen und Malin vom Tag zuvor begleiteten uns nun zum See, wo außer baden gehen nun auch nichts weiter spektakuläres passiert ist. JA, ich war bis zum Bauch im Wasser und JA, es war recht frisch, bei windigem, bewölktem Wetter ohne Sonne. Von Kopf bis Fuß nass wurde ich jedoch nur, weil die Jungs uns nass machten, (wie Jungs das eben so tun, wenn sie frierende Mädchen sehen), als sie bemerkten, dass wir gerade von einem Trainer fotografiert werden und nicht mit einer Attacke rechnen.

Baden im Schwedischen See


Nach dem Schwimmen und trocken Werden, fuhren Elke und ich mit Fahrrad in zwei schwedische Supermärkte. Was ich nie gedacht hätte, ist, dass Schweden mindestens genauso ein Fahrradland ist, wie Amsterdam eine Fahrradstadt. Wo man auch hinsieht fahren die Menschen mit Zweirad, meistens mit einem Gestell kurz vorm auseinander fallen, damit es niemand klaut.
Der Supermarkt sah aus, wie die meisten anderen, bot aber spezielle Besonderheiten, wie das im Ausland nun schon mal vorkommt. Zunächst gab es eine riesige Abteilung mit Knäckebrot, dann musste ich feststellen, dass die Schweden auf Zimt stehen und diesen auch überall rein machen. So zum Beispiel auch ins Knäckebrot.
Was mich überzeugt hat Schweden zu lieben, waren die Süßigkeitenstände in jedem Supermarkt. Sie waren groß, sie waren bunt, sie boten alles, was man sich nur wünschen kann! Noch dazu hieß es hier: „Selbstbedienung“!

Die Suessigeitenabteilung im schwedischen Supermart


Der Abend klang extrem gemütlich aus, diesmal mit saugutem Essen. Elke und ihr schwedischer Freund haben eine Lachs-Lasagne gezaubert, die unfassbar lecker war! Das Rezept hab’ ich mir gleich mal geben lassen.
Anschließend gingen wir zu Elke auf Arbeit und ich schaute einem kleinen, niedlichen Jungen zu, wie er beim Tischtennis die Großen der Reihe nach in die Knie zwang und locker mit ihnen mithalten konnten.

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Am Mittwoch Vormittag zeigten mir Malin und Elke die kleine Innenstadt Köpings und das Alkoholgeschäft. In Schweden wird Alkohol nämlich niemals in Supermärkten verkauft, sondern nur in extra Geschäften, in denen man sich mit sehr teuren Getränken eindecken kann.

Dann sollte der Mittwoch etwas ganz besonderes werden. In Schweden wird anscheinend immer im August ein Krebs-Fest veranstaltet, bei dem man eben Krebs isst und die Familie zusammen kommt. Wann im August, ist jeder Familie selbst überlassen.
Bei der Familie von Elkes Freund Tobias war es dann am Mittwoch soweit. Wir trafen uns zu dritt in seiner Wohnung, da er noch einige Vorbereitungen treffen musste. Bereits hier sah ich zum ersten mal 100 rote, tote Krebse, die er einfach nur in Wasser mit Zwiebeln und Dill einlegte und bereits hier schwand mein Enthusiasmus, sie tatsächlich zu essen. Sie sind hart, wirken irgendwie wie große Käfer und gleichzeitig sind sie mit ihrer kräftigen Farbe wunderschön.

Die Schüssel mit Krebsen
Schuessel mit Krebsen


Bei Tobias’ Familie angekommen erwartete uns dann auf einer riesigen Dachterrasse eine lange aufgebaute Tafel mit allen möglichen schwedischen Köstlichkeiten, darunter Kartoffel- und Hünchenpie. Pie sieht aus wie Kuchen, ist aber eben warm und herzhaft, mit Fleisch oder Kartoffeln. Dazu gab es Salate, Fisch aus der Büchse, verschiede Soßen für den Fisch, viele Sorten Kräcker, Kekse und Brot und dazu ebenso viele Frischkäsesorten, in die man sie eintunken konnte. Getrunken wurde hauptsächlich Schnaps, Vodka und alles, was man noch als „Kurze“ bezeichnen kann.
Zentrum der beiden Tische waren zwei große Schüsseln mit hunderten Krebsen drin. Neben dem Teller hatte jeder ein Liederbuch mit schwedischen Schnapsliedern zu liegen, außerdem trug jeder einen Papp-Hut. Nach jedem Lied, wird ein Kurzer getrunken. Tobias erklärte mir, dass die Schweden bei so einem Fest immer mehr trinken als essen, da an so einem Krebs nicht viel dran sei.

Nach dem ersten Lied und folglich erstem Anstoßen („Skȧl“, wie bei „Dinner for one“) und nachdem mein Teller voll beladen war, mit allem, was zum Angebot stand, nahm ich mir aus der großen Schüssel einen Krebs. Ich erwischte einen mächtig großen, der mich mit seinen schwarzen Augen anzusehen schien. Ich inspizierte ihn – die Scheren, die Beine, die Fühler, die Nase – und die Neugier, wie er wohl schmeckte, siegte.
Dann zeigte uns Tobias, wie man den Krebs isst und die Neugier wurde prompt ersetzt durch Ekel. Zuerst sollte ich dem Krebs die Scheren Abreißen, einfach herausreißen aus den Armen. Ich tat es mit großem Schauder. Das Stück Krebsfleisch, das dann aus der Schere hervor schaut, sollte ich abknabbern oder raussaugen. Auch das tat ich, mit größtem Widerwillen und Schuldgefühlen für das hübsche, makellose Tier. Als ich feststellte, wie lecker das Fleisch ist, war ich bereit, mir noch den Rest anzusehen.

Als ich dem Krebs dann allerdings das Hinterteil abreißen, ihn also in der Mitte auseinander reißen sollte, da tat ich das zwar und aß das Bauchstück, war dann aber am Ende mit den Nerven und rührte keinen Krebs mehr an, weder den Angefangenen, noch einen Neuen. Echte Schweden saugen dem Krebs übrigens das Gehirn aus, so erklärt mir Tobias. Aber lieber verzichte ich auf leckeres Krebsfleisch, also so etwas je wieder zu tun. Da bin ich zimperlich…

Mein erster und letzter Krebs
Mein erster und letzter Krebs


Der Rest des Angebots war ok bis lecker. Ich habe mich dann hauptsächlich an Brot, Käse und Salat gehalten, da konnte ich nur wenig falsch machen. Zwischendurch wurde immer wieder ein Lied angestimmt und anschließend die Gläser erhoben. Nach dem 5ten Lied, fing ich an, pro Lied nur noch einen halben und keinen ganzen Kurzen mehr zu trinken, da in dem Heft immerhin 11 Lieder waren und Absolut Vodka nicht gerade leicht verträglich ist.

Für den Rest des Abends lauschte ich den schwedischen Unterhaltungen und aß immer in mich hinein, was so um mich herum stand. Nach dem Fest gab es dann plötzlich noch Kaffee und Kuchen und ich bereute, so viel gegessen zu haben ;) Da das Fest bereits zwischen 17 und 18 Uhr angefangen hatte, war es relativ zeitig vorbei. Zwischendurch mussten wir aufgrund eines heftigen Regenschauers die Tische nach innen in den Hausflur tragen und aßen dort weiter.

Nach einer herzlichen Verabschiedung, obwohl mich niemand kannte oder sich mit mir hatte unterhalten können, war der Abend noch jung und wir gingen zu Tobias nach Hause und schauten DVD.

Als ich dann endlich kugelrund und müde im Bett lang, konnte ich nichts weiter hoffen, als keine Albträume zu haben, die das Zerreißen von Krebsen thematisieren. Und glücklicher Weise wurde ich davon tatsächlich verschont…



Das 4 bis 5 folgt gleich bald…
Sandra

Dienstag, 12. August 2008

Schwedenbesuch bei Elke…Was für eine Anreise (Montag, Tag 1)

Tag 1 meiner Reise nach Schweden gestaltete sich schwierig, wie es auch schon zuvor zu vermuten war. Im Kopf hatte ich die Reise in Etappen oder Phasen eingeteilt, die ich nach und nach abhaken konnte.

Phase 1: Nicht verschlafen und 3:15 Uhr aufstehen: geschafft
Phase 2:Den Bus in die Stadt um 5 Uhr kriegen, der dann auch noch tatsächlich kommt: geschafft
Phase 3: Am Hauptbahnhof den Bus nach Frankfurt Hahn finden: geschafft
Phase 4: Der Bus kommt pünktlich in Frankfurt Hahn an: geschafft
Phase 5: Mit einem übergroßen Rucksack, der größer ist, als das Handgepäck sein darf, durch die Sicherheitsschleuse kommen: geschafft
Phase 6: Mein Gate finden: geschafft

Und dann kamen die Probleme:

Phase 7: Im Flugzeug einen netten Platz finden: nicht geschafft
Phase 8: Das Flugzeug stürzt nicht ab und landet am richtigen Flughafen: geschafft
Phase 9: Geld wechseln und meinen nächsten Bus finden: geschafft
Phase 10: Vom Bus zur richtigen Stadt gebracht werden für den nächsten Bus: nicht geschafft
Phase 11: Den nächsten Bus finden: geschafft
Phase 12: Pünktlich bei Elke ankommen: nicht geschafft


Aber die Problemphasen mal von vorn. Ich hatte im Flugzeug einen tollen Platz, bei einer netten 5-köpfigen Familie, sehr liebenswürdig, deutsch, klasse. Eine Minute vor Start kommt so ein blöder Stewart zu mir und fragt, ob ich mit zur Familie gehöre. Da die Antwort nein war, musste ich für einen noch blöderen Russen meinen Platz räumen. Denn: das Flugzeug war voller Russen, einer großen Reisegruppe, die ungedingt zusammen sitzen wollte.
Mein mir zugeteilter Platz war dann natürlich am Notausgang, über dem Flügel, neben einer Russin. Es war eiskalt dort.

In Schweden habe ich dann zwar den Bus gefunden, der mich nach Arboga bringen sollte, aber der Busfahrer hat vergessen, mich nach Arboga zu fahren, was mir nicht aufgefallen ist, da ich mich noch nicht allzu gut in Schweden auskenne ;)
Da wir nur 5 Leute waren, wollte sich der Busfahrer merken, welche Städte er anfahren muss, was er eben nicht ganz geschafft hat. Meine Stadt fehlte. So landete ich in Örebo, der Endstation und musste einen in Schuldgefühlen versinkenden Busfahrer fast trösten. Zuerst hatte ich Angst, dem Fahrer zu sagen, dass er mich nicht hat aussteigen lassen, weil ich befürchtete, die zusätzliche Fahrt nach Örebo dann noch nachbezahlen zu müssen. In Deutschland wäre das so gewesen, aber in Schweden kam es ganz anders.
Der Busfahrer entschuldigte sich tausend mal und fragte mich aus, ob es sehr schlimm sei, dass ich zu spät komme, wo ich hin müsse, ob mich jemand erwarte, ob er mir helfen könne. Ich stellte fest wie angenehm es ist, dass in Schweden jeder, jeden Alters englisch sprechen kann und wie herzlich und höflich die Schweden sind.
Ich erklärte ihm, dass ich die Telefonnummer der Freundin, die mich in Schweden erwartet, nicht habe, da sie auf einem anderen Handy ist (nämlich meinem luxemburgischen Handy, das ich auf Liams Abschiedsfeier vergessen hatte und das sich jetzt demzufolge bei Liam in Italien befindet, dessen Nummer ich ebenfalls nicht habe). Der Busfahrer rief also die Auskunft an und erkundigte sich nach Elkes Telefonnummer, fand sie aber nicht heraus. Außerdem gab er mir noch ein Wasser aus und schenkte mir eine schwedische Sim-Karte, da das Telefonieren in Schweden so teuer sei.
Auf seiner Rücktour eine Stunde später setzte er mich dann endlich doch in Arboga ab (NATÜRLICH kostenlos) und half mir dort, meinen Bus zu finden. Nach einer großen Entschuldigung fuhr er wieder weiter. Mittlerweile hatte ich Elkes Handynummer herausgefunden, durch den komplizierten und genialen Einfall, meinen Papa zuhause alle meine E-Mails von Elke durchlesen zu lassen, bis er die Mail mit ihrer Handynummer gefunden hat ;) Mit 2 Stunden Verspätung kam ich dann bei Elke in Köping (gesprochen Schöping) an und konnte ihr noch bescheid sagen, was passiert ist, damit sie nicht vor Sorge umkommt.

Vorteil dieses ganzen Durcheinanders: Ich konnte mir die sehr hübsche Stadt Arboga anschauen, ohne für ein Busticket dort hin bezahlen zu müssen und konnte mich mit einem netten Busfahrer über Schweden und das Leben dort unterhalten. Und Elke kriegt ne Sim-Karte…


Aber der Tag war ja noch lange nicht zu Ende. In Schweden lernte ich Elkes beste Freundin, die Schwedin Malin (gesprochen Mohrlinn), kennen. Zum Abendbrot hab es Reis, Salat und Tiefkühl – JAKOBSMUSCHELN aus dem Supermarkt…*irx kotz bäh schüttel*….wie ekelig ist das denn?!….ich bin dann doch ganz dezent beim Reis geblieben.

Anschließend gingen wir zu Malin nach Hause. Dazu muss gesagt werden, dass ich vom schwedischen Wohnstil ganz verwundert und begeisterT bin. Wohnungen sind hier so billig, dass jeder nach der Schule grundsätzlich auszieht. So hat auch Malin mit 21 bereits eine große eigene Wohnung.
Ebenfalls die Jobsituation ist faszinierend. So arbeitet Malin ohne Ausbildung in einem Altenheim und verdient sich ihr Geld. Ebenfalls tun es ihre Freundinnen, ohne Ausbildung. Sogar Lehrer kann man ohne Ausbildung werden, wenn mal keiner mit Ausbildung gefunden wird.

Bei Malin tranken wir dann zwei von ihr gemixte Cocktails, wofür sie ein ausgesprochenes Talent besitzt! Und sie besitzt noch ein weiteres: Malin ist Sängerin auf einem Kreuzschiff, wovon sie uns mit Gitarre und glasklarer, hoher Stimme eine unglaubliche Kostprobe gegeben hat. Tolles Mädchen, tolle Stimme, tolle Wohnung, tolle Cocktails. Und mit ihrer Stimme verdient sie sich eine goldene Nase, was sie anspart, um demnächst mit einer Freundin durch China und Thailand auf unbestimmte Zeit zu reisen. Tolles Leben...

Nachts wollten wir zu einem Berg gehen, um uns die Sterne anzusehen, da Montag bis Mittwoch wohl Sternschnuppen – Nächte sein sollen. Allerdings war der Berg zu weit weg für Mädels, die von zwei Cocktails entschärft wurden und für meinen Teil fast 24 Stunden auf den Beinen waren. Also ging’s nach Hause…um 1:30 Uhr bin ich endlich in ein gütiges Koma gefallen…


Fühlt euch gedrückt,
Sandra

Filmdreh II und Liams Abschiedsfeier…

Am Freitag machte ich mich auf die Socken in das kleine verschlafene Städtchen Eupen in Belgien, wo der Freiwillige Liam wohnt und wo dessen kleine Abschiedsfeier stattfinden sollte. Samt Umsteigen, Bus- und Zugfahrt brauche ich da schon vier Stunden bis ich dort ankomme.

Von Luxemburg aus bin ich zusammen mit den zwei Freiwilligen Monica (Litauen) und Vangelis (Griechenland), also dem Freiwilligenpärchen, gefahren. Da beide am Samstag nach Griechenland fahren wollten, um dort einen Monat lang Urlaub bei Vangelis Familie zu machen, hatten sie drei riesig große Koffer und mehrere kleine Taschen bei sich, die man erst einmal zum Zug transportieren muss in einem Bahnhof ohne Rolltreppen. Schon Paul hatte dieses Problem bei seiner Abreise allein, ohne Hilfe bemerkt.

Auf der Hälfte der Strecke nach Eupen stieg Liam zu uns in den Zug. Er war uns extra entgegen gefahren, damit wir in diesem einen speziellen Zug, der nur von Luxemburg nach Belgien fährt, den Film zu Ende drehen konnten, den wir Montag angefangen hatten.

Da das Gepäck bereits ein ganzes Abteil in Anspruch nahm, blieb Monica in diesem, während Liam, Vangelis und ich in einem anderen Abteil den Film zu Ende drehten. Es lief wie am Schnürchen. Eine Szene nach der anderen wurde abgedreht, manchmal schon nach dem ersten Versuch. Da ich diesmal Zeit hatte den Text für meine Dialoge vorher zu lernen, klappten auch diese Szenen auf Anhieb.

Da wir in Lüttich in Belgien umsteigen mussten und wahnsinnig viel Gepäck mit uns hatten, wollten wir 10 Minuten vor Lüttich fertig sein mit Drehen, um unseren ganzen Kram schon zusammen zu packen und die vielen Taschen zum Ausgang zu tragen. Das war einfach nötig.
Aber genau in dem Moment, als wir die letzte Szene fertig gedreht hatten und wir uns fragten, wo der Zug eigentlich mittlerweile ist, schrie Vangelis „Fuck, we are in Liege“ („Verdammt, wir sind in Lüttich“).
Es war zu spät, den Kram zusammen zu packen, denn der Zug fuhr genau in diesem moment in Lüttich ein. Monicas Abteil und Unser Abteil trennten vier lange Waggongs und sie konnte die viele Taschen unmöglich allein raus tragen innerhalb von 2 Minuten Halt.
Also fuhren wir eine zum Glück sehr kurze Haltestelle weiter, zufrieden, die Zugszenen geschafft zu haben. Genau in den 10 Minuten, die wir brauchten, um aus dem Zug auszusteigen mit gefühlten 300 Taschen, das Gleis zu wechseln, um wieder eine Haltestelle zurück zu fahren und auf den Zug zu warten, regnete es in Strömen! Kaum waren wir um Zug, hörte es wieder auf, genauso wie zuvor.

In Eupen endlich angekommen, verbrachten wir einen gemütlichen Abend, zusammen mit zwei belgische Freiwilligen und jeder Menge Chips, Knoblauchbrot, Spaghetti und unfreiwillig verschütteten Getränken.

Allerdings ging es so gemütlich nicht am nächsten morgen weiter, denn wir hatten für unseren Film noch ein paar Bahnhofsszenen zu Ende zu drehen, außerhalb des Zuges. Also hieß es nach zu wenig Schlaf und einem spärlichen Frühstück ab zum Bahnhof: das bedeutete 30 Minuten in der prallen Sonne zum Teil bergauf zu gehen.
Der Dreh wurde noch einmal stressig wie immer. Liam musste ständig seine Klamotten wechseln, um unterschiedliche Tage oder Charaktere darzustellen. Aufgrund einer Szene, in der wir beide laufen, mussten wir bei unerträglicher Hitze mit Jacken immer und immer wieder die gleiche Strecke laufen.

Da Monica und Vangelis, unser Kameramann, an diesem Samstag nach Griechenland reisten, wartete auf sie ein Taxi vor Liams Haus. Wieder einmal sehr knapp trafen wir 2 Minuten später als geplant ein, Monica hatte schon wieder Stress, die Taschen allein zu transportieren. Da Monica und Vangelis ohnehin verspätet dran waren, war ihre Verabschiedung von Liam nur kurz und knapp wie immer, als würden wir uns nächstes Wochenende wieder sehen. Das war zwar schwer für Liam, aber wahrscheinlich besser, denn wer mag schon lange, dramatische Abschiede.

Die restlichen 2 Stunden vor meiner Abreise verbrachte ich damit, Liams Poster von den Wänden zu entfernen und mit ihm zu reden, in der Hoffnung, ihn etwas aufzubauen und ihm seine Traurigkeit zu nehmen. Mein wichtigstes Vermächtnis dabei: Ich habe ihm drei außerordentlich wichtige deutsche Worte beigebracht, die Créme de la Créme der Sprachkunst, nämlich „flauschig“, „fluffig“ und „flaumig“…ein herrlicher Zungenbrecher für den Italiener ;)

Es war schade, dass der Abschied generell nicht so gemütlich ablief wie geplant. Da ich früh nach Hause musste, um mich auf Schweden vorzubereiten, hatten auch Liam und ich keine Zeit mehr gemütlich zu essen oder zu reden. Dennoch war es aufgrund der fehlenden Dramatik ein Abschied nach meinem Geschmack…kurz, herzlich und als würden wir uns bald wieder sehen…


Ich hab euch lieb
Sandra

Dienstag, 5. August 2008

Was es so für Neuigkeiten gibt…

Über mein WG-Leben in einem Haus mit 5 Leuten habe bisher nur sehr wenig geschrieben. Es gibt Dinge, die sich nie geändert haben, wie z.B. dass der Franzose Sebastian (ca. 29) niemals da ist und ich ihn bisher ca. 4 Mal gesehen habe, dass Kay (41) ein äußerst intelligenter Zeitgenosse ist, dessen Weisheiten ich mittlerweile sehr zu schätzen weiß, dass ich seine Freundin Sandra (29) als nur wenig sympathisch dafür aber umso distanzierter und kühl empfinde, dass Ender (21) wie ein kleiner Bruder für mich ist und selbstverständlich, dass Maria (29) zu meiner besten Freundin in Luxemburg und generell zu einer meiner besten Freunde geworden ist.

In all diesem Getummel gibt’s natürlich auch mal Neuigkeiten. Außerdem kann ich euch bereits über den Verlauf des Monats August aufklären. Die nächsten 19 Tage sind immerhin die letzten hier, vor meiner Rückkehr nach Hause. Ja richtig, die fast 7 Monate im Ausland vergingen rasend schnell.


Maria:
1)

Vor sechs Jahren hat Maria in Luxemburg einen Freiwilligendienst wie ich gemacht und blieb danach für immer hier. Seitdem arbeitet sie in verschiedenen Anstalten mit behinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Als studierte Sozialpädagogin ist das ihr Traumjob. Sie erklärte mir einmal, wie sehr sie die Kinder und Jugendlichen liebt, da sie schließlich jeden Tag mit ihnen verbringt, sie beschäftigt und erzieht und sie gewissermaßen auch mit aufzieht.
Seit 6 Jahren nun ist es ihr ausgemachtes Lebensziel, aus dieser Halbtagsstelle einen Vollzeitjob zu machen und von ihren Arbeitgebern dauerhaft unter Vertrag genommen zu werden.

Am Freitag vor zwei Wochen erfüllte sich dann ihr Traum und sie unterschrieb einen festen Arbeitsvertrag über 40 statt wie zuvor 20 Arbeitsstunden die Woche. Die Freude war groß, aber gleichzeitig auch der Schock, mit 29 Jahren den vorerst größten Lebenstraum erfüllt zu haben und gleichzeitig doppelt so viel arbeiten zu müssen, als sie es jemals gemacht hat. Neben der Angst, sich von nun an nur noch der körperlich äußerst anstrengenden Arbeit verschrieben und keine Freizeit mehr zu haben, hat sie auch gleich ein neues Lebensziel aus dem Hut gezaubert: ab jetzt wird gespart für ein eigenes kleines Häuschen irgendwo im Grünen in Luxemburg, weit weg von Sandra und Kay ;)


2)
Seit meiner Freundschaft mit Maria weiß ich, dass sie über ein Tattoo nachdenkt. Sie möchte einfach so eins, unbedingt, denn sie denkt, dass es langsam Zeit wird ;) Zur Erklärung, wie sie darauf kommt: Maria ist eher der rockige Typ, kein typisches Mädchen. Früher war sie ein Punk, hatte zwischendurch auch mal Rasta-Locken und trägt heute noch ein Zungen-, Bauchnabel- und ein Nasenpiercing. Klingt abschreckend, ist es aber nicht…
Sie ist also der Typ für Tattoos, das kommt nicht von Ungefähr.

Wochenlang hatte sie nun im Internet nach einem passenden Tattoo für sich gesucht und endlich eins gefunden, das uns allen gefiel. Es handelte sich um einen großen Pfotenabdruck von ihrem Hund Txalo (gespr. Tschalo), der allerdings nicht einfach nur schwarz ausgefüllt war, sondern in dem Txalo höchstpersönlich abgebildet werden sollte.

Am Samstag hat Maria jedoch offiziell ihre Meinung geändert und nach etwas anderem im Internet gesucht: Nach einem Tattoo, das aussieht wie eine zusammen genähte aber noch offene Wunde oder Narbe. Klingt drastisch, ist es auch….
Nachdem sie am Samstag beim Tätowierer in Luxemburg war, wurde der Termin für die Tätowierung für Dienstag festgelegt. Das gute Stück sollte auf dem linken Schulterblatt landen.
Nachdem sie mir erklärt hatte, was ihr dieses Tattoo bedeutet (= sie wurde in der Vergangenheit verletzt und möchte dies nun nicht mehr länger im Innern verstecken, sondern zeigen) fand ich es ok. Die Hundepfote war jedoch trotzdem schöner.

Heute waren wir dann also im Tattoo-Shop und es ging ans Werk. Ich wollte mir das ganze unbedingt anschauen und mit Kamera dokumentieren. Als wir ankamen, war es noch ziemlich voll und niemand kümmerte sich um uns. Gleich neben dem Eingang lag ein Mann auf einer Art Krankenhausbett und schaute dabei zu, wie sein Arm von einer Frau mit 3 Sternen verziert wird.
Das kam etwas zu plötzlich für mich. Von dem Geräusch, das die Tätowierungs-Nadel auf der Haut macht und der Flüssigkeit, die aus seiner frischen Wunde (was eine Tätowierung ja nun mal ist) trat, wurde mir übel und ich hatte kurzzeitig das Gefühl, mich gleich zu verabschieden. Glücklicherweise hat’s aber keiner gemerkt und ich konnte mich mit den Modellbüchern ablenken. Da wir noch mal weg geschickt wurden, gingen wir was trinken, mittlerweile zu dritt, da eine weitere Freundin von Maria noch kam, die ebenfalls schon tätowiert ist. Die Spannung steigerte sich ins Unermessliche.
Erst als wir was trinken gingen, legten wir zu dritt und mithilfe einer Kamera fest, wo genau die Tätowierung sein sollte, welche Größe und welche Form sie haben muss. Dann ging es zurück in den Laden. Maria war derweil sauer, dass sie nicht von dem Tätowierer ihrer Wahl tätowiert werden sollte, sonder von dem Mädchen, das schon den Typen vor uns tätowiert hatte. Dem hatte sie am Wochenende allerdings nicht ihre Idee geschildert. So kam es, dass das Mädchen (Australierin, bildhübsch, voller Tattoos) kurz vorm Tätowieren zum ersten Mal das Motiv sah und noch nichts vorgezeichnet hatte, was uns alle umso nervöser machte. Das Vorzeichnen und gemeinsame Schildern von Marias Wunsch passierte also alles spontan.

20 Minuten später war die ganze Schose beendet. Maria hatte kaum Schmerzen und wirkte die ganze Zeit über wie in Trance, während ich mich mit ihrer Freundin unterhielt. Diesmal hatte ich kein Problem gehabt, das Geräusch zu hören oder das Tätowieren zu sehen. Und als es vorbei war, waren wir alle überrascht, wie schnell man seinen Körper für den Rest seines Lebens zeichnen lassen kann.

Wer das Ergebnis sehen will, muss auf das Fotoalbum warten.
Wer sehen will, wie das Ergenis aussieht, muss sich das Fotoalbum ansehen


Ich würde jetzt als Resultat zu gerne sagen: „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“. Und tatsächlich hat die Tätowiererin erstklassige Arbeit geleistet in ihrer Darstellung. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass das Motiv eine offene Wunde ist, zugehalten durch zwei Sicherheitsnadeln. Das ist eines der 10 beliebtesten Punk-Motive schlechthin und Maria ist glücklich und zufrieden, was ja auch das wichtigste ist.
Ich finde die Arbeit ziemlich erstaunlich schön, verstehe Marias Beweggrund für das Motiv, finde es allerdings zu wenig feminin oder ästhetisch. Mal sehen, ob sie ihren Vorsatz einhalten kann, dass ihre Eltern dieses Tattoo niemals zu Gesicht bekommen, obwohl sie bald 5 Wochen in Spanien sein wird :)


Ich:
1)

Was das Reisen betrifft, hat sich für mich ein glücklicher Zufall ergeben. Wie ihr euch vielleicht erinnert, hat mich im Sommer Elke besucht, eine Freiwillige aus Deutschland, die ich auf dem Vorbereitungskurs vor meiner Ausreise kennengelernt hatte und die ihren Freiwilligendienst in Schweden absolviert.
Der Zufall, der sich nun ergeben hat, ist, dass ich jetzt auch Elke in Schweden besuchen kann. Wir haben beide zur gleichen Zeit nichts zu tun und haben früh genug darüber geredet, so dass die Flugtickets nach Stockholm noch ausgesprochen billig waren. Nach nur zwei Stunden und fünf Minuten im Flugzeug komme ich an.
Los geht es am Montag den 11. August, zurück komme ich am Samstag den 16. August. Natürlich werde ich wieder genau Bericht erstatten über alles ;) So lohnt sich doch der Freiwilligendienst und lässt sich gut ausnutzen.

Am nächsten Tag, dem 17. August, fährt Maria leider nach Spanien und bleibt dort für 5 Wochen, um ausgiebig ihre Familie und Freunde zu besuchen. Das heißt für mich, schon eine Woche vor meiner Heimkehr am 24. August Abschied von ihr zu nehmen und mich 4 Tage lang mit Kay und Sandra im Haus zu langweilen. Sehr schada…und auch sehr schade, dass es aufgrund vieler Komplikationen dann doch nicht geklappt hat, dass ich Maria im August in Spanien besuche, da sie doch nicht wie geplant am 1. August abreisen wird.
Dafür fahre ich ja nach Schweden und habe Maria bis dahin noch 11 Tage länger bei mir. So ist es eigentlich besser…

2)
Am Sonntag Abend erhielt ich einen Anruf von Liam, dem italienische Freiwillige, der in Belgien arbeitet (und zur Erinnerung zu dem alten Trio Paul-Liam-Ich gehört). Sein Anliegen war einmalig, uneindeutig und äußerst spontan. Er erklärte mir, dass er und Vangelis sich entschlossen haben, einen Kurzfilm zu drehen, für den sie jetzt noch eine weibliche Schauspielerin benötigen. Bei den wenigen noch vorhandenen Freiwilligen in Luxemburg war ich noch die einzige Option. Die Frage war also, ob ich an ihrem Film teilnehmen könnte, wenn ich am Montag zufällig nichts zu tun hatte. Da ich tatsächlich nichts vorhatte, sagte ich zu und bereute meine Entscheidung gleich, als das Telefonat danach beendet war. Ich erfuhr nichts weiter: Worum es in dem Film geht, welche Rolle ich zu spielen habe, wie lange die Aktion dauern sollte.
Am Abend erhielt ich dann noch eine Mail, in der die Handlung und meine Rolle kurz umrissen wurde und erklärt wurde, dass der ganze Film im Zug spielt. Natürlich nicht in irgendeinem Zug. Nur in dem Zug, der von Luxemburg Stadt nach Belgien (Lüttich) und wieder zurück fährt, da dieser Zug als einziger ganz spezielle, abgeschlossene Zugabteile hat. Zum einen ist das optisch etwas sehr besonderes, zum anderen kann man nur in solchen Abteilen anständig und in Ruhe filmen.

Das Ergebnis ist folgendes: Eine Weltreise. Zuerst fuhr ich in ein kleines Dorf (30 Minuten Bus, 30 Minuten Zug), um etwas für Vangelis’ Kamera abzuholen, das er vergessen hatte. Dann fuhr ich nach Troisvierges (vom kleinen Dorf aus 1,5 Stunden Zug), zur letzten mit Zug erreichbaren Kleinstadt vor der belgischen Grenze, wo Paul gewohnt hatte. Dort wartete ich 45 Minuten auf den Zug, der nach Luxemburg Stadt zurück fuhr und in dem Liam und Vangelis sich laut Plan bereits befinden sollten und den Film drehten.

Ich fand sie auch in diesem Zug und war überrascht über den Anblick, der sich mir bot. Ich weiß nicht, wie ich mir die Sache vorgestellt habe, aber ich hatte jedenfalls keine professionelle Kameraausrüstung erwartet mit einer richtigen kleinen Fernsehkamera und zwei irrsinnig großen Stativen, ein Drehbuch mit allen Dialogen und Monologen, sowie ein fertiges Storybook, in dem jede Aufnahme-Sequenz, die gemacht werden muss, per Hand aufgezeichnet und nach Kategorien geordnet war. Noch dazu hatten die Jungs für jede Menge Film-Equipment gesorgt, das für die Darstellung der Szenen gebraucht wurde. Liam, der die männliche Hauptrolle spielte, hatte viele verschiedene Outfits mit, da der Film an vielen verschiedenen Tagen spielt.
Vangelis war der Mann hinter der Kamera, wie auch in seinem Freiwilligenprojekt in Luxemburg in der Jugendherberge in Eisenborn, die ich im letzten Eintrag erwähnt hatte. Dort hat er sich auch sämtliche Utensilien, also Kamera und Stative, ausgeliehen.

Die Jungs gingen also erstaunlich ernst an die Sache ran und Liam spielte seine Rollen überzeugend. Allerdings rannte uns die Zeit davon. Vier Mal sind wir von Troisvierges nach Luxemburg und wieder zurück gefahren, hatten also vier Mal jeweils eine Stunde Zeit zum Filmen. Das ist jedoch nicht viel, denn vier Mal mussten wir ein freies Zugabteil finden und vier Mal mussten wir den Schaffner überzeugen, in der ersten Klasse bleiben zu dürfen, was uns einmal nicht gelang. Nur dort hatten wir allerings genug Platz und Ruhe.
Tatsache ist, dass man für einen Kurzfilm von ca. 10 Minuten MINDESTENS 2 Drehtage, aber eigentlich viel mehr bräuchte.

Aufgrund des ständigen Umsteigens, dem Kamera auf- und abbauen, der Abteilsuche, dem Gespräch mit dem Schaffner, dem Outfitwechsel, der Orientierungsphase, welche Szene jetzte gedreht werden musste, der ständigen Unterbrechung durch Zugtunnel und der Tatsache, dass ich meinen Text zum ersten Mal am Drehtag gesehen habe und erst lernen musste, verloren wir viel Zeit und sind nicht fertig geworden.
Leider haben wir keine Möglichkeit den Film zu beenden, da Liam am Sonntag nach Italien zurück kehrt. Bis dahin werden alle Solo-Szenen mit ihm und mit mir gedreht werden können, allerdings gibt es keine Möglichkeit mehr, die Partnerszenen zu drehen. Somit hatte ich einerseits das Projekt kurzfristig gerettet, anderseits habe ich auch einen Strich durch die Aktion gemacht, da ich Abends noch etwas zu tun und deshalb keine Zeit hatte, noch einmal 2 Stunden mit Zug hin und herzufahren. Dann hätten wir es nämlich geschafft, die Szenen zusammen abzudrehen und der Film wäre fertig geworden. Sehr schade…und ich habe eine schlechtes Gewissen, auch wenn esnicht nur meine Schuld ist, dass das ganze nicht mehr funktioniert hat.

Dem ganzen konnte ich jedenfalls mehrere Erkenntnisse abringen. Erstens: Einen Film kurzfristig zu planen funktioniert, Schauspieler kurzfristig anheuern funktioniert jedoch nicht, aufgrund anderweitiger Verpflichtungen, die nicht mehr abgesagt werden können. Zweitens: Vor der Kamera stehen macht mich nervös, es kribbelt in den Fingerspitzen, aber es macht irgendwie auch Spaß, was ich nicht gedacht hätte. Das Gefühl war elektrisierend. Irgendwie hätte ich nichts dagegen, so etwas wieder zu tun. Am meisten Spaß macht es, sich das Resultat anzusehen und ich gebe ein recht gutes Bild ab, finde ich ;)
Und drittens: Ich will hinter der Kamera stehen! Als ich eine kurze Szene, einen Dialog zwischen Vangelis und Liam gedreht habe, fiel mir plötzlich ein, wie viel Spaß ich als kleines Mädchen mit der ersten (und bisweilen einzigen) Kamera meinen Papas hatte, als er sie vor eeeewigen Zeiten gekauft hatte. Mittlerweile ist das Teil sicher ein Relikt, die Aufnahmen sind qualitativ nicht sehr hochwertig und nicht mal zu vergleichen mit den heutigen Aufnahmen einer billigen Digicam. Die Kamera war weder leicht, noch besonders schön (im Vergleich zu den Modernen) und würde heutzutage von einigen Teenagern wahrscheinlich nicht mal mehr als Solche identifiziert werden können…aber ich hatte Spaß, hinter der Kamera zu stehen, über das Arrangement der Leute und Geschehnisse vor der Kamera nachzudenken, jemanden in Szene zu setzen oder gar heimlich zu filmen. Daran musste ich mich erinnern.
Und mir ist schlagartig klar geworden, dass ich nichts dagegen hätte, (mindestens neben-)beruflich hinter der Kamera zu stehen, vielleicht kleine Drehbücher zu schreiben und sie zu inszenieren. Das würde mir zumindest besser gefallen, als das tägliche, stumpfe Schreiben für eine Zeitung, wie ich es bisher kennengelernt habe. Mal sehen, was ich aus dieser Einsicht noch machen kann...


Mietzi:
Nur mal so als kleine letzte Randnotiz zur Abrundung des Ganzen: Unsere Katze Mietzi, der Räuber im Haus, hat einen neuen Rekord aufgestellt und sich dabei selbst übertroffen. Vor ca. 2 Wochen brachte sie einen Vogel nach Hause, der halb so groß war wie sie ;) Aber auch auf dieses Foto müsst ihr euch bis zum Fotoalbum gedulden....:-P


So das wars an Neuigkeiten von mir. Ein kleines Fotoalbum hierzu wird es auch wieder geben. Bald...

Ich denk an euch!
Sandra

Samstag, 2. August 2008

Besuch in Eisenborn und Oberkorn…

Am Dienstag, beim wöchentlichen Box-Training, wurden Pia und ich von Miryam für diesen Donnerstag nach Eisenborn eingeladen.

Aber um es etwas genauer zu erklären: Pia ist eine ebenfalls deutsche Freiwillige, die ich schon in Deutschland beim Vorbereitungstraining kennen gelernt hatte. Miryam aus den Niederlanden ist keine Freiwillige, wie ich immer dachte, sondern eine Studentin, die für ihr Studium ein Jahr lang in Luxemburg an einer Art Forschungsprojekt teilgenommen hat. Dabei hat sie mit den drei Freiwilligen Vangelis (Grieche), Jess (Britin) und Christel (Französin) zusammen in einer Jugendherberge in dem Kaff Eisenborn gearbeitet.

Zu dieser Jugendherberge wurden wir nun eingeladen. 10 Tage lang trafen sich dort nämlich Jugendliche zwischen 15 und 16 Jahren aus ganz Europa und nahmen an Workshops teil. Die drei Freiwilligen Vangelis, Jess und Christel agierten als Betreuer und dokumentierten die 10 Tage mit einer Kamera. Am Donnerstag war dann für die Jugendlichen der große Abschiedsabend, an dem der gedrehte Film gezeigt wurde und Karaoke gesungen werden konnte.

Der Film stellte sich als ziemlich professionell heraus, da Vangelis und Jess schon seit Jahren mit Kamera arbeiten. Zum Abschluss gabs ne Siegerehrung für die Jugendlichen, die 10 Tage lang bei Spielen Punkte sammeln mussten.

Anschließend tanzten wir ausgiebigst, tranken, lachten und sangen, nein gröhlten, zusammen Karaoke bis zum Abwinken. Schließlich waren wir sechs der letzten neun Freiwilligen, die noch nicht nach Hause zurück gekehrt sind und haben uns an diesem Abend zum letzten Mal zusammen gesehen. Um 3 Uhr gings ab ins Bett, das hieß für Pia und mich ab in den kalten Keller zum Schlafen.

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Am nächsten Tag ging es in ähnlichem Maße weiter. Pia und Miryam hatten mich zu sich nach Hause eingeladen, zu einem Mädels- und Abschiedsabend, da Miryam am nächsten Tag, also heute, nach Hause fuhr. Pia und Miryam nahmen auf dem Nachhause Weg also gleich meinen Rucksack mit Schlafsach etc. mit zu sich nach Hause, während ich bei mir zuhause noch ein bisschen Kram erledigte.

Am Abend trafen wir uns in Esch, der Stadt in der ich arbeite und gingen zum Infoladen, dem Raum, in dem ich arbeite. Dort fand nämlich eine Party statt mit dem Motto „Wie sahst du als Teenager aus“. Da all die Leute, mit denen ich zusammen arbeite, das Verkleiden lieben, nutzen sie dazu jede Gelegenheit. Als wir ankamen, saß bereits eine handvoll verkleideter Gestalten vorm Infoladen, die aussahen wie Jugendliche.
Stella, unser Punk, hatte sich extra ihre Haare grün gefärbt und ihren Base Cap abgenommen, ohne den ich sie in den vergangenen 6 Monaten noch nie gesehen hatte. Gary, mein Chef, kam von Kopf bis Fuß in hellblauen Jeans-Klamotten.
Da Pia, Miryam und ich keinerlei Sachen von früher bei uns in Luxemburg haben, kamen wir natürlich unverkleidet.

Mit unserem bestellten Caipiriña besiegelten wir unser schummriges Schicksal für diesen Abend. Stella hatte ihn zu hart gemischt, er bestand nur aus Alkohol und ätze sich unsere Kehlen hinab ;) Wir brauchten 2 Stunden für ein Glas, das uns ziemlich stark in den Kopf stieg.

Auf der Zugfahrt nach Oberkorn zu Pia und Miryams Haus hatten wir wieder Zeit etwas klarer zu werden. Dort angekommen erwarteten uns zwei Flaschen Wein im Kühlschrank, die wir im Laufe des Abends noch in einer ruhigen, gemütlichen Runde leerten, zusammen mit einem Freund von Miryam, der sie am nächsten Tag nach Hause fuhr.

Heute morgen nach meiner Nacht in Oberkorn auf der Couch im Wohnzimmer hatte ich einen leichten Ausschlag auf der Gesichtshälfte, mit der ich auf dem Sofa geschlafen hatte. Nachdem ich festgestellt hatte, wie dreckig das Sofa ist, erklärte sich mir diese Erscheinung auch.
Nach dem gemeinsamen Frühstücken hieß es dann, wie in letzter Zeit oft, schon wieder Abschied nehmen, diesmal von Miryam und Jess, die am Morgen kam und mit Miryam in die Niederlande fuhr.

Nach zwei Nächten auf fremden Matratzen bzw. Sofas bin ich heute Nacht recht froh wieder in meinem eigenen Bett zu schlafen, in dem ich mit Sicherheit keinen Ausschlag bekommen werde. Gleichzeitig bin ich etwas traurig, dass Pia, Miryam und ich erst zur letzten möglichen Gelegenheit einen Mädelsabend veranstaltet haben, statt das schon seit Wochen zu tun.


Ein Fotoalbum gibt’s wieder auf studivz. Das Fotoalbum zu Caros und Stefans Besuch hier in Lux wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch diese Woche nachgereicht ;)


Fühlt euch gedrückt!
Sandra

Montag, 28. Juli 2008

Besuch von Caro und Stefan aus der Heimat

Vor ca. zwei Wochen hat sich ein glücklicher Zufall ergeben. Stefan aus Magdeburg, ein guter Freund den ich Ende letzten Jahres kennengelernt habe, hat mich gefragt, ob er mich am 23. Juli besuchen könnte, da er sich in Dortmund ein Fußballspiel anschaue und so schon in meiner Nähe sei.

Mir kam daraufhin der geniale Einfall meine Freundin Caro aus Gerwisch zu fragen, ob sie in dieser Woche nicht auch Zeit hätte zu kommen, um dann mit Stefan zusammen herzufahren, sich den Spritpreis zu teilen und Gesellschaft auf der langen Fahrt zu haben. Sie wollte mich ja ohnehin besuchen kommen und noch dazu ist sie ein großer Fußballfan…es schien also alles zu passen.

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass Caro auch tatsächlich Zeit hat und mein Plan ohne Probleme so gut aufgeht, aber genau das tat er. Stefan und Caro, die sich bisher noch überhaupt nicht kannten, verabredeten sich und schauten sich gemeinsam in Dortmund das Fußballspiel an. Da dieses erst 20:30 Uhr anfing, waren die beiden erst in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag um halb 4 Uhr morgens hier bei mir zuhause in Luxemburg.

Noch in dieser Nacht zeigte ich ihnen etwas das Haus und rief zumindest bei Stefan aufgrund der vielen Spinnen nur Schrecken hervor. Er schien weniger glücklich mit den Lebensumständen als Caro, die mein Haus für zwei Tage absolut erträglich fand. Beide waren sich jedoch einig hier nicht länger als ne Woche leben zu können und das erinnerte mich sehr an meine eigene Reaktion, als ich hier vor 6 Monaten einzog. Mittlerweile hab ich mich an alles mehr als gewöhnt.

Unser erster Tag, der Donnerstag, war jedenfalls unser Ruhetag. Wir schliefen bis 12 Uhr (überraschend für uns alle), frühstückten draußen in der Sonne und gingen eine Stunde mit Txalo spazieren und wandern, um die Gegend zu erkunden. Wir hatten volles Glück mit dem Wetter, es war sogar zu heiß.

Nachmittags fuhren wir in den Infoladen, wo ich arbeite und nahmen an einem Layout-Workshop, der dort Donnerstags statt findet. Zumindest Stefan schien Spaß zu haben an dem Workshop.
Danach erkundeten wir die Supermärkte Cactus und Cora in der Umgebung und kauften groß ein, was wir so brauchten.

Abends veranstalteten Sandra und Kay, meine Mitbewohner, ein Überraschungs-Barbecue für einen Freund der Geburtstag hatte. Von dieser Feier hielten wir uns zwar fern, aber wenn der Grill schon mal an war, konnten wir ja auch was drauf schmeißen zum Abendbrot. Gegessen haben wir zusammen mit Maria, in die sich Caro genau wie ich sofort verliebt hatte.
Im Laufe der lustigen Unterhaltung zu viert und wahrscheinlich auch etwas aufgrund der alkoholischen Getränke, beschlossen wir einen Nachtspaziergang in den umgebenen Wald zu machen. Maria holte nur ihre Taschenlampe und ihren Hund Txalo, der uns beschützen sollte und auf ging es.

Wir erzählten uns gruselige Situation und tappten völlig blind, meist ohne Licht durch den dunklen Wald und lauschten auf jedes Geräusch. Auf der Spitze des kleinen uns umgebenden Berges genossen wir dann die Aussicht über das Ta,l in dem unser Haus und die der Nachbarn liegen. Auf dem Rückweg machte Stefan sich eine Freude daraus uns Mädels zu Tode zu erschrecken oder mit der Taschenlampe davon zu rennen. Ein lustiger Abend…

Der nächste Tag wurde dafür umso anstrengender im Gegensatz zum Donnerstag. Gegen Mittag machten wir uns auf in die Hauptstadt Luxemburg und suchten erst mal eine gaaanze Weile lang einen Parkplatz. Nachdem ich bei der Post war und Martins Geburtstagsbrief für Montag abschickte, machten wir uns zu Fuß auf in den schönsten Teil der Stadt.

Wir gingen die üblichen Sehenswürdigkeiten ab: Die Pont Adolphe (Brücke Aolphe), die einen tollen Blick über das Petrus-Tal bietet, die Kathedrale „Notre Dame“, den Place d’Armes und Place Guillaume, auf dem ein Kinderfestival statt fand, einen tollen CD-Laden, ein hübsches Café, die Kasematten (die Höhlen in den Verteidigungsmauern der Stadt) und natürlich den „Grund“, das große Tal mitten in der Stadt. Für einen Fußmarsch ist das alles plus der Weg zurück zum Auto nicht wenig und wir waren davon bei Temperaturen von ca. 30° ganz schön geschafft.
Zum Abschluss fuhren wir noch in die Maison, das Freiwilligenhaus in der Stadt, in dem Abends eine Freiwilligenparty stattfinden sollte. Allerdings war noch niemand da und so machten wir uns zurück auf einen umständlichen Weg nach Hause.

Zuerst kam uns ein Cactus in die Quere, in dem Stefan unbedingt noch ein mal einkaufen gehen musste und dann kam uns Stefans Überzeugung in die Quere, auf der Autobahn ganz sicher nach „Metz“ fahren zu müssen, um bei mir zuhause anzukommen.
Da Metz jedoch eine Stadt in Frankreich ist, landeten wir nach 15 Minuten Autobahn auch genau da und überquerten die französische Grenze. So kam Stefan immerhin zum ersten Mal in seinem Leben nach Frankreich.

Dort bot sich uns dann in der Ferne der atemberaubende Anblick von „Cattenom“, dem größten Atomkraftwerk Frankreichs, das, wie wir feststellten, noch weiter entfernt zu sein schien, als wir dachten, nachdem Stefan sich in Kopf gesetz hatte, es einmal von Näherem betrachten zu wollen und die entsprechende Richtung einschlug. Je näher wir kamen, desto mehr wurde es vom Wald verdeckt, also machten wir uns ENDLICH nach 20 Minuten Autobahn in Frankreich auf den Weg nach Hause.

Nach dem Resteressen und einer liebevoll von Stefan angerichteten Obstplatte, sahen wir uns wieder mit Maria sinnlose Unterhaltungssendungen auf MTV an und gingen zeitig ins Bett, da Stefan und Caro am nächsten morgen wieder nach Hause fahren wollten.

Mit einer halben Stunde Verspätung taten sie dies auch um halb 11 Morgens und hinterließen ein klein wenig Vorfreude in mir, bald wieder nach Hause zu kommen und mal wieder was mit ihnen unternehmen zu können.
Obwohl die zwei sich nicht kannten, war es eine lustige Runde und zwei schöne Tage. Wir haben uns gut verstanden und ich hab mich sehr gefreut, zum ersten Mal Freunden mein zweites Zuhause zu präsentieren.

Ein Fotoalbum dazu gibt es diesmal vorerst wahrscheinlich nicht, jedenfalls nicht von mir, da nur Caro und Stefan Fotos gemacht.


Liege Grüße an euch,
Sandra

Mittwoch, 23. Juli 2008

Party mit den neuen Freiwilligen in der Maison

In den letzten Tagen und Wochen sind viele der Freiwilligen wieder zurück nach Hause gekehrt. So sind auch in der Freiwilligen-WG in der Hauptstadt, der Maison, 4 der 6 Freiwilligen abgedüst.

Der „Ersatz“ kam letztes Wochenende und bestand aus den zwei Polinnen Isabella und Natalia, dem kleinen Tschechen Michal und der Französin Marie. Diese Truppe hatte nun zu einer kleinen Feier eingeladen, zum einen, weil Michal Geburtstag hatte, zum anderen, um sich den alten Freiwilligen vorzustellen und sich kennen zu lernen.

Wie die anderen „Alten“ auch, hatte ich nicht allzu sehr Lust die „Neuen“ kennenzulernen. Man hat bereits Freundschaften aufgebaut und viel mit den alten Freiwilligen erlebt und ist nicht so recht in der Stimmung, die Freunde durch Frischfleisch zu ersetzen.
Deshalb verabredete ich mich mit Delphine, meiner Mitarbeiterin, die ebenfalls in der Maison wohnt, um wenigstens einen kleinen Ansporn zu haben, zu der Party zu gehen. Als ich ankam und Delphine telephonierte, gesellte ich mich zu der Mischung aus Neu und Alt in der Küche und musste feststellen: Die Neuen sind verrückte Hühner!

Schon kurz nach dem Essen bot Michal uns Alten, Vangelis, Monica, Krycztof und mir, Absinth und selbstgebrannten, tschechischen Schnaps. Ich hatte mein Bier und lehnte dankend ab, die verzerrten Gesichter der anderen ließen jedoch darauf schließen, dass der Schnaps dem Absinth in Nichts nachsteht. Irgendwann hab ich ihn mal probiert und fühlte mich auf den Schlag betrunken….sogar den großen Vangelis hat der Schnaps umgehauen. Stehen oder sogar Gehen war von diesem Zeitpunkt an nicht mehr möglich…und auf mich warteten zu diesem Zeitpunkt noch zwei Flaschen Weißwein, die Delphine und ich für uns gekauft hatten. Viele Stühle können da plötzlich sowohl ein Vor- als auch ein Nachteil sein. Man kann zwar prima auf ihnen sitzen, aber auf dem Weg zur Toilette auch prima drüber fallen.

Zwischendurch kamen noch kurz andere Freiwillige, allerdings eher um sich zu verabschieden. Der Lichtensteiner Phillipp fuhr am nächsten Tag nach Hause, seine niederländische Freundin Miriam in 2 Wochen und die Portugiesin Andreia diesen Freitag. Schon wieder kam eine merkwürdige Stimmung auf und den Satz „War schön dich kennengelernt zu haben, war ne schöne Zeit, ich wünsch dir ein schönes Leben“ kann ich nicht mehr hören.

Ansonsten war der Abend geprägt von starkem Alkoholkonsum des Tschechen, seinem Gelalle und sinnlosem Gelaber. Regelmäßig verschwand er mit Marie der Französin, seiner momentanen Geliebten, in seinem Zimmer und ließ sich ab 11 Uhr nicht mehr blicken, was wahrscheinlich auch besser für ihn war.

Wenn ich sitze, ist mein ausgestreckter Arm zu hoch wie Michal
Wenn ich sitze, ist mein ausgestreckter Arm zu hoch wie Michal.


Die Polin Isabella hat uns gezeigt, dass niemand so unangenehm und unsymphatisch laut wie sie reden kann.
Ich habe mich also eigentlich nur den alten Freiwilligen gewidmet und mich wie immer sehr gut unterhalten. Wir entdeckten, dass es für uns alle ein merkwürdiges Gefühl ist, plötzlich andere Freiwillige im Haus zu sehen und nicht mehr die vier Mädels von sonst. Als wäre das Haus geklaut wurden und fremde Schmarotzer machen sich jetzt ungefragt breit. Die vier Neuen veränderten die Seele des Hauses völlig….es war unaufgeräumt und wenig herzlich, nichts wurde weggeräumt, verschütteter Alkohol oder Suppe blieben liegen. Wir alle vermissten unwillkürlich die vorigen Bewohner.

Um 1 Uhr fuhren mich Vangelis und Monica nach Hause, noch bevor wir gemacht hatten, wofür wir eigentlich in die Stadt zur Maison gefahren waren. In der ganzen Stadt fand nämlich ein großes Jazz-Festival statt, bei dem angeblich wieder wie beim Nationalfeiertag alle Bewohner aus ihren Häusern kommen und sich in den mit Musik gefüllten Straßen zusammen zu drängen, um zusammen zu feiern.
Nichts von all dem habe ich gesehen…dafür waren die Peinlichkeiten von Michal zu unterhaltsam und der Alkoholkonsum zu heftig, um auch nur einen Schritt in die Stadt setzen zu können ;)

Vielleicht wird es jetzt bald eine Abschiedfeier für Monica, Miriam und Mich geben.


Ich hab euch lieb
Die wieder nüchterne Sandra………*nie wieder Alkohol*


Ein lustiges Fotoalbum dazu wie immer bei studivz

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