Marias und mein Abschied – die letzte Woche in Luxemburg
Nachdem ich am Samstag aus Schweden zurück gekommen war, hieß es auch schon Abschied nehmen von Maria, die am frühen Sonntag Morgen für fünf Wochen nach Spanien zu ihrer Familie fuhr.
Zu Besuch waren außerdem noch zwei von Marias spanischen Freunden aus Belgien. Ihre beste Freundin Arathe nur so, ihr Freund Alejandro, weil er Maria wegen der langen Fahrt zum Abwechseln und wach halten nach Spanien begleitete. Maria und ich konnten unseren letzten Tag also nicht gerade in Ruhe und Zweisamkeit genießen. Zuerst verschwanden die drei für ca. drei Stunden im Supermarkt, dann packte Maria ausgiebig ihre Koffer. Anschließend wurde gekocht für die Autofahrt und wir machten gemeinsam Raclette am Abend.
Zwischendurch schaffte ich es, ihr allein in ihrem Zimmer meine eigens für sie gemachte CD und ein paar Kleinigkeiten aus Schweden zu überreichen. Zum ersten Mal schossen mir wegen meines Abschiedes die Tränen in die Augen, zum ersten Mal realisierte ich, dass ich meine mittlerweile beste Freundin nicht mehr so schnell wieder sehe und zum ersten Mal begriff auch Maria, dass ich das Haus verlasse und nicht mehr da sein werde, wenn sie aus Spanien wieder zurück kommt.
Das Raclette (mein aller erstes) war lecker und lustig. Anschließend sahen wir bei Maria im Bett zusammen gekuschelt einen Hitschkock-Film, den ich eigentlich nach meiner langen Reise von Schweden nach Luxemburg mehr verschlief als sah. Der Abschied von Maria folgte kurz und fast schmerzlos nach dem gemeinsamen Zähneputzen. Da wir weder Zettel noch Stift im Bad hatten, hinterließ sie mir mit Creme ihre Mail-Adresse auf dem Spiegel, wo sie noch eine Woche lang geschrieben stand. Wir umarmten uns, es folgten Floskeln wie „schön dich kennengelernt zu haben“ und „wir schreiben uns“ und „gute Reise“ und das wars.
Marias Mail-Adresse auf dem Spiegel im Bad

Die nächsten Tage allein mit Kay im Haus (Ender war noch in Italien, Sandra in Österreich und Maria auf dem Weg nach Spanien) waren recht unspektakulär. Am Dienstag kam Ender zurück aus Italien und ich wurde krank: Mit Übelkeit, Schwächgefühl und hohem Fieber, sowie der Angst, dass kein Autofahrer mehr im Haus ist, um mich zum Arzt zu fahren, falls es zu schlimmer wird. Einen gut funktionierenden Notruf gibt es in Luxemburg angeblich nicht. Kay, ein Mann, war keine Hilfe. Zum Glück hatte Maria, die ich in meiner Not anrief, fiebersenkende Medikamente in ihrem Zimmer, ohne die die Nacht auf der Couch im Wohnzimmer noch unangenehmer hätte werden können.
Drei Tage lang besserte sich dieser Zustand nicht. Auch nicht am Donnerstag, als mein Freund Martin und seine Mutter kamen, um mich für 3 Tage zu besuchen bevor sie mich am Sonntag mit zurück nach Hause nahmen. Wir drei fuhren zum Infoladen, wo ich von meinem Chef mein verdientes Zertifikat und einen Händeschlag bekam. Nach dem anschließenden Besuch im Supermarkt war ich kaputt und konnte nur noch im Bett liegen.
Am Freitag war eine Fahrt in den Norden nach Chlerveaux geplant, um dort eine sehr bedeutendsten Fotoaustellungen „The Family of man“ zu besuchen. Wir sahen 503 Aufnahmen von 273 Fotografen aus 68 Ländern. Die Wanderausstellung war bereits auf der ganzen Welt zu sehen und wurde mittlerweile von über 9 Millionen Besuchern bestaunt. Seit 14 Jahren hat die Ausstellung jetzt ihr permanentes Zuhause in Luxemburg, wo ihr Initiator zuhause war.
Sie war ziemlich beeindruckend. Eigentlich müsste man sie sich 2 oder 3 Mal anschauen, um wirklich alle Fotografien zu registrieren. Da es den ganzen Tag regnete, schauten wir uns noch zwei weitere Ausstellungen an, die sich auch in dem Schloss befanden. Es war das perfekte Museums-Wetter.
Am Samstag, als es mir wieder gut ging, folgte bei herrlichstem Wetter die übliche Stadttour durch Luxemburg, bei der die Stadt meine Besucher verlässlich wie immer beeindrucken konnte. Vom Bahnhof zum Sparkassenmuseum, über die Pont Adolphe,zur Kirche Notre Dame, durch die Kasematten Zum Petrustal, bis hin zum Art Café und dem Grund sahen wir uns alles an, was die Stadt zu bieten hat.
Abends fing ich dann endlich an zu packen und erlebte eine ruhige, letzte Nacht in Luxemburg. Ich war weder aufgeregt, noch traurig, sondern hatte ein starkes, intuitives Gefühl, dass Aufregung und Traurigkeit unnötig wären, da ich nicht zum letzten Mal in Luxemburg sein würde.
Weil es doch viel länger dauerte, als ich dachte, ein ganzes Zimmer in einem Auto zu verstauen, starteten wir am Sonntag Morgen nach dem Frühstück mit fast 2 Stunden Verspätung erst um dreiviertel 11 nach Deutschland. Das alles, ganz ohne Verabschiedung, da nach wie vor alle meine Mitbewohner ausgeflogen und Kay seit Samstag in seinem Zimmer verschollen war.
Nach ein Paar Tränen in den ersten Minuten der Autofahrt, breitete sich das Gefühl der Gewissheit aus, dass ich schon bald wieder zurück kehren werden und Maria, Txalo und Mietzi wieder sehen...
Mal sehen, ob mein Gefühl stimmt. Erfahrt es im nächsten Beitrag.
Sandra
Zu Besuch waren außerdem noch zwei von Marias spanischen Freunden aus Belgien. Ihre beste Freundin Arathe nur so, ihr Freund Alejandro, weil er Maria wegen der langen Fahrt zum Abwechseln und wach halten nach Spanien begleitete. Maria und ich konnten unseren letzten Tag also nicht gerade in Ruhe und Zweisamkeit genießen. Zuerst verschwanden die drei für ca. drei Stunden im Supermarkt, dann packte Maria ausgiebig ihre Koffer. Anschließend wurde gekocht für die Autofahrt und wir machten gemeinsam Raclette am Abend.
Zwischendurch schaffte ich es, ihr allein in ihrem Zimmer meine eigens für sie gemachte CD und ein paar Kleinigkeiten aus Schweden zu überreichen. Zum ersten Mal schossen mir wegen meines Abschiedes die Tränen in die Augen, zum ersten Mal realisierte ich, dass ich meine mittlerweile beste Freundin nicht mehr so schnell wieder sehe und zum ersten Mal begriff auch Maria, dass ich das Haus verlasse und nicht mehr da sein werde, wenn sie aus Spanien wieder zurück kommt.
Das Raclette (mein aller erstes) war lecker und lustig. Anschließend sahen wir bei Maria im Bett zusammen gekuschelt einen Hitschkock-Film, den ich eigentlich nach meiner langen Reise von Schweden nach Luxemburg mehr verschlief als sah. Der Abschied von Maria folgte kurz und fast schmerzlos nach dem gemeinsamen Zähneputzen. Da wir weder Zettel noch Stift im Bad hatten, hinterließ sie mir mit Creme ihre Mail-Adresse auf dem Spiegel, wo sie noch eine Woche lang geschrieben stand. Wir umarmten uns, es folgten Floskeln wie „schön dich kennengelernt zu haben“ und „wir schreiben uns“ und „gute Reise“ und das wars.
Marias Mail-Adresse auf dem Spiegel im Bad

Die nächsten Tage allein mit Kay im Haus (Ender war noch in Italien, Sandra in Österreich und Maria auf dem Weg nach Spanien) waren recht unspektakulär. Am Dienstag kam Ender zurück aus Italien und ich wurde krank: Mit Übelkeit, Schwächgefühl und hohem Fieber, sowie der Angst, dass kein Autofahrer mehr im Haus ist, um mich zum Arzt zu fahren, falls es zu schlimmer wird. Einen gut funktionierenden Notruf gibt es in Luxemburg angeblich nicht. Kay, ein Mann, war keine Hilfe. Zum Glück hatte Maria, die ich in meiner Not anrief, fiebersenkende Medikamente in ihrem Zimmer, ohne die die Nacht auf der Couch im Wohnzimmer noch unangenehmer hätte werden können.
Drei Tage lang besserte sich dieser Zustand nicht. Auch nicht am Donnerstag, als mein Freund Martin und seine Mutter kamen, um mich für 3 Tage zu besuchen bevor sie mich am Sonntag mit zurück nach Hause nahmen. Wir drei fuhren zum Infoladen, wo ich von meinem Chef mein verdientes Zertifikat und einen Händeschlag bekam. Nach dem anschließenden Besuch im Supermarkt war ich kaputt und konnte nur noch im Bett liegen.
Am Freitag war eine Fahrt in den Norden nach Chlerveaux geplant, um dort eine sehr bedeutendsten Fotoaustellungen „The Family of man“ zu besuchen. Wir sahen 503 Aufnahmen von 273 Fotografen aus 68 Ländern. Die Wanderausstellung war bereits auf der ganzen Welt zu sehen und wurde mittlerweile von über 9 Millionen Besuchern bestaunt. Seit 14 Jahren hat die Ausstellung jetzt ihr permanentes Zuhause in Luxemburg, wo ihr Initiator zuhause war.
Sie war ziemlich beeindruckend. Eigentlich müsste man sie sich 2 oder 3 Mal anschauen, um wirklich alle Fotografien zu registrieren. Da es den ganzen Tag regnete, schauten wir uns noch zwei weitere Ausstellungen an, die sich auch in dem Schloss befanden. Es war das perfekte Museums-Wetter.
Am Samstag, als es mir wieder gut ging, folgte bei herrlichstem Wetter die übliche Stadttour durch Luxemburg, bei der die Stadt meine Besucher verlässlich wie immer beeindrucken konnte. Vom Bahnhof zum Sparkassenmuseum, über die Pont Adolphe,zur Kirche Notre Dame, durch die Kasematten Zum Petrustal, bis hin zum Art Café und dem Grund sahen wir uns alles an, was die Stadt zu bieten hat.
Abends fing ich dann endlich an zu packen und erlebte eine ruhige, letzte Nacht in Luxemburg. Ich war weder aufgeregt, noch traurig, sondern hatte ein starkes, intuitives Gefühl, dass Aufregung und Traurigkeit unnötig wären, da ich nicht zum letzten Mal in Luxemburg sein würde.
Weil es doch viel länger dauerte, als ich dachte, ein ganzes Zimmer in einem Auto zu verstauen, starteten wir am Sonntag Morgen nach dem Frühstück mit fast 2 Stunden Verspätung erst um dreiviertel 11 nach Deutschland. Das alles, ganz ohne Verabschiedung, da nach wie vor alle meine Mitbewohner ausgeflogen und Kay seit Samstag in seinem Zimmer verschollen war.
Nach ein Paar Tränen in den ersten Minuten der Autofahrt, breitete sich das Gefühl der Gewissheit aus, dass ich schon bald wieder zurück kehren werden und Maria, Txalo und Mietzi wieder sehen...
Mal sehen, ob mein Gefühl stimmt. Erfahrt es im nächsten Beitrag.
Sandra
Sandra_in_Luxemburg - 1. Sep, 20:14







