Ein letztes Mal in Luxemburg...Freitag

Auch wenn ich vielen bereits persönlich von meiner Rückreise erzählt habe, möchte ich diesen letzten Eintrag doch noch schreiben, als Abschluss!

Maria und ich hatten einen wunderschönen letzten Abend zusammen gehabt. Sie sagte Dinge, die mir viel bedeuten. Sie sagte, dass meine Anwesenheit immer Farbe in ihr Leben brächte und dass ich es geschafft habe, ihr sich selbst wieder näher zu bringen. Sie sei in den 5 gemeinsamen Tagen durch mich wieder sie selbst geworden. Was könnte ein guter Freund einem Schöneres sagen?

Am Morgen stand ich weit vor ihr auf, da ich noch meine Tasche packen und Duschen musste, was im rosa Haus ja ein langwieriges Unterfangen ist. Als ich mir gerade Frühstück machte, kam sie in die Küche, fertig angezogen und sagte mir, dass sie jetzt los müsse zur Arbeit. Kaum stand sie da, stieg mir schon wieder das Wasser in die Augen.
Aber ansonsten war es ein kurzer und schmerzlosen Abschied. Wir wussten ja wieder, was wir aneinander haben und einander bedeuten. Wir drückten uns, bedankten uns gegenseitig für die schönen Tage, ich gab ihr noch den Ratschlag mit auf den Weg, die Farbe zu behalten, die ich ihr gebracht habe und verschwunden war sie.
Nach dem Frühstück machte ich es ähnlich mit Txalo...ich spielte ein bisschen Ball mit ihm, dann drückte und knuddelte ich ihn und gab ihm noch ein paar liebe Worte mit auf den Weg. Er solle auf Maria aufpassen, sie fröhlich machen, wenn sie traurig ist und gesund bleiben!
Sandra und Kay kamen überraschender Weise extra im Schlafanzug und mit verquollenen Augen aus ihrem Schlafzimmer, um mich noch einmal zu drücken. Sie luden mich zu ihrer Einweihungsfeier ein, wenn sie es geschafft haben, ein Haus zu finden und zu beziehen.
Der anschließende Weg aus dem Wald zur Bushaltestelle war wirklich sehr schwer, als trenne ich mich von etwas Geliebten, aber es war ok. Ich hatte mich verabschiedet, ich hatte mein gutes Ende und meinen Schlussstrich unter dem Kapitel Luxemburg.

Auf, auf ging es zur langen Rückreise. Mit Bus nach Luxemburg Stadt, mit Zug zum Hauptbahnhof Trier und dort 30 Minuten warten auf meine Mitfahrgelegenheit. Ich hatte im Internet jemanden gefunden, der mit Auto für 30€ von Trier nach Magdeburg fährt. Ein äußerst seltenes Glück! Auch wenn selbstverständlich ein großes Risiko bei solchen Mitfahrgelegenheiten immer mitfährt, war mir das die Ersparnis von 70€ wert! Und noch einmal gab es einen äußerst seltenen, glücklichen Zufall: Ein weiteres Mädchen fuhr in Trier mit uns mit und wollte ebenfalls nach Magdeburg! Wie unfassbar!

Die Fahrt war lang, verschneit, verregnet, vernebelt und einfach schrecklich. Ich konnte fast keine Minute mal NICHT aus dem Fenster gucken, weil ich dem Fahrstil unseres Fahrers weder traute, noch sehr behaglich fand. Viel zu hektisch.
Auch der Typ an sich war mir äußerst unsympathisch...einfach zu arisch :) Trotz seines jungen Alters (vielleicht Mitte 30) sehr steif, konservativ, blond, blauäugig, in Hemd und Pullunder, sehr kaltschnäuzig, von oben herab, emotionslos...schrecklich! Er ist Dozent an der Uni Trier und musste für seine Doktorarbeit nach Magdeburg. Er bat mich, nichts über ihn in meinem Blog zu schreiben, damit seine Kollegen nichts darüber lesen.
Natürlich! Wo auch bestimmt sooo viele Dozenten und Professoren im Internet surfen und den Blog eines Mädchens über ihr Abenteuer in Luxemburg suchen oder finden! Quatschi!

Ich war jedenfalls froh, dass das zweite Mädchen dabei war, da sie sich mit dem Fahrer unterhielt und ich dadurch still hinten sitzen konnte und nicht zwanghaft kommunizieren musste. Ich war einfach geschafft. Die 5 Tage waren zu viel Input und ich war zu müde, als dass ich noch Plaudern oder Small Talk hätte führen können.

Um 20 Uhr kam ich sicher am Kölner Platz in Magdeburg an und hätte echt nicht damit gerechnet! Schließlich hatten wir es während der Fahrt mit sämtlichen Unwetter-Formen zu tun, haben uns einmal auf dunkle, finstere Landstraßen verfahren, der Fahrstil dieses Schlipsträgers war äußerst unangenehm UND es war Freitag der 13.!!! Wer hätte da gedacht, dass ich lebend an meinem Ziel ankomme und nicht für meinen Geiz bestraft werde? :)

Meine Eltern holten mich beide ab und ab gings nach Hause, wo ich erst mal nicht auspackte, sondern über Stunden alles erzählte, was es noch zu erzählen gab. Daher stellte ich diesen Eintrag auch nicht mehr am Freitag Abend ins Internet. Anschließend war ich eine Woche lang auf einem Seminar und hatte ebenfalls keine Gelegenheit, meinen letzten Tag "in der Vergangenheit" zusammen zu fassen und zu veröffentlichen. Das Ergebnis der langen Pause, war, dass mein Text unauffindbar verschollen war...bis heute!

Hier ist also das gute Werk, der Abschluss meines Blogs, meines Abenteuers und eines Lebensabschnittes. Ich denke, ich bin wieder ganz gut angekommen in Magdeburg. Wenige luxemburgische Freundschaften haben dauerhaft bis heute gehalten – aber mit meiner lieben Spanierin Maria, meinem Italiener Liam und meinem Österreicher Paul habe ich nach wie vor regelmäßigen und sehr engen Kontakt! Das ist ein Resultat, mit dem ich sehr zufrieden bin und das ich noch lange aufrecht erhalten möchte!

Von nun an heißt es wieder im Hier und Jetzt leben, nach Vorne blicken und mit einem dicken, fetten, breiten Grinsen fröhlich an Luxemburg zurück denken und mich über meinen Mut und meine dort gemachten Erfahrungen freuen! Schluss mit Trübsal, Schluss mit Blog! Das nächste Abenteuer kann kommen! :)



---ENDE---


Das Haus vom Berg aus
<br />
12 Februar 2009

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