Besuch von Caro und Stefan aus der Heimat

Vor ca. zwei Wochen hat sich ein glücklicher Zufall ergeben. Stefan aus Magdeburg, ein guter Freund den ich Ende letzten Jahres kennengelernt habe, hat mich gefragt, ob er mich am 23. Juli besuchen könnte, da er sich in Dortmund ein Fußballspiel anschaue und so schon in meiner Nähe sei.

Mir kam daraufhin der geniale Einfall meine Freundin Caro aus Gerwisch zu fragen, ob sie in dieser Woche nicht auch Zeit hätte zu kommen, um dann mit Stefan zusammen herzufahren, sich den Spritpreis zu teilen und Gesellschaft auf der langen Fahrt zu haben. Sie wollte mich ja ohnehin besuchen kommen und noch dazu ist sie ein großer Fußballfan…es schien also alles zu passen.

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass Caro auch tatsächlich Zeit hat und mein Plan ohne Probleme so gut aufgeht, aber genau das tat er. Stefan und Caro, die sich bisher noch überhaupt nicht kannten, verabredeten sich und schauten sich gemeinsam in Dortmund das Fußballspiel an. Da dieses erst 20:30 Uhr anfing, waren die beiden erst in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag um halb 4 Uhr morgens hier bei mir zuhause in Luxemburg.

Noch in dieser Nacht zeigte ich ihnen etwas das Haus und rief zumindest bei Stefan aufgrund der vielen Spinnen nur Schrecken hervor. Er schien weniger glücklich mit den Lebensumständen als Caro, die mein Haus für zwei Tage absolut erträglich fand. Beide waren sich jedoch einig hier nicht länger als ne Woche leben zu können und das erinnerte mich sehr an meine eigene Reaktion, als ich hier vor 6 Monaten einzog. Mittlerweile hab ich mich an alles mehr als gewöhnt.

Unser erster Tag, der Donnerstag, war jedenfalls unser Ruhetag. Wir schliefen bis 12 Uhr (überraschend für uns alle), frühstückten draußen in der Sonne und gingen eine Stunde mit Txalo spazieren und wandern, um die Gegend zu erkunden. Wir hatten volles Glück mit dem Wetter, es war sogar zu heiß.

Nachmittags fuhren wir in den Infoladen, wo ich arbeite und nahmen an einem Layout-Workshop, der dort Donnerstags statt findet. Zumindest Stefan schien Spaß zu haben an dem Workshop.
Danach erkundeten wir die Supermärkte Cactus und Cora in der Umgebung und kauften groß ein, was wir so brauchten.

Abends veranstalteten Sandra und Kay, meine Mitbewohner, ein Überraschungs-Barbecue für einen Freund der Geburtstag hatte. Von dieser Feier hielten wir uns zwar fern, aber wenn der Grill schon mal an war, konnten wir ja auch was drauf schmeißen zum Abendbrot. Gegessen haben wir zusammen mit Maria, in die sich Caro genau wie ich sofort verliebt hatte.
Im Laufe der lustigen Unterhaltung zu viert und wahrscheinlich auch etwas aufgrund der alkoholischen Getränke, beschlossen wir einen Nachtspaziergang in den umgebenen Wald zu machen. Maria holte nur ihre Taschenlampe und ihren Hund Txalo, der uns beschützen sollte und auf ging es.

Wir erzählten uns gruselige Situation und tappten völlig blind, meist ohne Licht durch den dunklen Wald und lauschten auf jedes Geräusch. Auf der Spitze des kleinen uns umgebenden Berges genossen wir dann die Aussicht über das Ta,l in dem unser Haus und die der Nachbarn liegen. Auf dem Rückweg machte Stefan sich eine Freude daraus uns Mädels zu Tode zu erschrecken oder mit der Taschenlampe davon zu rennen. Ein lustiger Abend…

Der nächste Tag wurde dafür umso anstrengender im Gegensatz zum Donnerstag. Gegen Mittag machten wir uns auf in die Hauptstadt Luxemburg und suchten erst mal eine gaaanze Weile lang einen Parkplatz. Nachdem ich bei der Post war und Martins Geburtstagsbrief für Montag abschickte, machten wir uns zu Fuß auf in den schönsten Teil der Stadt.

Wir gingen die üblichen Sehenswürdigkeiten ab: Die Pont Adolphe (Brücke Aolphe), die einen tollen Blick über das Petrus-Tal bietet, die Kathedrale „Notre Dame“, den Place d’Armes und Place Guillaume, auf dem ein Kinderfestival statt fand, einen tollen CD-Laden, ein hübsches Café, die Kasematten (die Höhlen in den Verteidigungsmauern der Stadt) und natürlich den „Grund“, das große Tal mitten in der Stadt. Für einen Fußmarsch ist das alles plus der Weg zurück zum Auto nicht wenig und wir waren davon bei Temperaturen von ca. 30° ganz schön geschafft.
Zum Abschluss fuhren wir noch in die Maison, das Freiwilligenhaus in der Stadt, in dem Abends eine Freiwilligenparty stattfinden sollte. Allerdings war noch niemand da und so machten wir uns zurück auf einen umständlichen Weg nach Hause.

Zuerst kam uns ein Cactus in die Quere, in dem Stefan unbedingt noch ein mal einkaufen gehen musste und dann kam uns Stefans Überzeugung in die Quere, auf der Autobahn ganz sicher nach „Metz“ fahren zu müssen, um bei mir zuhause anzukommen.
Da Metz jedoch eine Stadt in Frankreich ist, landeten wir nach 15 Minuten Autobahn auch genau da und überquerten die französische Grenze. So kam Stefan immerhin zum ersten Mal in seinem Leben nach Frankreich.

Dort bot sich uns dann in der Ferne der atemberaubende Anblick von „Cattenom“, dem größten Atomkraftwerk Frankreichs, das, wie wir feststellten, noch weiter entfernt zu sein schien, als wir dachten, nachdem Stefan sich in Kopf gesetz hatte, es einmal von Näherem betrachten zu wollen und die entsprechende Richtung einschlug. Je näher wir kamen, desto mehr wurde es vom Wald verdeckt, also machten wir uns ENDLICH nach 20 Minuten Autobahn in Frankreich auf den Weg nach Hause.

Nach dem Resteressen und einer liebevoll von Stefan angerichteten Obstplatte, sahen wir uns wieder mit Maria sinnlose Unterhaltungssendungen auf MTV an und gingen zeitig ins Bett, da Stefan und Caro am nächsten morgen wieder nach Hause fahren wollten.

Mit einer halben Stunde Verspätung taten sie dies auch um halb 11 Morgens und hinterließen ein klein wenig Vorfreude in mir, bald wieder nach Hause zu kommen und mal wieder was mit ihnen unternehmen zu können.
Obwohl die zwei sich nicht kannten, war es eine lustige Runde und zwei schöne Tage. Wir haben uns gut verstanden und ich hab mich sehr gefreut, zum ersten Mal Freunden mein zweites Zuhause zu präsentieren.

Ein Fotoalbum dazu gibt es diesmal vorerst wahrscheinlich nicht, jedenfalls nicht von mir, da nur Caro und Stefan Fotos gemacht.


Liege Grüße an euch,
Sandra

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