Party mit den neuen Freiwilligen in der Maison

In den letzten Tagen und Wochen sind viele der Freiwilligen wieder zurück nach Hause gekehrt. So sind auch in der Freiwilligen-WG in der Hauptstadt, der Maison, 4 der 6 Freiwilligen abgedüst.

Der „Ersatz“ kam letztes Wochenende und bestand aus den zwei Polinnen Isabella und Natalia, dem kleinen Tschechen Michal und der Französin Marie. Diese Truppe hatte nun zu einer kleinen Feier eingeladen, zum einen, weil Michal Geburtstag hatte, zum anderen, um sich den alten Freiwilligen vorzustellen und sich kennen zu lernen.

Wie die anderen „Alten“ auch, hatte ich nicht allzu sehr Lust die „Neuen“ kennenzulernen. Man hat bereits Freundschaften aufgebaut und viel mit den alten Freiwilligen erlebt und ist nicht so recht in der Stimmung, die Freunde durch Frischfleisch zu ersetzen.
Deshalb verabredete ich mich mit Delphine, meiner Mitarbeiterin, die ebenfalls in der Maison wohnt, um wenigstens einen kleinen Ansporn zu haben, zu der Party zu gehen. Als ich ankam und Delphine telephonierte, gesellte ich mich zu der Mischung aus Neu und Alt in der Küche und musste feststellen: Die Neuen sind verrückte Hühner!

Schon kurz nach dem Essen bot Michal uns Alten, Vangelis, Monica, Krycztof und mir, Absinth und selbstgebrannten, tschechischen Schnaps. Ich hatte mein Bier und lehnte dankend ab, die verzerrten Gesichter der anderen ließen jedoch darauf schließen, dass der Schnaps dem Absinth in Nichts nachsteht. Irgendwann hab ich ihn mal probiert und fühlte mich auf den Schlag betrunken….sogar den großen Vangelis hat der Schnaps umgehauen. Stehen oder sogar Gehen war von diesem Zeitpunkt an nicht mehr möglich…und auf mich warteten zu diesem Zeitpunkt noch zwei Flaschen Weißwein, die Delphine und ich für uns gekauft hatten. Viele Stühle können da plötzlich sowohl ein Vor- als auch ein Nachteil sein. Man kann zwar prima auf ihnen sitzen, aber auf dem Weg zur Toilette auch prima drüber fallen.

Zwischendurch kamen noch kurz andere Freiwillige, allerdings eher um sich zu verabschieden. Der Lichtensteiner Phillipp fuhr am nächsten Tag nach Hause, seine niederländische Freundin Miriam in 2 Wochen und die Portugiesin Andreia diesen Freitag. Schon wieder kam eine merkwürdige Stimmung auf und den Satz „War schön dich kennengelernt zu haben, war ne schöne Zeit, ich wünsch dir ein schönes Leben“ kann ich nicht mehr hören.

Ansonsten war der Abend geprägt von starkem Alkoholkonsum des Tschechen, seinem Gelalle und sinnlosem Gelaber. Regelmäßig verschwand er mit Marie der Französin, seiner momentanen Geliebten, in seinem Zimmer und ließ sich ab 11 Uhr nicht mehr blicken, was wahrscheinlich auch besser für ihn war.

Wenn ich sitze, ist mein ausgestreckter Arm zu hoch wie Michal
Wenn ich sitze, ist mein ausgestreckter Arm zu hoch wie Michal.


Die Polin Isabella hat uns gezeigt, dass niemand so unangenehm und unsymphatisch laut wie sie reden kann.
Ich habe mich also eigentlich nur den alten Freiwilligen gewidmet und mich wie immer sehr gut unterhalten. Wir entdeckten, dass es für uns alle ein merkwürdiges Gefühl ist, plötzlich andere Freiwillige im Haus zu sehen und nicht mehr die vier Mädels von sonst. Als wäre das Haus geklaut wurden und fremde Schmarotzer machen sich jetzt ungefragt breit. Die vier Neuen veränderten die Seele des Hauses völlig….es war unaufgeräumt und wenig herzlich, nichts wurde weggeräumt, verschütteter Alkohol oder Suppe blieben liegen. Wir alle vermissten unwillkürlich die vorigen Bewohner.

Um 1 Uhr fuhren mich Vangelis und Monica nach Hause, noch bevor wir gemacht hatten, wofür wir eigentlich in die Stadt zur Maison gefahren waren. In der ganzen Stadt fand nämlich ein großes Jazz-Festival statt, bei dem angeblich wieder wie beim Nationalfeiertag alle Bewohner aus ihren Häusern kommen und sich in den mit Musik gefüllten Straßen zusammen zu drängen, um zusammen zu feiern.
Nichts von all dem habe ich gesehen…dafür waren die Peinlichkeiten von Michal zu unterhaltsam und der Alkoholkonsum zu heftig, um auch nur einen Schritt in die Stadt setzen zu können ;)

Vielleicht wird es jetzt bald eine Abschiedfeier für Monica, Miriam und Mich geben.


Ich hab euch lieb
Die wieder nüchterne Sandra………*nie wieder Alkohol*


Ein lustiges Fotoalbum dazu wie immer bei studivz

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