Schwedenbesuch bei Elke…Was für eine Anreise (Montag, Tag 1)
Tag 1 meiner Reise nach Schweden gestaltete sich schwierig, wie es auch schon zuvor zu vermuten war. Im Kopf hatte ich die Reise in Etappen oder Phasen eingeteilt, die ich nach und nach abhaken konnte.
Phase 1: Nicht verschlafen und 3:15 Uhr aufstehen: geschafft
Phase 2:Den Bus in die Stadt um 5 Uhr kriegen, der dann auch noch tatsächlich kommt: geschafft
Phase 3: Am Hauptbahnhof den Bus nach Frankfurt Hahn finden: geschafft
Phase 4: Der Bus kommt pünktlich in Frankfurt Hahn an: geschafft
Phase 5: Mit einem übergroßen Rucksack, der größer ist, als das Handgepäck sein darf, durch die Sicherheitsschleuse kommen: geschafft
Phase 6: Mein Gate finden: geschafft
Und dann kamen die Probleme:
Phase 7: Im Flugzeug einen netten Platz finden: nicht geschafft
Phase 8: Das Flugzeug stürzt nicht ab und landet am richtigen Flughafen: geschafft
Phase 9: Geld wechseln und meinen nächsten Bus finden: geschafft
Phase 10: Vom Bus zur richtigen Stadt gebracht werden für den nächsten Bus: nicht geschafft
Phase 11: Den nächsten Bus finden: geschafft
Phase 12: Pünktlich bei Elke ankommen: nicht geschafft
Aber die Problemphasen mal von vorn. Ich hatte im Flugzeug einen tollen Platz, bei einer netten 5-köpfigen Familie, sehr liebenswürdig, deutsch, klasse. Eine Minute vor Start kommt so ein blöder Stewart zu mir und fragt, ob ich mit zur Familie gehöre. Da die Antwort nein war, musste ich für einen noch blöderen Russen meinen Platz räumen. Denn: das Flugzeug war voller Russen, einer großen Reisegruppe, die ungedingt zusammen sitzen wollte.
Mein mir zugeteilter Platz war dann natürlich am Notausgang, über dem Flügel, neben einer Russin. Es war eiskalt dort.
In Schweden habe ich dann zwar den Bus gefunden, der mich nach Arboga bringen sollte, aber der Busfahrer hat vergessen, mich nach Arboga zu fahren, was mir nicht aufgefallen ist, da ich mich noch nicht allzu gut in Schweden auskenne ;)
Da wir nur 5 Leute waren, wollte sich der Busfahrer merken, welche Städte er anfahren muss, was er eben nicht ganz geschafft hat. Meine Stadt fehlte. So landete ich in Örebo, der Endstation und musste einen in Schuldgefühlen versinkenden Busfahrer fast trösten. Zuerst hatte ich Angst, dem Fahrer zu sagen, dass er mich nicht hat aussteigen lassen, weil ich befürchtete, die zusätzliche Fahrt nach Örebo dann noch nachbezahlen zu müssen. In Deutschland wäre das so gewesen, aber in Schweden kam es ganz anders.
Der Busfahrer entschuldigte sich tausend mal und fragte mich aus, ob es sehr schlimm sei, dass ich zu spät komme, wo ich hin müsse, ob mich jemand erwarte, ob er mir helfen könne. Ich stellte fest wie angenehm es ist, dass in Schweden jeder, jeden Alters englisch sprechen kann und wie herzlich und höflich die Schweden sind.
Ich erklärte ihm, dass ich die Telefonnummer der Freundin, die mich in Schweden erwartet, nicht habe, da sie auf einem anderen Handy ist (nämlich meinem luxemburgischen Handy, das ich auf Liams Abschiedsfeier vergessen hatte und das sich jetzt demzufolge bei Liam in Italien befindet, dessen Nummer ich ebenfalls nicht habe). Der Busfahrer rief also die Auskunft an und erkundigte sich nach Elkes Telefonnummer, fand sie aber nicht heraus. Außerdem gab er mir noch ein Wasser aus und schenkte mir eine schwedische Sim-Karte, da das Telefonieren in Schweden so teuer sei.
Auf seiner Rücktour eine Stunde später setzte er mich dann endlich doch in Arboga ab (NATÜRLICH kostenlos) und half mir dort, meinen Bus zu finden. Nach einer großen Entschuldigung fuhr er wieder weiter. Mittlerweile hatte ich Elkes Handynummer herausgefunden, durch den komplizierten und genialen Einfall, meinen Papa zuhause alle meine E-Mails von Elke durchlesen zu lassen, bis er die Mail mit ihrer Handynummer gefunden hat ;) Mit 2 Stunden Verspätung kam ich dann bei Elke in Köping (gesprochen Schöping) an und konnte ihr noch bescheid sagen, was passiert ist, damit sie nicht vor Sorge umkommt.
Vorteil dieses ganzen Durcheinanders: Ich konnte mir die sehr hübsche Stadt Arboga anschauen, ohne für ein Busticket dort hin bezahlen zu müssen und konnte mich mit einem netten Busfahrer über Schweden und das Leben dort unterhalten. Und Elke kriegt ne Sim-Karte…
Aber der Tag war ja noch lange nicht zu Ende. In Schweden lernte ich Elkes beste Freundin, die Schwedin Malin (gesprochen Mohrlinn), kennen. Zum Abendbrot hab es Reis, Salat und Tiefkühl – JAKOBSMUSCHELN aus dem Supermarkt…*irx kotz bäh schüttel*….wie ekelig ist das denn?!….ich bin dann doch ganz dezent beim Reis geblieben.
Anschließend gingen wir zu Malin nach Hause. Dazu muss gesagt werden, dass ich vom schwedischen Wohnstil ganz verwundert und begeisterT bin. Wohnungen sind hier so billig, dass jeder nach der Schule grundsätzlich auszieht. So hat auch Malin mit 21 bereits eine große eigene Wohnung.
Ebenfalls die Jobsituation ist faszinierend. So arbeitet Malin ohne Ausbildung in einem Altenheim und verdient sich ihr Geld. Ebenfalls tun es ihre Freundinnen, ohne Ausbildung. Sogar Lehrer kann man ohne Ausbildung werden, wenn mal keiner mit Ausbildung gefunden wird.
Bei Malin tranken wir dann zwei von ihr gemixte Cocktails, wofür sie ein ausgesprochenes Talent besitzt! Und sie besitzt noch ein weiteres: Malin ist Sängerin auf einem Kreuzschiff, wovon sie uns mit Gitarre und glasklarer, hoher Stimme eine unglaubliche Kostprobe gegeben hat. Tolles Mädchen, tolle Stimme, tolle Wohnung, tolle Cocktails. Und mit ihrer Stimme verdient sie sich eine goldene Nase, was sie anspart, um demnächst mit einer Freundin durch China und Thailand auf unbestimmte Zeit zu reisen. Tolles Leben...
Nachts wollten wir zu einem Berg gehen, um uns die Sterne anzusehen, da Montag bis Mittwoch wohl Sternschnuppen – Nächte sein sollen. Allerdings war der Berg zu weit weg für Mädels, die von zwei Cocktails entschärft wurden und für meinen Teil fast 24 Stunden auf den Beinen waren. Also ging’s nach Hause…um 1:30 Uhr bin ich endlich in ein gütiges Koma gefallen…
Fühlt euch gedrückt,
Sandra
Phase 1: Nicht verschlafen und 3:15 Uhr aufstehen: geschafft
Phase 2:Den Bus in die Stadt um 5 Uhr kriegen, der dann auch noch tatsächlich kommt: geschafft
Phase 3: Am Hauptbahnhof den Bus nach Frankfurt Hahn finden: geschafft
Phase 4: Der Bus kommt pünktlich in Frankfurt Hahn an: geschafft
Phase 5: Mit einem übergroßen Rucksack, der größer ist, als das Handgepäck sein darf, durch die Sicherheitsschleuse kommen: geschafft
Phase 6: Mein Gate finden: geschafft
Und dann kamen die Probleme:
Phase 7: Im Flugzeug einen netten Platz finden: nicht geschafft
Phase 8: Das Flugzeug stürzt nicht ab und landet am richtigen Flughafen: geschafft
Phase 9: Geld wechseln und meinen nächsten Bus finden: geschafft
Phase 10: Vom Bus zur richtigen Stadt gebracht werden für den nächsten Bus: nicht geschafft
Phase 11: Den nächsten Bus finden: geschafft
Phase 12: Pünktlich bei Elke ankommen: nicht geschafft
Aber die Problemphasen mal von vorn. Ich hatte im Flugzeug einen tollen Platz, bei einer netten 5-köpfigen Familie, sehr liebenswürdig, deutsch, klasse. Eine Minute vor Start kommt so ein blöder Stewart zu mir und fragt, ob ich mit zur Familie gehöre. Da die Antwort nein war, musste ich für einen noch blöderen Russen meinen Platz räumen. Denn: das Flugzeug war voller Russen, einer großen Reisegruppe, die ungedingt zusammen sitzen wollte.
Mein mir zugeteilter Platz war dann natürlich am Notausgang, über dem Flügel, neben einer Russin. Es war eiskalt dort.
In Schweden habe ich dann zwar den Bus gefunden, der mich nach Arboga bringen sollte, aber der Busfahrer hat vergessen, mich nach Arboga zu fahren, was mir nicht aufgefallen ist, da ich mich noch nicht allzu gut in Schweden auskenne ;)
Da wir nur 5 Leute waren, wollte sich der Busfahrer merken, welche Städte er anfahren muss, was er eben nicht ganz geschafft hat. Meine Stadt fehlte. So landete ich in Örebo, der Endstation und musste einen in Schuldgefühlen versinkenden Busfahrer fast trösten. Zuerst hatte ich Angst, dem Fahrer zu sagen, dass er mich nicht hat aussteigen lassen, weil ich befürchtete, die zusätzliche Fahrt nach Örebo dann noch nachbezahlen zu müssen. In Deutschland wäre das so gewesen, aber in Schweden kam es ganz anders.
Der Busfahrer entschuldigte sich tausend mal und fragte mich aus, ob es sehr schlimm sei, dass ich zu spät komme, wo ich hin müsse, ob mich jemand erwarte, ob er mir helfen könne. Ich stellte fest wie angenehm es ist, dass in Schweden jeder, jeden Alters englisch sprechen kann und wie herzlich und höflich die Schweden sind.
Ich erklärte ihm, dass ich die Telefonnummer der Freundin, die mich in Schweden erwartet, nicht habe, da sie auf einem anderen Handy ist (nämlich meinem luxemburgischen Handy, das ich auf Liams Abschiedsfeier vergessen hatte und das sich jetzt demzufolge bei Liam in Italien befindet, dessen Nummer ich ebenfalls nicht habe). Der Busfahrer rief also die Auskunft an und erkundigte sich nach Elkes Telefonnummer, fand sie aber nicht heraus. Außerdem gab er mir noch ein Wasser aus und schenkte mir eine schwedische Sim-Karte, da das Telefonieren in Schweden so teuer sei.
Auf seiner Rücktour eine Stunde später setzte er mich dann endlich doch in Arboga ab (NATÜRLICH kostenlos) und half mir dort, meinen Bus zu finden. Nach einer großen Entschuldigung fuhr er wieder weiter. Mittlerweile hatte ich Elkes Handynummer herausgefunden, durch den komplizierten und genialen Einfall, meinen Papa zuhause alle meine E-Mails von Elke durchlesen zu lassen, bis er die Mail mit ihrer Handynummer gefunden hat ;) Mit 2 Stunden Verspätung kam ich dann bei Elke in Köping (gesprochen Schöping) an und konnte ihr noch bescheid sagen, was passiert ist, damit sie nicht vor Sorge umkommt.
Vorteil dieses ganzen Durcheinanders: Ich konnte mir die sehr hübsche Stadt Arboga anschauen, ohne für ein Busticket dort hin bezahlen zu müssen und konnte mich mit einem netten Busfahrer über Schweden und das Leben dort unterhalten. Und Elke kriegt ne Sim-Karte…
Aber der Tag war ja noch lange nicht zu Ende. In Schweden lernte ich Elkes beste Freundin, die Schwedin Malin (gesprochen Mohrlinn), kennen. Zum Abendbrot hab es Reis, Salat und Tiefkühl – JAKOBSMUSCHELN aus dem Supermarkt…*irx kotz bäh schüttel*….wie ekelig ist das denn?!….ich bin dann doch ganz dezent beim Reis geblieben.
Anschließend gingen wir zu Malin nach Hause. Dazu muss gesagt werden, dass ich vom schwedischen Wohnstil ganz verwundert und begeisterT bin. Wohnungen sind hier so billig, dass jeder nach der Schule grundsätzlich auszieht. So hat auch Malin mit 21 bereits eine große eigene Wohnung.
Ebenfalls die Jobsituation ist faszinierend. So arbeitet Malin ohne Ausbildung in einem Altenheim und verdient sich ihr Geld. Ebenfalls tun es ihre Freundinnen, ohne Ausbildung. Sogar Lehrer kann man ohne Ausbildung werden, wenn mal keiner mit Ausbildung gefunden wird.
Bei Malin tranken wir dann zwei von ihr gemixte Cocktails, wofür sie ein ausgesprochenes Talent besitzt! Und sie besitzt noch ein weiteres: Malin ist Sängerin auf einem Kreuzschiff, wovon sie uns mit Gitarre und glasklarer, hoher Stimme eine unglaubliche Kostprobe gegeben hat. Tolles Mädchen, tolle Stimme, tolle Wohnung, tolle Cocktails. Und mit ihrer Stimme verdient sie sich eine goldene Nase, was sie anspart, um demnächst mit einer Freundin durch China und Thailand auf unbestimmte Zeit zu reisen. Tolles Leben...
Nachts wollten wir zu einem Berg gehen, um uns die Sterne anzusehen, da Montag bis Mittwoch wohl Sternschnuppen – Nächte sein sollen. Allerdings war der Berg zu weit weg für Mädels, die von zwei Cocktails entschärft wurden und für meinen Teil fast 24 Stunden auf den Beinen waren. Also ging’s nach Hause…um 1:30 Uhr bin ich endlich in ein gütiges Koma gefallen…
Fühlt euch gedrückt,
Sandra
Sandra_in_Luxemburg - 12. Aug, 20:57