Ein letztes Mal Luxemburg … Donnerstag
Der Donnerstag war ein guter Tag! Eigentlich war er vollkommen und wird mir von meinem Luxemburg-Kurztripp wohl am meisten und intensivsten in Erinnerung bleiben.
Wunderschön begann schon der Morgen. Um 10 Uhr in der Früh war ich mit Pia verabredet, einer noch in Luxemburg arbeitenden, deutschen Freiwilligen, die ich schon im Februar 2008 auf dem Ausreiseseminar vor meiner Reise nach Luxemburg kennengelernt hatte.
Allerdings lag an diesem Morgen dicker, fetter, weißer Schnee. Nach dem Debakel mit der Kamera bzw. dem Foto-Handy am Vortag, hatte ich mir an diesem Morgen fest vorgenommen: Wenn Schnee liegt, stehe ich ganz früh auf, um noch zwischen dem Frühstück und VOR meinem Bus um halb 10 den Berg zu erklimmen und endlich mein Winterfoto vom Haus zu machen. Und so kam es dann auch…
Als ich mich nach dem Frühstück ganz rasch anzog, um hoch auf den Berg zu steigen, stand Maria gerade auf und fragte mich, ob ich nicht Txalo mitnehmen möchte. Ich wollte schon sehr gern, hatte aber eigentlich geplant, direkt vom Berg aus zur Bushaltestelle zu gehen, ohne noch mal zum Haus zurück zu kommen. Also schlug Maria vor: Wenn ich auf dem Berg bin, klingle ich sie an und sie ruft Txalo zurück zum Haus. Ich konnte es kaum glauben, aber sie sagte, Txalo wird direkt den Berg hinunter zum Haus rennen.
Zügig habe ich diesen Plan in die Tat umgesetzt und war schon nach 10 Minuten auf der Bergspitze angekommen. Eigentlich war dieses Unterfangen bei Schnee und Eis nur mit meinen Turnschuhen lebensgefährlich gewesen, aber ich kam gut durch und fand das Wandern bei Schnee irgendwie viel leichter als am Vortrag bei Matsch.
Kaum war ich oben, rief Maria vorm Haus stehend Txalo zu sich herunter. Mehrmals rief sie „Come!“, aber Txalo zögerte. Immer wieder drehte er sich nach mir um, als bräuchte er meine Erlaubnis los zu laufen und mich allein zu lassen. Klar, ein höflicher Hund lässt seine Begleitung nicht so mir nichts dir nichts im Schnee stehen ;) Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir jedenfalls noch nichts bei Txalos Zögern gedacht.
Nachdem ich meine Fotos gemacht hatte (übrigens sehr gelungene Bilder), sah ich auf dem Berg auf der anderen Seite des Tales eine Frau mit Hund, der Txalo erschreckend ähnlich sah. Und es war auch Txalo zusammen mit Maria :D Über das Tal hinweg schrieen wir ganz laut und konnten uns sogar unterhalten.
Weil ich überraschender Weise noch viel Zeit hatte, ging ich doch zurück zum Haus. Und nach nicht mal einer Minute kam Txalo, den ich eben noch auf der anderen Seite des Tales gesehen hatte, aus dem Wald gesprungen und war wieder bei mir! Ich war ganz schön baff und konnte mir auch nicht erklären, wie er das gemacht hat. Oder warum.
Warum ich dieses Ereignis jetzt so scheinbar überflüssig detailliert beschrieben habe, erfahrt ihr am Ende dieses Eintrages.
Ich sprintete also zum Haus, hatte noch Zeit Hose und Socken zu wechseln (was dringend nötig war) und wartete vergebens auf den Bus. Letztendlich kam ich aber an Pias und meinem Treffpunkt nur 20 Minuten zu spät an.
Die Wiedersehensfreude war groß und typisch Mädchen plauderten wir wie wild aufeinander ein, kicherten, gackerten und schwelgten etwas in schönen Erinnerungen. Nachdem wir ein paar sehr verrückte Sachen gemacht und einen Kaffee getrunken hatten, trennten sich unsere Wege wieder. Es war ein gelungenes und kurzes Wiedersehen.
Nachdem ich dann wieder mehrere Stunden auf der Couch verbracht hatte, traf ich mich mit Maria kurz nach 18 Uhr vorm Infoladen, den ich mir unbedingt noch einmal ansehen wollte. Leider war er verschlossen, aber ich konnte durch die Glastür erkennen, dass sich absolut gar nichts an seinem Antlitz geändert hatte.
Mit Maria redete ich aufgeregt über die verrückten Sachen, die Pia und ich angestellt hatten, während wir zu der kleinen Kirche in Tetange fuhren (das Dorf in dem ich wohne). Sie hatte diese Kirche, die ich im Sommer zusammen mit meinen Besuchern Stefan und Caro besichtigt hatte, in den 7 Jahren, die sie in Luxemburg lebt, noch niemals von innen gesehen. Und auch dieses Mal kam es nicht dazu, denn die Kirche war um diese Zeit bereits abgeschlossen. Wirklich schade…
Zuhause angekommen, stellten Maria und ich fest, dass unser Traum wahr geworden war: WIR WAREN fast ALLEIN!!! Nur Sandra lag krank in ihrem Bett. Aufgrund des einjährigen Bestehens der Infobar im Infoladen, waren sämtliche Hausbewohner zum Infoladen ausgeflogen.
Jetzt konnten wir uns wie früher mit unserem Essen zusammen aufs Sofa flätzen und tatsächlich GERMANYS NEXT TOPMODEL GUCKEN, so wie wir es letztes Jahr jeden Donnerstag gemacht hatten. Der Wahnsinn! Leider wurde unser Plan von Sandra durchkreuzt, die sich etwas zu essen machte und ebenfalls im Wohnzimmer sitzen blieb, natürlich auf der Couch, so dass Maria und ich mal wieder getrennt sitzen mussten.
Darum und weil die Sendung furchtbar langweilig war, gingen wir bereits nach einer Stunde in Marias Zimmer. Dort tollten wir mit Txalo noch ein bisschen im Bett herum, machten Fotos von unseren Albernheiten und ich übersetzte ein E-Mail, das meine Eltern an mich und Maria adressiert hatten.
Eigentlich wollte ich es einfach auf englisch vorlesen, aber ich konnte nicht. Jedesmal, wenn ich zu einem Versuch ansetzte, schnürte ein dicker Tränenklos mir die Kehle zu und ich bekam keinen Ton mehr raus. Die Worte in der Mail waren sehr bewegend und sehr passend. Da ich also nicht reden konnte, übersetzte ich den Text schriftlich, Maria las dabei synchron mit und war ebenfalls sehr bewegt. Allerdings hat sie nur schwer geatmet und nicht wie ich geheult wie ein Schlosshund!
Als wir dann so über Txalo redeten, kam der heutige Morgen zu Sprache und Maria sagte, Txalo würde mich sehr lieben. Ihr Begründung war: Als sie Txalo heute Morgen vom Berg zum Haus gerufen hatte, hat er gezögert. Außerdem hatte es nicht ausgereicht „Come!“ (Komm!) zu rufen, sondern sie musste „A casa!“ (Ins Haus!) schreien, damit er kam. Als er einmal mit Marias bester Freundin Arraté oben auf dem Berg gewesen war, sei er schon fast von allein und nach einem unterstützenden „Come!“ runter zum Haus gelaufen.
Dann fragte ich Maria, wie sie das gemacht hatte, dass Txalo plötzlich von der einen Seite des Tales den ganzen Berg hinunter und auf der anderen Seite wieder herauf zu mir gelaufen kam. Da meinte sie ganz trocken, sie hätte gar nichts gemacht. Txalo sei ihr einfach davon und zu mir zurück gelaufen, was heißt, das ich ihm sehr viel bedeute.
Ich weiß nicht, ob man als Außenstehender verstehen kann, warum ich diese Tatsache so schön finde, dass ich so detailliert beschreibe, aber für mich waren Marias Worte über Txalo die perfekten Gute-Nacht-Worte. Ich konnte mich darüber freuen, dass Txalo wieder wusste, wer ich war, statt nur stinkig zu sein, dass ich ihm seinen Platz in Marias Bett weggeschnappt hatte…
Wunderschön begann schon der Morgen. Um 10 Uhr in der Früh war ich mit Pia verabredet, einer noch in Luxemburg arbeitenden, deutschen Freiwilligen, die ich schon im Februar 2008 auf dem Ausreiseseminar vor meiner Reise nach Luxemburg kennengelernt hatte.
Allerdings lag an diesem Morgen dicker, fetter, weißer Schnee. Nach dem Debakel mit der Kamera bzw. dem Foto-Handy am Vortag, hatte ich mir an diesem Morgen fest vorgenommen: Wenn Schnee liegt, stehe ich ganz früh auf, um noch zwischen dem Frühstück und VOR meinem Bus um halb 10 den Berg zu erklimmen und endlich mein Winterfoto vom Haus zu machen. Und so kam es dann auch…
Als ich mich nach dem Frühstück ganz rasch anzog, um hoch auf den Berg zu steigen, stand Maria gerade auf und fragte mich, ob ich nicht Txalo mitnehmen möchte. Ich wollte schon sehr gern, hatte aber eigentlich geplant, direkt vom Berg aus zur Bushaltestelle zu gehen, ohne noch mal zum Haus zurück zu kommen. Also schlug Maria vor: Wenn ich auf dem Berg bin, klingle ich sie an und sie ruft Txalo zurück zum Haus. Ich konnte es kaum glauben, aber sie sagte, Txalo wird direkt den Berg hinunter zum Haus rennen.
Zügig habe ich diesen Plan in die Tat umgesetzt und war schon nach 10 Minuten auf der Bergspitze angekommen. Eigentlich war dieses Unterfangen bei Schnee und Eis nur mit meinen Turnschuhen lebensgefährlich gewesen, aber ich kam gut durch und fand das Wandern bei Schnee irgendwie viel leichter als am Vortrag bei Matsch.
Kaum war ich oben, rief Maria vorm Haus stehend Txalo zu sich herunter. Mehrmals rief sie „Come!“, aber Txalo zögerte. Immer wieder drehte er sich nach mir um, als bräuchte er meine Erlaubnis los zu laufen und mich allein zu lassen. Klar, ein höflicher Hund lässt seine Begleitung nicht so mir nichts dir nichts im Schnee stehen ;) Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir jedenfalls noch nichts bei Txalos Zögern gedacht.
Nachdem ich meine Fotos gemacht hatte (übrigens sehr gelungene Bilder), sah ich auf dem Berg auf der anderen Seite des Tales eine Frau mit Hund, der Txalo erschreckend ähnlich sah. Und es war auch Txalo zusammen mit Maria :D Über das Tal hinweg schrieen wir ganz laut und konnten uns sogar unterhalten.
Weil ich überraschender Weise noch viel Zeit hatte, ging ich doch zurück zum Haus. Und nach nicht mal einer Minute kam Txalo, den ich eben noch auf der anderen Seite des Tales gesehen hatte, aus dem Wald gesprungen und war wieder bei mir! Ich war ganz schön baff und konnte mir auch nicht erklären, wie er das gemacht hat. Oder warum.
Warum ich dieses Ereignis jetzt so scheinbar überflüssig detailliert beschrieben habe, erfahrt ihr am Ende dieses Eintrages.
Ich sprintete also zum Haus, hatte noch Zeit Hose und Socken zu wechseln (was dringend nötig war) und wartete vergebens auf den Bus. Letztendlich kam ich aber an Pias und meinem Treffpunkt nur 20 Minuten zu spät an.
Die Wiedersehensfreude war groß und typisch Mädchen plauderten wir wie wild aufeinander ein, kicherten, gackerten und schwelgten etwas in schönen Erinnerungen. Nachdem wir ein paar sehr verrückte Sachen gemacht und einen Kaffee getrunken hatten, trennten sich unsere Wege wieder. Es war ein gelungenes und kurzes Wiedersehen.
Nachdem ich dann wieder mehrere Stunden auf der Couch verbracht hatte, traf ich mich mit Maria kurz nach 18 Uhr vorm Infoladen, den ich mir unbedingt noch einmal ansehen wollte. Leider war er verschlossen, aber ich konnte durch die Glastür erkennen, dass sich absolut gar nichts an seinem Antlitz geändert hatte.
Mit Maria redete ich aufgeregt über die verrückten Sachen, die Pia und ich angestellt hatten, während wir zu der kleinen Kirche in Tetange fuhren (das Dorf in dem ich wohne). Sie hatte diese Kirche, die ich im Sommer zusammen mit meinen Besuchern Stefan und Caro besichtigt hatte, in den 7 Jahren, die sie in Luxemburg lebt, noch niemals von innen gesehen. Und auch dieses Mal kam es nicht dazu, denn die Kirche war um diese Zeit bereits abgeschlossen. Wirklich schade…
Zuhause angekommen, stellten Maria und ich fest, dass unser Traum wahr geworden war: WIR WAREN fast ALLEIN!!! Nur Sandra lag krank in ihrem Bett. Aufgrund des einjährigen Bestehens der Infobar im Infoladen, waren sämtliche Hausbewohner zum Infoladen ausgeflogen.
Jetzt konnten wir uns wie früher mit unserem Essen zusammen aufs Sofa flätzen und tatsächlich GERMANYS NEXT TOPMODEL GUCKEN, so wie wir es letztes Jahr jeden Donnerstag gemacht hatten. Der Wahnsinn! Leider wurde unser Plan von Sandra durchkreuzt, die sich etwas zu essen machte und ebenfalls im Wohnzimmer sitzen blieb, natürlich auf der Couch, so dass Maria und ich mal wieder getrennt sitzen mussten.
Darum und weil die Sendung furchtbar langweilig war, gingen wir bereits nach einer Stunde in Marias Zimmer. Dort tollten wir mit Txalo noch ein bisschen im Bett herum, machten Fotos von unseren Albernheiten und ich übersetzte ein E-Mail, das meine Eltern an mich und Maria adressiert hatten.
Eigentlich wollte ich es einfach auf englisch vorlesen, aber ich konnte nicht. Jedesmal, wenn ich zu einem Versuch ansetzte, schnürte ein dicker Tränenklos mir die Kehle zu und ich bekam keinen Ton mehr raus. Die Worte in der Mail waren sehr bewegend und sehr passend. Da ich also nicht reden konnte, übersetzte ich den Text schriftlich, Maria las dabei synchron mit und war ebenfalls sehr bewegt. Allerdings hat sie nur schwer geatmet und nicht wie ich geheult wie ein Schlosshund!
Als wir dann so über Txalo redeten, kam der heutige Morgen zu Sprache und Maria sagte, Txalo würde mich sehr lieben. Ihr Begründung war: Als sie Txalo heute Morgen vom Berg zum Haus gerufen hatte, hat er gezögert. Außerdem hatte es nicht ausgereicht „Come!“ (Komm!) zu rufen, sondern sie musste „A casa!“ (Ins Haus!) schreien, damit er kam. Als er einmal mit Marias bester Freundin Arraté oben auf dem Berg gewesen war, sei er schon fast von allein und nach einem unterstützenden „Come!“ runter zum Haus gelaufen.
Dann fragte ich Maria, wie sie das gemacht hatte, dass Txalo plötzlich von der einen Seite des Tales den ganzen Berg hinunter und auf der anderen Seite wieder herauf zu mir gelaufen kam. Da meinte sie ganz trocken, sie hätte gar nichts gemacht. Txalo sei ihr einfach davon und zu mir zurück gelaufen, was heißt, das ich ihm sehr viel bedeute.
Ich weiß nicht, ob man als Außenstehender verstehen kann, warum ich diese Tatsache so schön finde, dass ich so detailliert beschreibe, aber für mich waren Marias Worte über Txalo die perfekten Gute-Nacht-Worte. Ich konnte mich darüber freuen, dass Txalo wieder wusste, wer ich war, statt nur stinkig zu sein, dass ich ihm seinen Platz in Marias Bett weggeschnappt hatte…
Sandra_in_Luxemburg - 13. Feb, 22:41