Fernweh und Reiseplanung…

Wie manche von euch, die in der Schule brav aufgepasst haben, vielleicht wissen, grenzt Luxemburg an 3 Länder. Für die, die es nicht wissen, habe ich es ja jetzt gesagt. Die 3 angrenzenden Länder sind Frankreich im Süden, Belgien im Westen und Norden, sowie Deutschland im Osten.
Man ist also relativ selten so zentral und so nah an so vielen interessanten Orten gleichzeitig. Dementsprechend lang ist meine Reise-Wunschliste. In einer perfekten Welt würde ich gern Gelegenheit (und Geld) dazu finden, Paris, Brüssel, Metz, Trier und Amsterdam zu besuchen. Für andere Orte bin ich auch gern offen.

Luxemburg-und-Umgebungsstaaten


Durch meinen Status als Freiwillige bekomme ich sämtliche Rabatte und kann für ca. 20 € in jede der genannten Städte mit Bus kommen, nach Brüssel und Trier sogar kostenlos. Auch in Jugendherbergen gibt es Rabatte für…also MUSS ich das doch ausnutzen, da führt NICHTS dran vorbei…

So einfach ist das ganze jedoch nicht. Was davon sich tatsächlich verwirklichen lässt, bleibt noch offen. Brüssel und Metz werden kein Problem sein und irgendwann in den nächsten 5 Montanen mal über einen Wochenendetrip (von Freitag bis Samstag oder nur an einem Samstag) besucht. Trier bekommt nur einen Samstag von mir, da es ja nur Deutschland und daher nicht soo reizvoll ist :o)
Bei Paris und Amsterdam, den zwei wichtigsten Städten, sieht die Reiseplanung schon etwas schwieriger aus. Bei einer Anfahrt von 4 Stunden und jeder Menge Sehenswürdigkeiten kann und will ich weder allein hinfahren, noch nur über ein Wochenende. Für diese Städte sollte man sich schon mindestens 3 Tage Zeit nehmen und Sonntag zählt nicht als Tag, da alles geschlossen ist.

Allerdings stehe ich jetzt vor ungeahnten Problemen mit dieser Planung. Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht damit. Die Schwierigkeit ist Folgende: Ich habe noch ca. 20 Wochenenden Zeit, um all diese Trips zu machen, sowie für andere Wochenendunternehmungen (wie das Kulturfestival oder Theaterbesuche) und Besuch von zuhause zu empfangen. Alle anderen Freiwilligen, mit denen ich mich angefreundet habe, bleiben aber nur noch 14 bis 16 Wochen hier, gehen also alle im Juli wieder zurück nach Hause.
Unter dem Aspekt, dass ich nicht allein verreisen möchte, muss ich also alle meine Reisen an ca. 14 Wochenenden erledigen. Rechne ich also mal zusammen: Paris, Brüssel, Metz, Trier und Amsterdam machen 5 Wochenenden, Martins Besuche machen ca. 6 Wochenenden, dazu kommen 3 Veranstaltungen des Infoladens an 3 Wochenenden und schließlich ausstehende Partys, Kochabende, Videoabende, Theater- und Kinowochenenden.
Irgendwie komme ich da beim Addieren auf mehr als 14 Wochenenden….ich habe also ein halbes Jahr Zeit und schaffe es tatsächlich, mehr vorzuhaben, als ich Zeit habe.

Denn es kommt natürlich ein logistisches Problem zu all dem dazu: Nicht alle Freiwilligen, mit denen ich verreisen möchte, haben zur gleichen Zeit die Zeit für Reisen und Unternehmungen, denn jeder hat seinen eigenen Plan und seine eigenen Veranstaltungen der eigenen Projekte.
So wurde es zu einem Akt, einen Reisetermin für Paris und Amsterdam zu finden und der Akt ist nach wie vor nicht beendet. Ursprünglich als eine Reise zu viert geplant, werde ich jetzt im April allein mit Céline nach Paris reisen, da die anderen Freiwilligen keine Zeit haben.
Allerdings gibt es NOCH EIN Problem: der Reiseveranstalter Eurolines, mit dem wir Freiwilligen normaler Weise reisen, weil es spottbillig ist, hat seine Busfahrpläne für April noch nicht fertig. Also können wir auch noch keine Tickets kaufen. Als wäre das noch nicht nervend genug, hat am 1. Februar das Büro von Eurolines in Luxemburg geschlossen…in ganz Luxemburg ist Eurolines jetzt nicht mehr vertreten. Bei Eurolines Belgien hat man uns am Telefon nach Eurolines Paris verwiesen, wo wir nach Eurolines Deutschland verwiesen wurden, wo wir nach Eurolines Belgien verwiesen wurden….oder so ähnlich. Es war ein großes Durcheinander…niemand am Telefon wusste etwas.
Mittlerweile hat Céline heraus gefunden, dass wir die Tickets in Metz kaufen müssen, wo zufällig und glücklicher Weise eine Freiwillige wohnt, die sie daher für uns kauft. Allerdings geht das erst, wenn der Busfahrplan für April fertig ist und Gott weiß, wann das sein wird…wir haben ja erst Ende März, wozu also die Eile?!?!

Wenn alles klappt, werde ich also mit Céline vom 28. April bis 2. Mai die französische Hauptstadt besuchen und kann das dann auf meiner Liste abhaken.
In Sachen Amsterdam war das Glück allerdings weniger auf meiner Seite. Ursprünglich war Amsterdam für das Osterwochenende geplant gewesen. Ich war schon leicht am Boden zerstört, weil damit genau das Wochenende gewählt wurde, an dem ich Besuch von Martin erhalten werde, ich aber um jeden Preis noch nach Amsterdam möchte.
In aller letzter Sekunde (und nach einigen Missverständnissen, denn ich hätte es schon viel eher erfahren können), kam mir zu Ohren, dass Amsterdam über Ostern ins Wasser fällt, weil zum einen zu wenige Freiwillige an diesem Wochenende Zeit hatten und zum anderen keine Plätze in Jugendherbergen mehr frei waren.
Gleichzeitig erfuhr ich, dass andere Freiwillige die Planung an sich gerissen hatten und nun die Amsterdam-Reise für Anfang April planten. Ich schwebte im Glück als ich das erfuhr :o))) Das würde bedeuten, dass ich auf nichts verzichten müsste und bis Mitte April bereits die beiden wichtigsten Städte, Amsterdam und Paris, von meiner Wunschliste streichen könnte.

Voller Enthusiasmus erzählte ich am nächsten Tag Natalia, meiner Tutorin, dass ich im April gern Urlaub nehmen möchte um zu verreisen, als sie doch tatsächlich meinen Enthusiasmus in Tausend Stücke schlug, als sie mir sagte, dass ich am 12. und am 19. April anwesend sein muss, aufgrund von Veranstaltung. Da ich den genauen Termin für Amsterdam noch nicht wusste, hieß es von da an bangen, dass die Reise nicht über den 12. April stattfinden wird.
Und jetzt ratet mal, wann die Reise stattfindet?! RICHTIG: Vom 11. bis 13. April….scheiß Murphy und seine Gesetze!!!
Ich geriet also von am Boden zerstört in absoluten Freudentaumel und wieder zurück zu am Boden zerstört.
Gestern erfuhr ich, dass die Amsterdam-Reise verschoben wurde…auf den 19. April. Tolle Wurst…

Mittlerweile habe ich Amsterdam jetzt geplant als Alternativ-Reise für den Sommer. Alternativ-Reise heißt Folgendes: Viele Freiwillige haben mir erzählt, dass die am häufigsten gewählte Reiseart hier in der Gegend das Reisen per Mitfahrzentrale ist – ist ja auch logisch, so nah, wie hier alles ist und so zentral, wie Luxemburg liegt.
Für alle Omas und Opas, Mamas und Papas: Eine Mitfahrzentrale findet man im Internet, sie ermöglicht sozusagen modernes Trampen. In dieser Mitfahrzentrale sind viele Autofahrer registriert, die in bestimmte Städte fahren und anderen Menschen anbieten, sie für ein wenig Spritgeld mitzunehmen. Die meistens Fahrer sind auch bewertet nach Zuverlässigkeit etc.
Ich kenne viele, die so bereits gereist sind, da es die mit Abstand billigste und komfortabelste Art und Weise ist, in die gewünschte Stadt zu gelangen. Die Freiwilligen, die mir davon erzählten waren ausschließlich begeistert, weil es problemlos funktionierte, da es hier eben eine übliche Art zu verreisen zu sein scheint.
Und eine spezielle Art zu übernachten gibt es ebenfalls. Falls ich nicht in einer Jugendherberge übernachten werde, werde ich das sogenannte und in ganz Europa existierende „Couch Serving“ nutzen. Wieder im Internet findet man Leute, die ein Zimmer und eine Couch in ihrer Wohnung übrig haben und dieses für eine Übernachtung zur Verfügung stellen. Klingt komisch, aber auch bei diesem Thema bin ich unter den Freiwilligen nur auf Begeisterung gestoßen…für mich ist das auf jeden Fall mal eine Erfahrung wert, also mal sehen, ob ich diese Idee tatsächlich verwirkliche.
Das Problem ist natürlich noch, mit wem ich diese Reise unternehme…an willigen Freiwilligen fehlt es mir nicht, aber so eine Reise lässt sich nur zu Zweit verwirklichen. Ab 3 Leuten wird es schwer bis unmöglich einen Autofahrer und eine Couch zu finden. Ich muss also einen Freiwilligen finden, mit dem ich es zwei oder drei Tage am Stück aushalte, der zur gleichen Zeit wie ich Zeit hat zu verreisen und für den das ganze natürlich nicht zu alternativ ist :o)


Ich stehe also noch vor einigen Schwierigkeiten bei der Realisierung meiner Reisepläne. Ich halte euch natürlich weiter auf dem Laufenden, was wann und mit wem klappt und im Nachhinein, wie es gewesen ist….wenn es überhaupt jemals so weit kommt :o)



Fühlt euch gedrückt,
knutschi

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