Montag, 10. März 2008

Célines Geburtstagsparty…

Vorgestern, am Samstag, hatte Céline Geburtstag und schon vor einiger Zeit zu ihrer großen Geburtstagsparty eingeladen. Sie wurden 19.
Eingeladen waren wie immer alle Freiwilligen, sowie mit einem großen Ausrufezeichen jede Menge Freunde und Freundes Freunde. Die Party sollte 20 Uhr beginnen, aber wer kommt schon pünktlich?!
Als ich um dreiviertel 9 ankam war ich der zweite Gast. Der Erste war Célines Nachbarin. Außerdem waren ihre Eltern und ihr kleiner Bruder da, der für die meiste Zeit des Abends für die „Musik“ sorgte. Diese „Musik“ war dann rhythmische BUM-BUM-BUM-du-hast-den-schönsten-Arsch-der-Welt-Musik :o) Dieses Lied war zwar nicht dabei, aber jede Menge BUM-BUM, Scooter und DJ’s ohne Ende. Aber jede Musik hat ihre Berechtigung, solange sie nur von genügend Menschen gehört wird :o)

Überraschend war das grandiose Buffet in der Küche. Es gab nicht nur viele verschiedene, klein geschnittene Früchte (Äpfel, Kiwi, Ananas, Banane, Melone…), sondern was noch viel wichtiger ist, einen kleinen Schokoladen-Springbrunnen, in den man die Früchte eintauchen konnte :o) Außerdem gab viele Süßigkeiten, Chips, Kekse und Kuchen. Ich war im Paradies…

Ich will auch einen Schokoladen-Springbrunnen für Zuhause...


Nach 20 Minuten war ich total satt und bis zum Scheitel vollgestopft…leider hatte ich zum Abendbrot zuhause zu gut gegessen.
Auch der Alkohol ließ wenig zu wüschen übrig. Neben natürlich Bier gab es sowohl viele härtere Sachen, als auch eine wahnsinnig leckere Bowle, die ich im Überfluss in mich hinein geschüttet habe :o)
Als mir Céline im Laufe des Abends allerdings erklärte, dass ihr der Pfirsich-Sekt MIT Alkohol für die Bowle zu teuer war und sie deshalb Pfirsich-Sekt OHNE Alkohol genommen hatte, konnte ich mir auch erklären, warum die Bowle selbst nach dem achten Becher überhaupt nicht anschlug. Dazu kam noch das viele Essen zuvor…da konnte das bisschen Weißwein in der Bowle ja gar nicht anschlagen.

Das wäre allerdings dringend notwendig gewesen, denn so berauschend war die Party nicht, außerdem musste ich irgendwie die Musik überstehen :o)
An netten Leuten und jeder Menge Small-Talk mangelte es zwar nicht, aber es waren für meinen Geschmack ein bisschen zu wenig Freiwillige da (mit mir und den Mitbewohnern von Céline 12 von möglichen 28) und ein bisschen zu viele Fremde…eben die Freunde und Freundes Freunde :o)
So musste ich ca. 8 Mal am Abend erzählen wie ich heiße, woher ich ursprünglich komme, was ich in Luxemburg mache, woraus meine Arbeit besteht ob es mir hier gefällt. Diese Art Gespräche führe ich wirklich nicht allzu gern….reden, nur um was zu sagen, ist eben nicht mein Ding, das kann ich leider nicht ändern. Was das betrifft bin ich wirklich nicht allzu gesellschaftsfähig :o)
Überhaupt war reden das große Thema: solange ich anwesend war, bis ca. 2:30 Uhr, hat sich niemand aus seinem Sessel, von seinem Stuhl oder von seiner Couch hoch bewegt und sich mal bewegt. Alle saßen mit nem Becher in der Hand da und haben geplaudert, gegessen oder in der Gegend umher geguckt, wenn es mal grad nix zu reden gab :o)

Auch Céline langweilte sich etwas und war um 2 Uhr müde genug, um ins Bett zu gehen, was natürlich nicht möglich war, da die Party noch lange nicht zu Ende war und viele Leute dort zum schlafen blieben :o) Allerdings haben mir mehrere Personen um diese Uhrzeit erzählt, wie müde sie sind und wie gern sie schlafen gehen würden…

Für ca. eine Stunde lang bekam ich dann plötzlich unfreiwillig den Job des DJ’s zugeteilt. Weil das BUM-BUM jedem auf die Nerven ging und Célines Bruder irgendwann keine Lust mehr hatte am PC zu sitzen und Musik zu machen, die kaum jemand hören möchte, wählte ich ein Lied bei YouTube aus. (Für alle Mamas, Papas, Omas und Opas: YouTube ist eine Internetseite, auf der man unter anderem Musik finden kann. Man muss nur den Namen des Künstlers oder des Liedes eingeben und schon hat man das Lied samt Video und kann es abspielen). Da es niemand anderes tat, gab ich weiter Musik ein und befand mich auf meiner Couch in guter Gesellschaft von Leuten, die meine Musik klasse fanden.
Natürlich gab bei mir kein BUM-BUM, sondern Rock. Ich spielte erst mal konsequent alles mit „The“ durch, das mir einfiel. The White Stripes, The Strokes, The Hives, The Killer, The Arctic Monkeys….usw. (Für alle Mamas, Papas, Omas und Opas: britische Bands, die mit dem Artikel “The” beginnen, haben meistens einen ganz besonderen, oft ähnlichen Stil, der mir und meinen Mitmenschen auf dem Sofa sehr gefällt. Die erste britische Band mit „The“ waren übrigens „The Beatles“, so viel zu dem Stil).
Nach einer knappen Stunden beschwerten sich allerdings die ganzen Couch-Potatoes (zu deutsch Sesselpupser…*haha*) über meine Musik. „Zu rockig“….na ja, aber kaum, dass ich weg war, haben sie nach mir geschrieen (das Wort ist richtig geschrieben!), weil keiner mehr Musik machte. Was sie gerne hören möchten, konnten sie mir allerdings auch nicht sagen….aber egal…Hauptsache beschweren.

Ich hatte mir jedenfalls den Night Rider mal wieder bestellt….diesmal für 2 Uhr morgens. Als dieser um 2:30 Uhr aber immer noch nicht da war, musste ich mir Horrorgeschichten anhören, wie „der ist bestimmt schon früher durchgefahren“ oder „der kommt bestimmt nicht mehr“. Ich wollte dort aber nicht schlafen.
Glücklicherweise wollten sich Kristel, eine Freiwillige, und ihr Freund gerade mit dem Auto auf den Heimweg nach Frankreich machen. Da Tétange an der französischen Grenze liegt und damit sozusagen auch auf ihrem Heimweg, haben die beiden mich gern mitgenommen, um mich nach Hause zu bringen. Und jetzt ratet mal….es war 2:40 Uhr, wir sind gerade einmal eine knappe Minute unterwegs, da kommt uns der Night Rider entgegen…:o) Irgendwie tat mir der Fahrer dann ein wenig leid! Nachdem ich zwei Wochen zuvor eineinhalb Stunden lang mit ihm gefahren bin, weiß ich ja, wie sehr der Fahrer im Stress steht und sich alle Mühe der Welt gibt, pünktlich zu kommen. Und jetzt kommt er am Ziel an, aber seine Zielperson ist nicht mehr da…der Ärmste.

Um 3 Uhr war ich jedenfalls zuhause und bin (schon wieder) hungrig und tot ins Bett gefallen :o)


Knutschis,
bis Morgen :o)

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