Sonntag, 9. März 2008

Das Leben im Haus…Teil 1

Bei dem Thema „Das Leben im Haus“ habe ich schon beinah eine Schreibblockade. Da das Leben hier für mich zum Alltag geworden ist, ist es schwer Dinge zu finden, die erwähnenswert und besonders sind.
Daher schildere ich euch einfach die allgemeine Situationen hier, die euch vielleicht merkwürdig oder bemerkenswert vorkommen mag, für mich aber schon normal ist.

Ein Tag in Luxemburg beginnt relativ spät. Als erstes verlässt Kay (41), der erste und einzige Fahrradkurier ganz Luxemburgs, um ca. 8 Uhr das Haus, um mit dem Bus zu seinem Fahrrad zu fahren.
Um 8:30 Uhr krieche ich aus meinem Bett und wechsle das Haus, um ins Bad zu kommen. Anschließend frühstücke ich und werde mit riesen großen unschuldigen Kulleraugen von Katze Matschka anmiaut, weil sie Milch möchte. Was das betrifft ist sie sehr gut konditioniert…sobald ich meinen Toast in den Toaster packe, weiß sie, dass ich gleich zum Kühlschrank gehe und folgt mir auf Schritt und Tritt bzw. läuft mir vor den Füßen herum und schreit mich an. Manchmal gebe ich nach, aber meistens nicht, denn sie zeigt keinerlei Dankbarkeit.
Beim Frühstücken sehe ich das deutsche Frühstücksfernsehen auf Sat.1. Bis 9:30 Uhr ist auch Sandra mit ihrem Tee und ihrem morgendlichen Sudoku fertig und wir beginnen (seit jetzt 2 Wochen) mit unserem gemeinsamen Frühsport, nach Anleitung meines Fitnessbuches.
Ich bin sehr froh, dass Sandra auf diesen Frühsport so begeistert angesprungen ist und die morgendliche Aktivität nun nicht mehr wegzudenken ist. Wir fühlen uns zwar jeden Morgen aufs neue wie vom Laster überfahren aufgrund des starken Muskelkaters, aber nach dem Sport haben wir immer gute Laune und sind frisch. Das tut gut…

Irgendwann zwischen 10 und 11 Uhr (ganz selten auch mal danch) kommt Ender aus seiner Hütte oder von seiner Freundin und wir fahren zusammen mit dem Bus zum Infoladen nach Esch. Da er jeden Abend Badmintontraining und eine Freundin hat, verlassen wir getrennt zwischen 17 und 18 den Infoladen.

Zuhause wird Abends gekocht…meistens kocht jeder für sich, außer natürlich Kay und Sandra füreinander, aber manchmal kann ich bei den beiden auch mitessen. Das ist auch gut so, denn was die warmen Speisen betrifft, ernähre ich mich fast ausschließlich von Nudeln oder manchmal Reis oder Couscous. Das alles kommt mir wirklich schon aus den Ohren.

Was die Sauberkeit betrifft ist dieser Haushalt unschlagbar – sowohl was die Produktion an Dreck betrifft, als auch was das häufige Putzen betrifft.
Bei 4 Katzen, einem Hund und jeder Menge Wald bzw. bei Regen ggf. Schlamm um uns herum fällt jede Menge Dreck an. Auch wie viel Geschirr 6 Menschen über den Tag verbrauchen ist unglaublich.
Doch glücklicher Weise haben wir Sandra. Mindestens einmal am Tag hat sie den Besen in der Hand und was den Abwasch betrifft, ist es schwer ihr zuvor zu kommen. Ich habe manchmal sogar ein schlechtes Gewissen, wenn ich meinen Abwasch einfach mal eine Stunde stehen lassen möchte, um mein Essen zu verdauen. Das schlechte Gewissen mag unnötig sein, denn Sandra ist einem ja nicht böse. Aber putzen, vor allem SOFORT putzen liegt ihr einfach in den Adern…sie kann nicht anders. Aber lieber so, als Mitbewohner, die das Haus verwahrlosen lassen.
Sauber ist es hier also. Es gibt zwar keinen Haushaltsplan, aber es funktioniert anstandslos, dass jedes Wochenende jemand anderes mit putzen dran ist und jeden Tag jeder mal abwäscht oder das gewaschene Geschirr wegstellt. Jedes Wochenende wird ausführlichst bis in die kleinste Ecke gefegt, gesaugt und gewischt.
Falls jemand nichts zu tun hat – Abwasch gibt es immer!

Und noch etwas ist ganz elementar für das Wochenende: die Gartenarbeit. Der Garten ist riesig und bietet daher ohnehin viel Arbeitsfläche. Es ist Platz für unzählige Beete, die allerdings erst wieder „erschaffen“ werden müssen, da hier am Wald über den Winter alles mit Gras und Pflanzen zuwächst.
Vor zwei Wochen, es war wunderschönes warmes Wetter, haben Sandra und ich die ersten 3 Beete freigehackt (eine wirkliche Knochenarbeit)und schon Bohnen gepflanzt. So haben wir uns stundenlang an der frischen Luft aufgehalten, während Kay und Ender das Chaos im Wald beseitigt haben. Nur wenige Tage vor meiner Ankunft in Luxemburg wurden nämlich anscheinend alle an das Haus angrenzenden Bäume beschnitten oder gefällt.
Die Menge an herum liegenden Holz war immens, so dass wir von morgens bis spät nachts Feuer gemacht haben. Den ganzen Tag an der frischen Luft zu verbringen und so viel harte, körperliche Arbeit zu verrichten hat mir wirklich Spaß gemacht, vor allem, wenn man dann am Ende des Tages das Ergebnis sieht: ein sauberer, viel größerer, holfreier Garten mit Beeten :o)

Der Garten von Kays Zimmer aus


Dieses Bild ist von vorhin. Denn auch gestern und heute wurde viel gearbeitet (z.B. einer der Gartenschuppen gnadenlos entrümpelt) und wieder Feuer gemacht (diesmal auf dem Foto rechts in der großen Metalltonne, an der Ender steht), aber weil ich so viel zu schreiben habe und es relativ kalt draußen ist, hatte ich diesmal nicht so richtig die Lust, daran teil zu nehmen.


So viel sei also erst mal über mein Leben im Haus gesagt. Sofern mir ein paar mehr Besonderheiten einfallen sind, werde ich euch in Teil 2 davon berichten., aber das wird sicher noch ein Weilchen dauern :o)


Liebe Grüße und fühlt euch gedrückt…:-*

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