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Mittwoch, 11. Februar 2009

Ein letztes Mal Luxemburg … Dienstag

Am Dienstag gab es Sturm! Einen so heftigen Sturm, dass er mich um halb 8 in der Früh weckte und mich auch nicht wieder einschlafen ließ. Ich konnte in Marias Bett liegend aus dem Fenster mit ansehen, wie sich die Dachziegel auf dem Haus nebenan bei jeder Windböe lösten und einige Zentimeter in die Höhe klappten. Wie das Stromkabel, das die beiden Häuser verbindet, Besorgnis erregend schlackerte. Und wie die Bäume ihre Köpfe neigten.

Nach dem morgendlichen Gang durchs Badezimmer, stand ich gerade ganz unschuldig in Marias Zimmer vorm Spiegel, als sie schrie „Txalo, no!“.
Txalo, der es seit Sonntag auf meine Hausschuhe abgesehen hatte, hat an diesem Morgen mein Handy zum spielen gewählt. Das Ergebnis seiner Spielwut sind tiiiiefe Zahnabdrücke in meinem Handy und der Handy-Ledertasche, sowie ein zerstörtes, äußeres Display, das sowieso keinerlei Zweck hatte bei einem Klapphandy. Jetzt ist es bunt. Tja….selbst schuld, wenn man sein Handy im Bett liegen lässt. Zwar unter drei Kissen versteckt, aber Txalo findet alles! Immerhin funktioniert es immer noch anstandslos.

Mittlerweile ist es mal an der Zeit zu erwähnen, dass sich jede Menge im Haus verändert hat! Dabei meine ich nicht nur die Mitbewohner oder die sehr miese Stimmung zwischen Maria und den anderen. Ich meine vor allem die Äußerlichkeit. Ich zähle mal auf von oben nach unten, was ich noch im Kopf habe: Kay hat jetzt eine Tür und nicht mehr nur ein Loch zu seinem Zimmer, mein Zimmer ist vollkommen umgestaltet (neue Möbel, kein Teppich), aber das habe ich noch nicht gesehen. Der kaputte Kühlschrank, der in der Küche als Aufbewahrungsschrank genutzt wurde, ist durch eine sehr schöne Arbeitsfläche aus Holz ersetzt worden. Über dem Waschbecken befinden sich zwei Regale, unter anderem mit Henkeln für alle Tassen. Sehr hübsch. Das braune Ledersofa ist aus der Küche verschwunden, stattdessen stehe an selbiger Stelle die Ikea-Schränke aus meinem ehemaligen Zimmer. Der Toaster ist ENDLICH neu! Die Wände in der Küche sind nicht mehr rosa und hellblau, sondern weiß, die Wände im Wohnzimmer sind von ganz rosa zu halb rosa halb gelb gestrichen wurden. Die Sessel im Wohnzimmer sind weggeschmissen wurden, dafür stehen da jetzt die braunen Ledersessel aus der Küche. Die Eingangstür wurde wunderschön in braun und weiß gestrichen. Ender hat einen neuen Ofen.
Nebenan ist auch die Toilette nicht mehr rosa, sondern weiß. Sie Situation mit der Toilette, die mit dem Waschmaschinen-Abwasser gefüllt wird, hat sich allerdings nicht geändert und wird mir auch nicht fehlen. Der Duschkopf ist neu, was bei einem derart geringen Wasserdruck sehr viel ausmacht! Endlich gibt es einen weiteren (dritten) Wäscheständer. Und zu guter Letzt gab es zumindest einen Versuch, der Torbogen vorm Haus mit Efeu zu bepflanzen. Und zu guter Letzt das wichtigste nicht zu vergessen: Sandra und Kay wollen noch in diesem Jahr ausziehen und sich zusammen mit ihren verheirateten Freunden Alex(andra) und Claude ein Haus kaufen. Prophezeiungen, dass die WG im Doemptchengrond nicht mehr lange existieren wird, gibt es natürlich zur Genüge.
Da fragt sich nur, warum das alles passiert, NACHDEM ich weg bin!

Aber zurück zu meinem Tag. Bis 15 Uhr habe ich an diesem Tag erledigt, was es für mein FSJ-Seminar nächste Woche in Havelberg zu erledigen gab. Und zwar musste ich ein Konzept für ein Projekt ausarbeiten und bin ziemlich stolz, dass ich es so schnell geschafft habe.
Anschließend wurde ich abgeholt von Kay, Alex und Claude, die bereits ihr aller erstes Haus besichtigen wollten. Ja, ich bin tatsächlich genau in der Haus-Besichtigungs-Phase hier und da war ich doch mal neugierig. Ich ließ es mir nicht nehmen, mitzukommen.
Das Haus, das wir besichtigten war allerdings unter aller Sau! Viele Wände waren nicht richtig verputzt, die Decken waren teilweise ganz schön marode, genauso wie das Linoleum, die Elektronik wirkte lebensgefährlich. Das Haus war einfach ein Wrack. Wir alle waren uns einig, dass es irrsinnig viel Potential hat und dass man mit jeder Menge Geld und Zeit viel draus machen kann. Aber wer hat das schon beides…
Die zweite Hausbesichtigung fiel wegen des Unwetters aus, da der Verantwortliche es nicht durch den Sturm zum Haus schaffte.

Der Tag klang dann früh und gemütlich aus, allerdings immer noch mit der selben, schweigsamen Situation zwischen Maria und mir. Aber wer weiß, vielleicht kriege ich das noch geregelt…


Ich drücke euch!
Sandra

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