Mein erster Urlaub in Paris
Endlich, nach 3 Monaten Planung und ständiger Verschiebung des Termins, war die Reise nach Paris fest gebucht und wurde letzten Sonntag am 27. April verwirklicht. Spontan hatte sich Pia, die neue Freiwillige aus Deutschland entschieden, mich und Celine nach Paris zu begleiten und so trafen wir uns am Sonntag Mittag zu dritt am Bahnhof in Lux.
Da der Bus nach Paris am Montag Morgen um 7 Uhr vom belgischen Lüttich aus startete, mussten wir bereits am Sonntag zu Celine nach Hause ins belgische Eupen fahren und dort übernachten, da Montag Morgens so früh keine Züge nach Belgien fahren. In Eupen hieß es früh schlafen gehen, früh aufstehen und jede Menge Brot für die Fahrt schmieren.
Die Reise nach Paris:
Die Hinfahrt war unspektakulär. Aber wie ich da so saß, aus dem fahrenden Bus schaute und realisierte, dass ich gerade nach PARIS reise, überkam mich ein unglaubliches Gefühl von Stolz und Glücklichkeit, dass ich mir diese Reise selbst ermöglicht und erarbeitet hatte. Die Tatsache, dass ich momentan so viel erleben kann, ist nur das Resultat von einer Reihe glücklicher Zufälle und dem Mut, mich beworben zu haben und tatsächlich hier her gekommen zu sein. Ich hatte mein Leben ohne Hilfe selbst in die Hand genommen, das wurde mir in diesem Moment bewusst und gab mir einganz komisches Gefühl im Bauch.
Tag 1:
Aber Schluss mit der Sentimentalität. In Paris angekommen, hat es noch eine Stunde gedauert zu entscheiden, welche Metro-Tickets wir für unseren 5tägigen Aufenthalt kaufen werden, da man ohne Metro in Paris nicht weit kommt.
Die Verkäuferin am Ticket-Schalter wollte uns ein Ticket für 5 Tage und alle Zonen Paris’ für 47€ (!!!) andrehen. Nach langem Suchen haben wir ein Ticket für 5 Tage, die drei wichtigsten Zonen und nur 27€ gefunden, das uns auch noch Rabatt für zahlreiche Sehenswürsigkeiten verschafft.
Kaum in der Jugendherberge angekommen, haben wir unsere Taschen aufs Bett geschmissen, Klamotten gewechselt und sind zum Eiffelturm geflitzt! Die ganze Zeit über hatten wir ein glückliches Kribbeln im Bauch, dass wir tatsächlich in Paris sind!
Der erste Blick auf den Eiffelturm war ernüchtern: das Ding ist weder besonders hübsch bei Tage, noch so groß, wie wir ihn uns vorgestellt hatten. Doch je näher man kam, desto größer schien er zu werden und bei Nacht war sein Anblick traumhaft. Am Montag war fast keine Menschenseele am Eiffelturm gewesen. Kaum jemand wollte hoch, es gab keine Schlangen und dennoch entschieden wir uns, an einem anderen Tag hinauf zu gehen, da wir doch sehr erschöpft und müde waren.
Nach dem Eiffelturm ging’s zur Außenbesichtigung des Louvre, dem riesigen Pariser Museum, für dessen vollständige Innenbesichtigung man mindestens 3 Tage benötigt und in dem übrigens auch die Mona Lisa hängt. Abends ging es nach einem kurzen Spaziergang über die Champs Eyleés (gesprochen: Schoaselisee), die fast 2 km lange Prachtstraße von Paris, wieder zurück zum Eiffelturm, um die allabendliche, 10minütige Lichtshow zu jeder vollen Stunden ab 20 Uhr zu sehen. Hier „erfanden“ wir auch schon die „Sprungfotos“, also die Fotos, auf denen wir vor jeder Sehenswürdigkeit in die Luft springen.
Den ersten Tag haben wir also nur zum schauen, Fotos machen und Orientieren in der Metro und der Stadt genutzt.
Die Jugendherberge:
Unser Zimmer in der Jugendherberge haben wir mit 6 Mädchen geteilt, weshalb es nicht sehr komfortabel im Zimmer war. Ständig kam nachts jemand aus der Stadt zurück, wenn man schlafen wollte oder verließ zu früh morgens das Zimmer, wenn man immer noch schlafen wollte. Immer wurde man wach. Das Schlimmste war jedoch das Ohren betäubende Schnarchen der anderen, das mich fast komplett um den Schlaf gebracht hat…Glücklicher Weise hat Paris meine Adrenalin-Produktion so sehr angeregt, dass ich tagsüber nichts von der Müdigkeit spürte.
Weiteres Manko der Jugendherberge, mit dem ich keine Bekanntschaft gemacht habe, war, dass die Wassertemperatur der Duschen nicht verstellbar war und das Wasser dann so heiß war, dass sich Celine und Pia verbrüht haben. Seitdem sind wir in die großen, komfortablen Behinderten-Duschen gegangen, die alles boten, was man sich wünscht..
Das Essen:
An Tag zwei machten wir Bekanntschaft mit dem grauenvollen, französischen Frühstück. Es gab lediglich weißes Baguette-Brot und Marmelade, sowie ein bisschen Butter. Kein Käse, keine Wurst…nichts. Nur Marmelade. Um mir Brot für den Tag zu schmieren, habe ich mir dann im Supermarkt nebenan Käse gekauft.
Auch nach dem Frühstück mussten wir 3 feststellen, dass das Essen für die nächsten 5 Tage für uns zu wünschen übrig lassen wird. Die französischen Menüs konnten und wollten wir uns nicht leisten und so war das einzig Erschwingliche, das auch dauerhaft satt machte, das Essen bei McDonalds, im Döner Kebab oder, nachdem wir keine Pommes mehr sehen konnten, beim Chinesen.
Einmal haben wir den Fehler gemacht, zu Mittag in der Jugendherberge zu essen. Dort konnte man wählen zwischen einer Hauptspeise für 4,90€ und einem Menü, also Vor- Haupt- und Nachspeise, für 10€. Da die Vorspeise aus einer Tomate oder Scheibe Melone bestand und das Dessert ein winzig kleiner Muffin war, haben wir dankend darauf verzichtet, dafür 5€ mehr zu bezahlen. Die Hauptspeise bestand dann aus zu wenig Nudeln und einer Fertig-Bolognese - Soße, die in purem Fett schwamm…*irx*. Einmal und nie wieder…
Tag 2:
Wie jeden folgenden Tag auch, haben wir den Dienstag bis zum Anschlag voll gestopft, um so viel zu sehen, wie es nur irgend möglich ist. Durch einen Flyer in unserem Zimmer, wussten wir von einer kostenlosen „Sight-Seeing-Tour“ zu Fuß durch Paris.
Um 11 Uhr standen wir bereit am Treffpunkt und nahmen daran teil. Unser Guide war George, ein Amerikaner, der viel zu viel private Geschichten in die Tour mit einfließen ließ und uns 4 Stunden lang durch Paris geführt hat. Allein durch diese Tour konnten wir schon 20 Sehenswürdigkeiten abhaken. Der Haken an der Sache war jedoch, dass es die vollen 4 Stunden durchregnete. Unsere Stoffschuhe, unsere Socken und unsere Füße waren darauf nicht vorbereitet gewesen. Keiner von uns hatte aus Platzmangel Wechselschuhe mit nach Paris genommen. Da wir den gesamten Tag bis Nachts noch mit nassen, durchgeweichten Schuhen, Strümpfen und Füßen durch die Stadt liefen, hatten wir, vor allem ich, für die folgenden 3 Tage dicke, geschwollene, aufgeweichte, furchtbar schmerzende und glühend heiße Füße, mit denen ich zuerst nur noch humpeln konnte :o)
Nach der Tour begaben wir uns in das Pariser Wachsfiguren Kabinett „Musée Grévin“, das jedoch von der Qualität her nicht zu vergleichen war mit dem Londoner Kabinett Madame Tussauds. Nach einer total schönen, kleinen Lichtschow in einem stockdüsteren Raum, ging es ins Kabinett. Ich sah Bruce Willis, Julia Roberts, Romy Schneider, Sean Connery, viele Präsidenten, Schwarzenegger, Jackie Chan, Monica Bellucchi, Robert Redford, den alten Papst, die Queen, Einstein, Hemingway, Jean-Paul Sartre, Jimi Hendrix, Elton John, Dick und Doof, Spider Man und viele, viele mehr….niemand sah seinem Original zum Verwechseln ähnlich, so dass man meistens erst die Namensschilder lesen musste, um die Figuren zu erkennen. Dennoch war es sehr lustig.
Zum Abschluss des Abends gingen wir zum Moulin Rouge, das für mich leider nur Enttäuschung barg. Es war klein, unauffällig und in einer ganz normalen Straße eingebunden. Irgendwie nicht so besonders, wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Eintritt kostete 74€ bis 140€, je nachdem, welches Programm man sehen wollte…
Da es sonst nichts zu sehen gab dort, war es nach dem Moulin Rouge noch zu früh, um nach Hause zu gehen und so beschlossen wir uns nachzuschauen, ob die berühmte Kirche Sacre Coer (gesprochen Sackre Köhr) vielleicht noch geöffnet hat.
Als das Sacre Coer jedoch schon in Sichtweite war, wurden wir aufgehalten von der Touristenmeile auf dem Weg dorthin. Plötzlich wurde der Kirchenausflug zu einem Shoppingausflug, nachdem wir viel geschaut und gekauft hatten und keine Zeit mehr fürs Sacra Coer war. Aber egal…wir waren glücklich :o)
Tag 3:
Der Mittwoch war der mit Abstand vollste Tag und das auch noch ausgerechnet dann, als meine Füße so furchtbar weh taten. Morgens gingen wir zum Pantheon. Ja genau dem Pantheon, das auch in Rom steht und das aus irgend einem, mir unbekannten Grund in Paris etwas größer nachgebaut wurde. Jetzt brauche ich also nicht mehr nach Rom, wenn ich das Pantheon sehen möchte.
Die Größe war wirklich atemberaubend, genauso wie die bunten Fenster und die großen Fresken an Wänden und Decke. In der Mitte unter der großen Kuppel befand sich wieder dieses riesige Foucaultsche Pendel, das wir auch schon einmal in Magdeburg im Jahrtausendturm und im Dom hatten und das beweist, dass sich die Erde dreht.
Mittags schauten wir anschließend beim Notre Dame vorbei. Wir waren nicht drin, denn die Schlange war zu lang und draußen war wunderschönes Wetter. Auch hierzu gibt es wieder Sprungfotos :o)
Am frühen Nachmittag gingen wir zum Montparnasse, einem großen, schwarzen Hochhaus, das mitten im sonst so hellen und meist weißen Paris steht. Es hat 59 Etagen, ist höher als der Eiffelturm und dient den Touristen als Aussichtsplattform. Auch hier kann ich die Aussicht nur als atemberaubend beschreiben, die allerdings auch Paris’ „kleine Größe“ offenbarte. Ich hatte mir nie Gedanken darüber gemacht, aber mit gerade einmal ca. 2,1 Millionen Einwohnern ist Paris nicht einmal halb so groß wie Berlin mit über 5 Millionen. Vom Montparnasse aus konnte man in jede Richtung das Ende der Stadt Paris erkennen.
Nach der tollen Aussicht war der Tag jedoch noch lange nicht vorbei. Wir hatten uns vorgenommen zwischen 17 und 18 Uhr im Louvre zu sein und so blieb noch etwas Zeit für eine andere Kleinigkeit.
Wir entschieden uns nach Les Halle (gesprochen: Lehsall) zu fahren, ohne zu wissen, was es ist, einfach nur, weil die französische Freiwillige Delphine mir sagte, ich sollte mir das mal anschauen. Es stellte sich als unspektakuläres Einkaufszentrum heraus, mit spektakulärer, wunderschöner, grüner Umgebung mit jeder Menge Touristen und einem extravagant aussehendem Museum. Dort fanden wir dann auch Pias wie verrückt gesuchten Strawinsky-Brunnen.
Abends kam dann der Kulturschock im Louvre. Das Louvre ist so riesig, da es eine gesamte Straße lang und noch dazu in U-Form ist. Auf den 5 Etagen werden 35000 Exponate (!), wie z.B. Gemälde und Skulpturen, ausgestellt, zu jedem Exponat eine Tafel, die beschreibt was man sieht und die ich ohne ein schlechtes Gewissen zu haben glücklicher Weise nicht lesen konnte, da alles auf französisch war. Ich lief mir die angeschwollenen, schmerzenden Füße platt, verlief mich wie viele Menschen mehrmals und war manchmal verzweifelt, da ich trotz Louvre-Plan keine Ahnung hatte, wo ich war. Dreimal stand ich im Fahrstuhl, drückte auf eine Etage und musste anhand der sich nicht schließenden Fahrstuhltüren feststellen, dass ich bereits in der gewünschten Etage bin, ohne jedoch nachvollziehen zu können, wie das unbemerkt passieren konnte.
Da jeder etwas Unterschiedliches sehe wollte und unsere Füße nur eine unterschiedliche Geschwindigkeit erlaubten, gingen wir drei getrennt und trafen uns manchmal zufällig, von Mal zu Mal kaputter. Celine war „körperlich total am Ende“, wie sie mir sagte und auch meine Auffassungsgabe für Kunst war um 22 Uhr, als das Louvre schloss, total ausgeschöpft!
Gesehen habe ich unter hunderten anderen Sachen die Mona Lisa, viele Gemälde von Monet und Renoir, wertvolle Skulpturen wie die Jungfrau von Milo (Aphrodite) und Amor und Psyche, total interessante Fundstücke aus Ägypten sowie Sarkophage und die Statue von Ramses, wunderschöne Kronjuwelen von Ludwig XV. (die will ich auch haben!), die unfassbaren Gemächer von Napoleon III. und die berühmte Glaspyramide des Louvre.
Tag 4 :
Am Donnerstag stellte sich heraus, dass es die blödeste Idee war, am Montag die Besteigung des Eiffelturms auf den Donnerstag zu verschieben. DENN…der Donnerstag war der 1. Mai und die Stadt unglaublich voll mit Touristen, die für ein verlängertes Wochenende nach Paris kamen! Plötzlich standen Tausende Menschen an für den Eiffelturm, was unseren Zeitplan sehr durcheinander brachte und nicht gut war für die leidenden Füße :o)
In der Schlange warteten wir fas eine Stunde lang nur darauf, erst mal in den Eiffelturm rein zu kommen. Dann hieß es 700 Stufen und 115 Meter bergauf laufen bis zur zweiten Plattform des Eiffelturm, was auch erst mal problemlos funktionierte. Der Eiffelturm hat allerdings 3 Plattformen. Die unterste in 57m Höhe war noch ganz easy zu erreichen, zu der Höchsten in 290 Metern Höhe gelangt man jedoch nur noch mit Fahrstuh.
Vor dem Anstellen für den Fahrstuhl nach ganz oben nur noch schnell eine halbe Stunde vor der Toilette warten (ja in Eiffelturm gibt’s Toiletten) und ab ging’s in die längste Schlange für den Fahrstuhl:o)
Bei dem fast 2stündigen Warten in 115 Metern Höhe wurde mir mehr als einmal sehr unwohl, aufgrund meiner Höhenangst. Im Eiffelturm ist ja alles nur Gitter, was heißt, dass man die ganze Zeit alles sieht: Ganz Paris und auch den Weg bergab, sowie an manchen Stellen den Grund unter den Füßen…*bibber*.
Außerdem war es sehr kalt, sehr windig, sehr ungemütlich und es regnete sogar zeitweise. Beeindruckend war zu sehen, wie eine große, graue Regenwand auf uns zuraste und sich kurz vorm Turm auflöste :o)
Leider haben sich in der Schlange ständig irgendwelche reichen Bonzen vorgedrängelt. Eine Familie hat den Fehler gemacht, das neben mir zu tun. Als ich anfing sie zurecht zu weisen, dass sie sich hier ganz plötzlich wieder verziehen sollen und hinten anstellen können, wurden sie vom Personal weggeschickt :o) *haha…ätsch*
Die Fahrt mit dem gläsernen Fahrstuhl nach oben war nervenaufreibend…da blieb mir schon ein Klos im Hals stecken. Oben angekommen befand sich eine keine Außen- und Innenplattform, die einmal mehr einen tollen Blick über die Stadt boten.
Das Schlimmste war der Abstieg vom Eiffelturm, endlich nach fast 4 Stunden, die wir brauchten um hoch zu kommen. Runter hat hingegen nur 10 Minuten gedauert, bei denen mir durch die vielen Stufen und das ständige nach unten auf den Grund gucken sehr mulmig und zittrig zumute wurde. Danach war ich erst mal eine Stunde im Eimer.
Dennoch sind wir ohne Pause wieder zum Sacre Coer gegangen, um es bei Tag zu sehen. Das Problem: Das Sacre Coer ist auf einem Berg mit viiiielen Treppen :o) Oben angekommen war ich zu fix und alle, um mich noch einmal anzustellen, um hinein zu gehen. Ist ja nur eine weitere Kirche…
Außerdem wusste ich, dass wir noch jede Menge vor hatten. Um 18Uhr begann nämlich eine weitere kostenlose Führung durch Paris zu Fuß, an der wir teil nehmen wollten. Wieder war George unser Guide und wieder überzog er und ließ uns 3 statt 2 Stunden laufen. Gelohnt hat es sich trotzdem. Zum einen haben wir wieder zahlreiche wunderschöne Ecken von Paris gesehen und zum anderen sind wir mit der Gruppe ins Sacre Coer gegangen :o)
Und dieses ganze Rumgelaufe und Treppen Steigen war für uns immer noch nicht genug gewesen. Nach der Führung machten wir uns auf zum anderen Stadtrand zur Grand Arche, einem riesigen, eigenwillig aussehenden Gebäude, das ebenfalls beeindruckend war. Wir schossen jede Menge lustige Fotos, die einem wirklich die Tränen vor Lachen in die Augen treiben, und kamen um halb 1 endlich in der Jugendherberge an! Meine armen Füße….
Tag 5:
Am letzen Tag, dem Freitag, waren wir alle drei allein, jeder für sich in Paris unterwegs. Jeder wollte etwas anderes sehen und so hätten wir es zusammen niemals geschafft. Diese Zeit allein in Paris, an einem Punkt, wo man die Stadt bereits so gut kennt, dass man nicht mehr auf den Metro-Plan gucken muss, sich blind zurecht findet und kein Tourist mehr ist, habe ich sehr genossen. Auch die anderen beiden Mädels fanden es toll.
Während Céline zum Schloss Versailles gefahren ist und Pia unter anderem ins Notre Dame ging, bin ich auf dem berühmten Promi-Friedhof Pére Lachaise gewesen. Dort habe ich mir angesehen, wie Edith Piaf, Oscar Wilde, Jean de la Fontaine und Balzac so gebettet sind :o) Leider habe ich überlesen, dass James Morrison dort auch liegt, sonst hätte ich mir den glatt auch noch angeschaut.
Anschließend bin ich wieder in die Touristen-Shopping-Straße gegangen, um einen Teil meines Restgeldes für Geschenke und Mitbringsel auszugeben. Nachmittags traf ich mich dann mit Pia und Celine wieder am Eiffelturm, wo wir endlich auch Fotos bei Tage machten. Zum Abschluss gingen Pia und ich noch auf die Luxus-Insel St. Louise, die mitten in der Seine liegt und die wir uns nur 5 Minuten anschauen konnten, da wir zurück zur Jugendherberge mussten.
Wieder hieß es 6 Stunden Busfahrt zurück nach Belgien, zu Celine nach Hause nach Eupen. Als der Bus ankam, hatten wir nur noch 15 Minuten, um unseren vorerst letzten Zug nach Eupen zu erreichen und so rannten wir los, kaum, dass wir angekommen waren. Dieser Tatsache habe ich es zu verdanken, dass ich meinen wunderschönen, heiß geliebten, ganz neuen, schwarzen Mantel im Bus vergas, in dessen Jackentasche natürlich meine Jahreskarte für den luxemburgischen Bus war :o(
Ich ging fest davon aus, dass der Busfahrer die Jacke finden und zum Fundbüro geben würde, aber er hat sie sich wohl selbst eingesteckt. Denn obwohl wir am Samstag nach der Ankunft das Busunternehmen 3 Mal anriefen, meinten die nur, dass der Bus leer gewesen sei, was nicht möglich ist. Stellt sich die Frage, ob sie überhaupt wirklich nachgeguckt haben. Jetzt muss ich mir jedenfalls einen neuen Mantel und eine neue Karte kaufen. Naja…es kann ja nicht alles perfekt laufen.
Meine Mitbringsel:
Meine Mitbringsel sind zahlreiche Postkarten, Fotos und Poster, ein T-shirt, eine Tasche, eine Kette, ein Paar Ohrringe, zahllose Flyer von allen Sehenswürdigkeiten, die wir besucht haben, ein Gigabyte Fotos von mir und den beiden Mädels, schöne Erinnerungen, zwei gute Freundinnen und ein weiterer abgehakter Lebenstraum :o)
Paris wird mir jedenfalls fehlen. Es ist keine Stadt, die man nur einmal besuchen sollte. Es gibt noch so viele Kleinigkeiten, die passiert sind, dass mein Paris-Eintrag auch doppelt so lang sein könnte. Also auch, wenn der Text diesmal wieder sehr lang ist, solltet ihr zu schätzen wissen, dass ich mich schon kurz und undetailliert gehalten habe :o)
Um der Masse von über 600 Fotos gerecht zu werden, werde ich im Laufe der Woche 5 kleine Fotoalben bei studivz anlegen, sodass für jeden Tag ein Fotoalbum existiert und ihr selbst entscheiden könnt, wann ihr euch die nächste Dröhnung Paris-Fotos gebt :o)
Ich wünsche euch viel Spaß damit. Danke schön fürs Lesen und für euer Interesse!
Ich hab euch sehr lieb
Die Sandra
Da der Bus nach Paris am Montag Morgen um 7 Uhr vom belgischen Lüttich aus startete, mussten wir bereits am Sonntag zu Celine nach Hause ins belgische Eupen fahren und dort übernachten, da Montag Morgens so früh keine Züge nach Belgien fahren. In Eupen hieß es früh schlafen gehen, früh aufstehen und jede Menge Brot für die Fahrt schmieren.
Die Reise nach Paris:
Die Hinfahrt war unspektakulär. Aber wie ich da so saß, aus dem fahrenden Bus schaute und realisierte, dass ich gerade nach PARIS reise, überkam mich ein unglaubliches Gefühl von Stolz und Glücklichkeit, dass ich mir diese Reise selbst ermöglicht und erarbeitet hatte. Die Tatsache, dass ich momentan so viel erleben kann, ist nur das Resultat von einer Reihe glücklicher Zufälle und dem Mut, mich beworben zu haben und tatsächlich hier her gekommen zu sein. Ich hatte mein Leben ohne Hilfe selbst in die Hand genommen, das wurde mir in diesem Moment bewusst und gab mir einganz komisches Gefühl im Bauch.
Tag 1:
Aber Schluss mit der Sentimentalität. In Paris angekommen, hat es noch eine Stunde gedauert zu entscheiden, welche Metro-Tickets wir für unseren 5tägigen Aufenthalt kaufen werden, da man ohne Metro in Paris nicht weit kommt.
Die Verkäuferin am Ticket-Schalter wollte uns ein Ticket für 5 Tage und alle Zonen Paris’ für 47€ (!!!) andrehen. Nach langem Suchen haben wir ein Ticket für 5 Tage, die drei wichtigsten Zonen und nur 27€ gefunden, das uns auch noch Rabatt für zahlreiche Sehenswürsigkeiten verschafft.
Kaum in der Jugendherberge angekommen, haben wir unsere Taschen aufs Bett geschmissen, Klamotten gewechselt und sind zum Eiffelturm geflitzt! Die ganze Zeit über hatten wir ein glückliches Kribbeln im Bauch, dass wir tatsächlich in Paris sind!
Der erste Blick auf den Eiffelturm war ernüchtern: das Ding ist weder besonders hübsch bei Tage, noch so groß, wie wir ihn uns vorgestellt hatten. Doch je näher man kam, desto größer schien er zu werden und bei Nacht war sein Anblick traumhaft. Am Montag war fast keine Menschenseele am Eiffelturm gewesen. Kaum jemand wollte hoch, es gab keine Schlangen und dennoch entschieden wir uns, an einem anderen Tag hinauf zu gehen, da wir doch sehr erschöpft und müde waren.
Nach dem Eiffelturm ging’s zur Außenbesichtigung des Louvre, dem riesigen Pariser Museum, für dessen vollständige Innenbesichtigung man mindestens 3 Tage benötigt und in dem übrigens auch die Mona Lisa hängt. Abends ging es nach einem kurzen Spaziergang über die Champs Eyleés (gesprochen: Schoaselisee), die fast 2 km lange Prachtstraße von Paris, wieder zurück zum Eiffelturm, um die allabendliche, 10minütige Lichtshow zu jeder vollen Stunden ab 20 Uhr zu sehen. Hier „erfanden“ wir auch schon die „Sprungfotos“, also die Fotos, auf denen wir vor jeder Sehenswürdigkeit in die Luft springen.
Den ersten Tag haben wir also nur zum schauen, Fotos machen und Orientieren in der Metro und der Stadt genutzt.
Die Jugendherberge:
Unser Zimmer in der Jugendherberge haben wir mit 6 Mädchen geteilt, weshalb es nicht sehr komfortabel im Zimmer war. Ständig kam nachts jemand aus der Stadt zurück, wenn man schlafen wollte oder verließ zu früh morgens das Zimmer, wenn man immer noch schlafen wollte. Immer wurde man wach. Das Schlimmste war jedoch das Ohren betäubende Schnarchen der anderen, das mich fast komplett um den Schlaf gebracht hat…Glücklicher Weise hat Paris meine Adrenalin-Produktion so sehr angeregt, dass ich tagsüber nichts von der Müdigkeit spürte.
Weiteres Manko der Jugendherberge, mit dem ich keine Bekanntschaft gemacht habe, war, dass die Wassertemperatur der Duschen nicht verstellbar war und das Wasser dann so heiß war, dass sich Celine und Pia verbrüht haben. Seitdem sind wir in die großen, komfortablen Behinderten-Duschen gegangen, die alles boten, was man sich wünscht..
Das Essen:
An Tag zwei machten wir Bekanntschaft mit dem grauenvollen, französischen Frühstück. Es gab lediglich weißes Baguette-Brot und Marmelade, sowie ein bisschen Butter. Kein Käse, keine Wurst…nichts. Nur Marmelade. Um mir Brot für den Tag zu schmieren, habe ich mir dann im Supermarkt nebenan Käse gekauft.
Auch nach dem Frühstück mussten wir 3 feststellen, dass das Essen für die nächsten 5 Tage für uns zu wünschen übrig lassen wird. Die französischen Menüs konnten und wollten wir uns nicht leisten und so war das einzig Erschwingliche, das auch dauerhaft satt machte, das Essen bei McDonalds, im Döner Kebab oder, nachdem wir keine Pommes mehr sehen konnten, beim Chinesen.
Einmal haben wir den Fehler gemacht, zu Mittag in der Jugendherberge zu essen. Dort konnte man wählen zwischen einer Hauptspeise für 4,90€ und einem Menü, also Vor- Haupt- und Nachspeise, für 10€. Da die Vorspeise aus einer Tomate oder Scheibe Melone bestand und das Dessert ein winzig kleiner Muffin war, haben wir dankend darauf verzichtet, dafür 5€ mehr zu bezahlen. Die Hauptspeise bestand dann aus zu wenig Nudeln und einer Fertig-Bolognese - Soße, die in purem Fett schwamm…*irx*. Einmal und nie wieder…
Tag 2:
Wie jeden folgenden Tag auch, haben wir den Dienstag bis zum Anschlag voll gestopft, um so viel zu sehen, wie es nur irgend möglich ist. Durch einen Flyer in unserem Zimmer, wussten wir von einer kostenlosen „Sight-Seeing-Tour“ zu Fuß durch Paris.
Um 11 Uhr standen wir bereit am Treffpunkt und nahmen daran teil. Unser Guide war George, ein Amerikaner, der viel zu viel private Geschichten in die Tour mit einfließen ließ und uns 4 Stunden lang durch Paris geführt hat. Allein durch diese Tour konnten wir schon 20 Sehenswürdigkeiten abhaken. Der Haken an der Sache war jedoch, dass es die vollen 4 Stunden durchregnete. Unsere Stoffschuhe, unsere Socken und unsere Füße waren darauf nicht vorbereitet gewesen. Keiner von uns hatte aus Platzmangel Wechselschuhe mit nach Paris genommen. Da wir den gesamten Tag bis Nachts noch mit nassen, durchgeweichten Schuhen, Strümpfen und Füßen durch die Stadt liefen, hatten wir, vor allem ich, für die folgenden 3 Tage dicke, geschwollene, aufgeweichte, furchtbar schmerzende und glühend heiße Füße, mit denen ich zuerst nur noch humpeln konnte :o)
Nach der Tour begaben wir uns in das Pariser Wachsfiguren Kabinett „Musée Grévin“, das jedoch von der Qualität her nicht zu vergleichen war mit dem Londoner Kabinett Madame Tussauds. Nach einer total schönen, kleinen Lichtschow in einem stockdüsteren Raum, ging es ins Kabinett. Ich sah Bruce Willis, Julia Roberts, Romy Schneider, Sean Connery, viele Präsidenten, Schwarzenegger, Jackie Chan, Monica Bellucchi, Robert Redford, den alten Papst, die Queen, Einstein, Hemingway, Jean-Paul Sartre, Jimi Hendrix, Elton John, Dick und Doof, Spider Man und viele, viele mehr….niemand sah seinem Original zum Verwechseln ähnlich, so dass man meistens erst die Namensschilder lesen musste, um die Figuren zu erkennen. Dennoch war es sehr lustig.
Zum Abschluss des Abends gingen wir zum Moulin Rouge, das für mich leider nur Enttäuschung barg. Es war klein, unauffällig und in einer ganz normalen Straße eingebunden. Irgendwie nicht so besonders, wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Eintritt kostete 74€ bis 140€, je nachdem, welches Programm man sehen wollte…
Da es sonst nichts zu sehen gab dort, war es nach dem Moulin Rouge noch zu früh, um nach Hause zu gehen und so beschlossen wir uns nachzuschauen, ob die berühmte Kirche Sacre Coer (gesprochen Sackre Köhr) vielleicht noch geöffnet hat.
Als das Sacre Coer jedoch schon in Sichtweite war, wurden wir aufgehalten von der Touristenmeile auf dem Weg dorthin. Plötzlich wurde der Kirchenausflug zu einem Shoppingausflug, nachdem wir viel geschaut und gekauft hatten und keine Zeit mehr fürs Sacra Coer war. Aber egal…wir waren glücklich :o)
Tag 3:
Der Mittwoch war der mit Abstand vollste Tag und das auch noch ausgerechnet dann, als meine Füße so furchtbar weh taten. Morgens gingen wir zum Pantheon. Ja genau dem Pantheon, das auch in Rom steht und das aus irgend einem, mir unbekannten Grund in Paris etwas größer nachgebaut wurde. Jetzt brauche ich also nicht mehr nach Rom, wenn ich das Pantheon sehen möchte.
Die Größe war wirklich atemberaubend, genauso wie die bunten Fenster und die großen Fresken an Wänden und Decke. In der Mitte unter der großen Kuppel befand sich wieder dieses riesige Foucaultsche Pendel, das wir auch schon einmal in Magdeburg im Jahrtausendturm und im Dom hatten und das beweist, dass sich die Erde dreht.
Mittags schauten wir anschließend beim Notre Dame vorbei. Wir waren nicht drin, denn die Schlange war zu lang und draußen war wunderschönes Wetter. Auch hierzu gibt es wieder Sprungfotos :o)
Am frühen Nachmittag gingen wir zum Montparnasse, einem großen, schwarzen Hochhaus, das mitten im sonst so hellen und meist weißen Paris steht. Es hat 59 Etagen, ist höher als der Eiffelturm und dient den Touristen als Aussichtsplattform. Auch hier kann ich die Aussicht nur als atemberaubend beschreiben, die allerdings auch Paris’ „kleine Größe“ offenbarte. Ich hatte mir nie Gedanken darüber gemacht, aber mit gerade einmal ca. 2,1 Millionen Einwohnern ist Paris nicht einmal halb so groß wie Berlin mit über 5 Millionen. Vom Montparnasse aus konnte man in jede Richtung das Ende der Stadt Paris erkennen.
Nach der tollen Aussicht war der Tag jedoch noch lange nicht vorbei. Wir hatten uns vorgenommen zwischen 17 und 18 Uhr im Louvre zu sein und so blieb noch etwas Zeit für eine andere Kleinigkeit.
Wir entschieden uns nach Les Halle (gesprochen: Lehsall) zu fahren, ohne zu wissen, was es ist, einfach nur, weil die französische Freiwillige Delphine mir sagte, ich sollte mir das mal anschauen. Es stellte sich als unspektakuläres Einkaufszentrum heraus, mit spektakulärer, wunderschöner, grüner Umgebung mit jeder Menge Touristen und einem extravagant aussehendem Museum. Dort fanden wir dann auch Pias wie verrückt gesuchten Strawinsky-Brunnen.
Abends kam dann der Kulturschock im Louvre. Das Louvre ist so riesig, da es eine gesamte Straße lang und noch dazu in U-Form ist. Auf den 5 Etagen werden 35000 Exponate (!), wie z.B. Gemälde und Skulpturen, ausgestellt, zu jedem Exponat eine Tafel, die beschreibt was man sieht und die ich ohne ein schlechtes Gewissen zu haben glücklicher Weise nicht lesen konnte, da alles auf französisch war. Ich lief mir die angeschwollenen, schmerzenden Füße platt, verlief mich wie viele Menschen mehrmals und war manchmal verzweifelt, da ich trotz Louvre-Plan keine Ahnung hatte, wo ich war. Dreimal stand ich im Fahrstuhl, drückte auf eine Etage und musste anhand der sich nicht schließenden Fahrstuhltüren feststellen, dass ich bereits in der gewünschten Etage bin, ohne jedoch nachvollziehen zu können, wie das unbemerkt passieren konnte.
Da jeder etwas Unterschiedliches sehe wollte und unsere Füße nur eine unterschiedliche Geschwindigkeit erlaubten, gingen wir drei getrennt und trafen uns manchmal zufällig, von Mal zu Mal kaputter. Celine war „körperlich total am Ende“, wie sie mir sagte und auch meine Auffassungsgabe für Kunst war um 22 Uhr, als das Louvre schloss, total ausgeschöpft!
Gesehen habe ich unter hunderten anderen Sachen die Mona Lisa, viele Gemälde von Monet und Renoir, wertvolle Skulpturen wie die Jungfrau von Milo (Aphrodite) und Amor und Psyche, total interessante Fundstücke aus Ägypten sowie Sarkophage und die Statue von Ramses, wunderschöne Kronjuwelen von Ludwig XV. (die will ich auch haben!), die unfassbaren Gemächer von Napoleon III. und die berühmte Glaspyramide des Louvre.
Tag 4 :
Am Donnerstag stellte sich heraus, dass es die blödeste Idee war, am Montag die Besteigung des Eiffelturms auf den Donnerstag zu verschieben. DENN…der Donnerstag war der 1. Mai und die Stadt unglaublich voll mit Touristen, die für ein verlängertes Wochenende nach Paris kamen! Plötzlich standen Tausende Menschen an für den Eiffelturm, was unseren Zeitplan sehr durcheinander brachte und nicht gut war für die leidenden Füße :o)
In der Schlange warteten wir fas eine Stunde lang nur darauf, erst mal in den Eiffelturm rein zu kommen. Dann hieß es 700 Stufen und 115 Meter bergauf laufen bis zur zweiten Plattform des Eiffelturm, was auch erst mal problemlos funktionierte. Der Eiffelturm hat allerdings 3 Plattformen. Die unterste in 57m Höhe war noch ganz easy zu erreichen, zu der Höchsten in 290 Metern Höhe gelangt man jedoch nur noch mit Fahrstuh.
Vor dem Anstellen für den Fahrstuhl nach ganz oben nur noch schnell eine halbe Stunde vor der Toilette warten (ja in Eiffelturm gibt’s Toiletten) und ab ging’s in die längste Schlange für den Fahrstuhl:o)
Bei dem fast 2stündigen Warten in 115 Metern Höhe wurde mir mehr als einmal sehr unwohl, aufgrund meiner Höhenangst. Im Eiffelturm ist ja alles nur Gitter, was heißt, dass man die ganze Zeit alles sieht: Ganz Paris und auch den Weg bergab, sowie an manchen Stellen den Grund unter den Füßen…*bibber*.
Außerdem war es sehr kalt, sehr windig, sehr ungemütlich und es regnete sogar zeitweise. Beeindruckend war zu sehen, wie eine große, graue Regenwand auf uns zuraste und sich kurz vorm Turm auflöste :o)
Leider haben sich in der Schlange ständig irgendwelche reichen Bonzen vorgedrängelt. Eine Familie hat den Fehler gemacht, das neben mir zu tun. Als ich anfing sie zurecht zu weisen, dass sie sich hier ganz plötzlich wieder verziehen sollen und hinten anstellen können, wurden sie vom Personal weggeschickt :o) *haha…ätsch*
Die Fahrt mit dem gläsernen Fahrstuhl nach oben war nervenaufreibend…da blieb mir schon ein Klos im Hals stecken. Oben angekommen befand sich eine keine Außen- und Innenplattform, die einmal mehr einen tollen Blick über die Stadt boten.
Das Schlimmste war der Abstieg vom Eiffelturm, endlich nach fast 4 Stunden, die wir brauchten um hoch zu kommen. Runter hat hingegen nur 10 Minuten gedauert, bei denen mir durch die vielen Stufen und das ständige nach unten auf den Grund gucken sehr mulmig und zittrig zumute wurde. Danach war ich erst mal eine Stunde im Eimer.
Dennoch sind wir ohne Pause wieder zum Sacre Coer gegangen, um es bei Tag zu sehen. Das Problem: Das Sacre Coer ist auf einem Berg mit viiiielen Treppen :o) Oben angekommen war ich zu fix und alle, um mich noch einmal anzustellen, um hinein zu gehen. Ist ja nur eine weitere Kirche…
Außerdem wusste ich, dass wir noch jede Menge vor hatten. Um 18Uhr begann nämlich eine weitere kostenlose Führung durch Paris zu Fuß, an der wir teil nehmen wollten. Wieder war George unser Guide und wieder überzog er und ließ uns 3 statt 2 Stunden laufen. Gelohnt hat es sich trotzdem. Zum einen haben wir wieder zahlreiche wunderschöne Ecken von Paris gesehen und zum anderen sind wir mit der Gruppe ins Sacre Coer gegangen :o)
Und dieses ganze Rumgelaufe und Treppen Steigen war für uns immer noch nicht genug gewesen. Nach der Führung machten wir uns auf zum anderen Stadtrand zur Grand Arche, einem riesigen, eigenwillig aussehenden Gebäude, das ebenfalls beeindruckend war. Wir schossen jede Menge lustige Fotos, die einem wirklich die Tränen vor Lachen in die Augen treiben, und kamen um halb 1 endlich in der Jugendherberge an! Meine armen Füße….
Tag 5:
Am letzen Tag, dem Freitag, waren wir alle drei allein, jeder für sich in Paris unterwegs. Jeder wollte etwas anderes sehen und so hätten wir es zusammen niemals geschafft. Diese Zeit allein in Paris, an einem Punkt, wo man die Stadt bereits so gut kennt, dass man nicht mehr auf den Metro-Plan gucken muss, sich blind zurecht findet und kein Tourist mehr ist, habe ich sehr genossen. Auch die anderen beiden Mädels fanden es toll.
Während Céline zum Schloss Versailles gefahren ist und Pia unter anderem ins Notre Dame ging, bin ich auf dem berühmten Promi-Friedhof Pére Lachaise gewesen. Dort habe ich mir angesehen, wie Edith Piaf, Oscar Wilde, Jean de la Fontaine und Balzac so gebettet sind :o) Leider habe ich überlesen, dass James Morrison dort auch liegt, sonst hätte ich mir den glatt auch noch angeschaut.
Anschließend bin ich wieder in die Touristen-Shopping-Straße gegangen, um einen Teil meines Restgeldes für Geschenke und Mitbringsel auszugeben. Nachmittags traf ich mich dann mit Pia und Celine wieder am Eiffelturm, wo wir endlich auch Fotos bei Tage machten. Zum Abschluss gingen Pia und ich noch auf die Luxus-Insel St. Louise, die mitten in der Seine liegt und die wir uns nur 5 Minuten anschauen konnten, da wir zurück zur Jugendherberge mussten.
Wieder hieß es 6 Stunden Busfahrt zurück nach Belgien, zu Celine nach Hause nach Eupen. Als der Bus ankam, hatten wir nur noch 15 Minuten, um unseren vorerst letzten Zug nach Eupen zu erreichen und so rannten wir los, kaum, dass wir angekommen waren. Dieser Tatsache habe ich es zu verdanken, dass ich meinen wunderschönen, heiß geliebten, ganz neuen, schwarzen Mantel im Bus vergas, in dessen Jackentasche natürlich meine Jahreskarte für den luxemburgischen Bus war :o(
Ich ging fest davon aus, dass der Busfahrer die Jacke finden und zum Fundbüro geben würde, aber er hat sie sich wohl selbst eingesteckt. Denn obwohl wir am Samstag nach der Ankunft das Busunternehmen 3 Mal anriefen, meinten die nur, dass der Bus leer gewesen sei, was nicht möglich ist. Stellt sich die Frage, ob sie überhaupt wirklich nachgeguckt haben. Jetzt muss ich mir jedenfalls einen neuen Mantel und eine neue Karte kaufen. Naja…es kann ja nicht alles perfekt laufen.
Meine Mitbringsel:
Meine Mitbringsel sind zahlreiche Postkarten, Fotos und Poster, ein T-shirt, eine Tasche, eine Kette, ein Paar Ohrringe, zahllose Flyer von allen Sehenswürdigkeiten, die wir besucht haben, ein Gigabyte Fotos von mir und den beiden Mädels, schöne Erinnerungen, zwei gute Freundinnen und ein weiterer abgehakter Lebenstraum :o)
Paris wird mir jedenfalls fehlen. Es ist keine Stadt, die man nur einmal besuchen sollte. Es gibt noch so viele Kleinigkeiten, die passiert sind, dass mein Paris-Eintrag auch doppelt so lang sein könnte. Also auch, wenn der Text diesmal wieder sehr lang ist, solltet ihr zu schätzen wissen, dass ich mich schon kurz und undetailliert gehalten habe :o)
Um der Masse von über 600 Fotos gerecht zu werden, werde ich im Laufe der Woche 5 kleine Fotoalben bei studivz anlegen, sodass für jeden Tag ein Fotoalbum existiert und ihr selbst entscheiden könnt, wann ihr euch die nächste Dröhnung Paris-Fotos gebt :o)
Ich wünsche euch viel Spaß damit. Danke schön fürs Lesen und für euer Interesse!
Ich hab euch sehr lieb
Die Sandra
Sandra_in_Luxemburg - 5. Mai, 11:59